Warum die Deckenlampe allein nicht reicht
In den meisten Berliner Bädern hängt eine einzelne Leuchte mittig an der Decke, während der Waschtisch an der Wand steht. Wer davor tritt, steht im eigenen Schatten, und im Spiegel bekommt das Gesicht dunkle Augenhöhlen sowie Schatten unter Nase und Kinn. Beim Rasieren und beim Schminken fehlt dadurch genau das Licht, auf das es ankommt.
Gemessen an den Gesamtkosten einer Badsanierung ist die Beleuchtung ein kleiner Posten, und sie verändert die Wirkung des Raums stärker als fast alles andere. Auch bei einer reinen Badrenovierung lässt sich das Licht neu ordnen, und über einer bodengleichen Dusche gehört ohnehin eine eigene Leuchte in die Planung. Deshalb lohnt es sich, das Licht zusammen mit Fliesen und Armaturen zu planen und nicht erst zum Schluss auszusuchen.
Auf dieser Seite geht es um die Technik: welche Leuchte wohin gehört, welche Schutzart sie braucht und wie sie geschaltet wird. Wie daraus ein Konzept aus mehreren Ebenen mit festen Szenen wird, steht im Lichtkonzept fürs Bad.
Das Licht gehört neben den Spiegel, nicht an die Decke
Ein Gesicht wird gleichmäßig hell, wenn das Licht von der Seite kommt und nicht von oben. Setzen Sie deshalb zwei Leuchten links und rechts vom Spiegel, deren Mitte auf 160 bis 170 Zentimetern über dem fertigen Boden liegt, also ungefähr auf Augenhöhe. Der Abstand zwischen beiden beträgt bei den meisten Spiegeln 60 bis 90 Zentimeter, und jede Leuchte sollte 400 bis 700 Lumen hinter mattem Glas oder einer Opalhaube abgeben, damit Sie nicht in ein blankes Leuchtmittel sehen.
Wenn seitlich kein Platz ist, und das kommt in schmalen Berliner Bädern häufig vor, nehmen Sie eine breite Leuchte quer über dem Spiegel. Sie sollte mindestens so breit sein wie der Spiegel selbst und ihr Licht nach unten und nach vorn streuen. Nicht zu empfehlen ist ein einzelner Deckenstrahler, der von oben auf den Kopf gerichtet ist. Was auf wenigen Quadratmetern sonst noch hilft, steht unter kleines Bad.
Im Bestand ist der Spiegelschrank mit seitlichen Lichtsäulen die ruhigste Lösung. Er sitzt an der Stelle, an der ohnehin ein Anschluss liegt, und bringt das Licht in die richtige Höhe, ohne dass eine Wand geöffnet werden muss. Auf welcher Höhe der Waschtisch darunter sitzen sollte, steht unter Waschtisch.
Drei Lichtebenen statt einer Lampe
Ein Bad, das morgens hell genug und abends angenehm ist, arbeitet mit drei Lichtebenen: dem Grundlicht für den Raum, dem Spiegellicht zum Arbeiten und dem Stimmungslicht in der Nische oder unter dem Waschtischunterschrank. Das Grundlicht liegt bei ungefähr 200 Lux, im Gesicht am Spiegel sind es etwa 500 Lux, und abends genügt die dritte Ebene für sich allein. Getrennt schalten lassen sie sich nur, wenn die Leitungen dafür liegen; wer sie zusätzlich in feste Szenen legen möchte, braucht einen Aktor in der Verteilung und einen Taster mehr. Wie die Ebenen im Einzelnen aufgebaut sind, was sie kosten und welche Leerrohre sie voraussetzen, steht im Lichtkonzept fürs Bad.
Warmweiß oder neutralweiß
Fürs Grundlicht sind 2700 Kelvin die sichere Wahl, das ist die Lichtfarbe, die man aus dem Wohnzimmer kennt. Am Spiegel darf es mit 3000 bis 4000 Kelvin etwas neutraler sein, weil Sie dort Farben beurteilen. Höhere Werte wirken in einem weiß gefliesten Raum schnell kühl, und die Haut sieht darin grau aus.
Auf der Verpackung lohnen sich zwei Werte: Kelvin gibt an, wie warm das Licht wirkt, und Ra beziehungsweise CRI, wie natürlich es Farben wiedergibt. Am Spiegel sollte Ra bei 90 oder höher liegen, sonst stimmen weder der Hautton noch die Farbe des Hemds, das Sie gleich anziehen.
Mischen Sie die Farbtemperaturen möglichst nicht. Auf einer weißen Fliese fällt der Unterschied zwischen 2700 und 4000 Kelvin sofort auf, und der Raum wirkt dann fleckig. Wer beides möchte, nimmt Leuchten mit einstellbarer Lichtfarbe, zahlt dafür mehr und braucht eine Steuerung dazu.
Licht in Nischen, unter dem Schrank, an der Decke
Eine Nische in der Vorwand ist meist 30 mal 60 Zentimeter groß und bei einer 12,5 Zentimeter starken Vorwand rund 10 Zentimeter tief. Das LED-Band gehört an die vordere Kante hinter eine schmale Blende, damit Sie das Licht sehen und nicht die einzelnen Punkte. Im Duschbereich braucht es mindestens Schutzart IP65.
Ausfälle betreffen fast immer das Netzteil, seltener das Band selbst. Deshalb gehört es an eine Stelle, die erreichbar bleibt: hinter eine Revisionsklappe, in den Unterschrank oder in einen Schacht. Eingeputzt bedeutet der Tausch in einigen Jahren Fliesenarbeit.
Ein schmales Band unter dem Waschtischunterschrank kostet wenig und bewährt sich im Alltag besonders gut. Zwanzig bis vierzig Lumen genügen, um nachts den Weg zu sehen, ohne dass jemand richtig wach wird. In Verbindung mit einem Bewegungsmelder gehört dieses Orientierungslicht in einem barrierefreien Bad genauso zur Ausstattung wie ein Haltegriff.
Dieselbe Technik lässt sich weiter ausbauen. Ein Band in Schutzart IP65 hinter der Blende der Duschnische, dazu ein zweiter Kreis über der Wanne, ist der Anfang eines Erlebnisbads, in dem Licht, Wasser und Wärme zusammen geschaltet werden.
Was wo hängen darf: die Schutzbereiche im Bad
Wasser und Strom teilen sich einen Raum, deshalb ist der Bereich um Wanne und Dusche in Zonen eingeteilt. Maßgeblich ist die DIN VDE 0100-701, und praktisch heißt das:
- Im Inneren von Wanne und Duschtasse ist nur Schutzkleinspannung mit 12 Volt zulässig, die Leuchte muss wasserdicht sein.
- Senkrecht darüber bis 225 Zentimeter Höhe gilt mindestens IPX4. Schalter und Steckdosen gehören dort nicht hin.
- Im Streifen von 60 Zentimetern daneben gilt ebenfalls IPX4.
- Außerhalb dieser Bereiche sind normale Leuchten erlaubt. IP44 ist trotzdem vernünftig, weil der Dampf im ganzen Raum steht.
Dazu kommt der Fehlerstromschutzschalter mit 30 Milliampere für alle Stromkreise im Bad. In Wohnungen aus den sechziger und siebziger Jahren fehlt er häufig; dann tauschen wir ihn im Zuge der Badsanierung mit aus.
Dimmen: was funktioniert und was flackert
Nicht jede LED lässt sich dimmen, und das steht auf der Packung. Wo es geht, brauchen Sie ein dimmbares Vorschaltgerät und einen dazu passenden Dimmer, meist einen mit Phasenabschnitt. Kommt danach trotzdem ein Flackern, liegt es fast immer an der Mindestlast: Viele Dimmer wollen etwa zehn Watt sehen, und zwei sparsame Spiegelleuchten liefern die nicht.
In einem sechs Quadratmeter großen Bad ist die einfachere Lösung häufig, das Grundlicht und das Spiegellicht auf zwei Schalter zu legen. Abends drücken Sie dann nur einen davon. Das kostet eine Leitung mehr, dafür entfallen alle Fragen zur Kompatibilität von Dimmer und Leuchte.
Was sich ohne neue Fliesen nachrüsten lässt
Sitzt über dem Spiegel eine Auslassdose, können Sie an derselben Stelle einen Spiegelschrank mit seitlichem Licht oder einen Spiegel mit umlaufendem Leuchtband setzen. Gibt es eine Feuchtraumsteckdose, geht auch eine Leuchte mit Stecker. Soll der Fliesenspiegel unangetastet bleiben, lässt sich eine Leitung in einem flachen Kanal auf der Wand führen; ein solcher Kanal fällt sichtbar auf, ist dafür an einem Vormittag montiert.
Für eine neue Leitung unter Putz muss dagegen ein Schlitz in die geflieste Wand, und die ausgebesserten Fliesen passen selten wieder genau zum vorhandenen Bild. Diesen Schritt verbinden Sie deshalb am besten mit einer Maßnahme, die ohnehin ansteht. Wenn Sie darüber nachdenken, lesen Sie Bad modernisieren, dort steht, was sich in welchem Umfang lohnt.
Was das in Berlin kostet
| Was gemacht wird | Aufwand | Was das meist kostet |
|---|---|---|
| Zwei Spiegelleuchten an vorhandenem Anschluss | 2 bis 3 Stunden | 150 bis 350 Euro Arbeit |
| Neue Leitung zum Spiegel, Schlitz in gefliester Wand | 1 Arbeitstag | 250 bis 600 Euro plus Fliesenarbeit |
| Vier bis sechs Einbauleuchten in abgehängter Decke | 1 bis 2 Arbeitstage | 700 bis 1.500 Euro |
| LED-Band in einer Nische, mit erreichbarem Netzteil | 3 bis 5 Stunden | 200 bis 450 Euro |
| Dimmer statt Schalter, bei dimmbarer Leuchte | rund 1 Stunde | 80 bis 180 Euro |
| Elektrik im Bad komplett neu, im Zuge der Sanierung | 2 bis 3 Arbeitstage | 1.500 bis 3.500 Euro |
Das sind Erfahrungswerte aus dem Berliner Bestand und keine Angebote. Die Leuchten selbst kommen dazu und sind der Posten mit der größten Spanne: Eine solide Spiegelleuchte beginnt bei rund 80 Euro, nach oben gibt es kaum eine Grenze. Wie sich diese Zahlen in eine ganze Sanierung einfügen, steht unter Badsanierung Kosten.
Wann im Bauablauf über das Licht entschieden wird
Die Elektrik liegt früh, meistens am zweiten bis fünften Arbeitstag, direkt nach dem Abbruch und vor der Abdichtung. Sobald die Dosen sitzen und die Leitungen im Schlitz liegen, steht die Position jeder Leuchte fest. Eine spätere Korrektur bedeutet, dass Fliesen aufgenommen und ersetzt werden müssen.
An denselben Tagen entscheidet sich alles andere, was ein Kabel braucht. Wer je zwei Deckenlautsprecher haben möchte, legt das Leerrohr jetzt mit; wie so ein Kabelweg läuft und warum der Verstärker außerhalb des Bades sitzt, steht unter Musik im Bad.
Entscheiden Sie deshalb vor dem Fliesen drei Dinge: wo der Spiegel hängt, wie breit er ist und wie viele Schaltkreise Sie wollen. Alles andere lässt sich später noch ändern. Wie die Tage im Einzelnen aufeinanderfolgen, steht unter Badsanierung Ablauf.
Fehler, die sich später jeden Tag bemerkbar machen
Fünf Punkte sehen wir im Bestand besonders häufig:
- Ein einzelner Deckenstrahler über dem Kopf und keine Leuchte am Spiegel.
- Ein Spiegelschrank, dessen Licht nach oben strahlt statt ins Gesicht.
- Vier verschiedene Weißtöne in einem Raum, die die Fliesen fleckig wirken lassen.
- Ein Bewegungsmelder, der abschaltet, während jemand ruhig in der Wanne liegt.
- Ein eingeputztes Netzteil, das nach einigen Jahren ausfällt und sich nur mit Fliesenarbeit erreichen lässt.
Solange die Wände offen sind, lässt sich das alles ohne nennenswerte Mehrkosten ändern. Nach dem Verfugen wird jede dieser Korrekturen aufwendig, deshalb gehen wir die Punkte beim Aufmaß mit Ihnen durch.
Licht beim Aufmaß gleich mit klären
Die Wolfermann GmbH ist ein Meisterbetrieb mit über 40 Jahren Erfahrung und gehört zur WRS Gruppe. Elektriker, Installateur und Fliesenleger sind unsere eigenen Leute, die Lichtplanung läuft deshalb nicht an einem Gewerk vorbei. Der Betrieb sitzt in Kleinmachnow und ist montags bis freitags von 7 bis 16:30 Uhr erreichbar.
Beim Aufmaß sehen wir uns an, wo der Spiegel hängt und was der vorhandene Anschluss hergibt, und sagen Ihnen, was sich bei Ihnen ohne Fliesenbruch machen lässt. Das geht vor Ort oder per Videocall. Fürs Licht reicht der Videocall meistens aus: Sie halten das Handy einmal an die Spiegelwand und öffnen den Spiegelschrank, dann sehen wir, welche Dose vorhanden ist. Das spart Ihnen die Anfahrt und Sie behalten den Vormittag für sich. Das Aufmaß kostet nichts und verpflichtet Sie zu nichts.
Sie erreichen uns unter 030 220 569 70, montags bis freitags von 7 bis 16:30 Uhr. Wenn Sie uns sagen, wo Sie wohnen und wie groß Ihr Bad ungefähr ist, vereinbaren wir gleich einen Termin und nennen Ihnen anschließend einen Festpreis. Falls Ihnen ein Anruf gerade nicht passt, schreiben Sie uns über das Anfrageformular auf dieser Seite, wir rufen zurück.
