Was ein eigener Wellnessbereich im Alltag verändert
Der Reiz liegt weniger in der Ausstattung als darin, dass keine Hürde mehr dazwischen steht. Sie brauchen weder eine Anfahrt noch eine Öffnungszeit und auch kein fremdes Handtuch. Sie stellen den Ofen an, machen in der Küche fertig, gehen eine halbe Stunde später die Treppe hinunter, und der Abend gehört Ihnen. Aus dem Keller, in dem heute Fahrräder und Kisten stehen, wird auf diese Weise der Raum, in dem die Woche zur Ruhe kommt.
Der zweite Gewinn ist Fläche. Ein Wellnessbereich im Untergeschoss nimmt dem Bad im Wohngeschoss den Druck, denn das Familienbad muss dann nicht mehr Dusche, Wanne, Stauraum und Rückzugsort zugleich sein, sondern darf wieder der Raum für den Morgen sein. Wer darüber ohnehin nachdenkt, findet die Grundlagen unter Badumbau.
Und drittens bringt ein Souterrain Eigenschaften mit, die in den oberen Geschossen fehlen: Es ist kühl, ruhig und blickdicht. Der Wechsel zwischen 90 Grad in der Kabine und einem Raum, der von sich aus nur 18 Grad warm ist, fällt dort angenehmer aus als in jedem Obergeschoss.
Passt das bei Ihnen? Vier Prüfpunkte vor allem anderen
Die Höhe. Sie ist der häufigste Grund, warum aus der Planung nichts wird. Eine Elementkabine misst 198 bis 210 Zentimeter, dazu kommt der neue Bodenaufbau. Ein klassischer Aufbau mit Abdichtung, 60 bis 100 Millimetern druckfester Dämmung, 50 bis 65 Millimetern Estrich und Fliese liegt bei 14 bis 19 Zentimetern. Ab 230 Zentimetern Rohbauhöhe planen Sie frei, zwischen 220 und 230 wird es eine Rechenaufgabe, und darunter bleibt eher die Dampfdusche.
Die Feuchte. Kellerwände sind erdberührt und in Berliner Bestandshäusern selten von außen abgedichtet. Dazu kommt ein Sommereffekt, den fast alle unterschätzen: Luft mit 20 Grad und 70 Prozent Feuchte hat ihren Taupunkt bei rund 14 Grad. Trifft sie im Juli auf eine 16 Grad kühle Kellerwand, wird die Wand nass, obwohl draußen die Sonne scheint. Wer in dieser Situation die Fenster öffnet, bringt zusätzliche Feuchte in den Raum, statt sie abzuführen.
Das Abwasser. Maßgeblich ist die Rückstauebene, in aller Regel die Oberkante der Straße vor dem Haus. Alles, was darunter entwässert, ist bei einem vollen Kanal gefährdet. Für Dusche, Waschtisch und WC im Keller bedeutet das eine Fäkalienhebeanlage mit einer Druckleitung, die als Schleife über die Rückstauebene geführt wird.
Der Strom. Ein Saunaofen mit 6 bis 9 Kilowatt hängt an 400 Volt mit eigener Zuleitung und eigener Absicherung, ein Dampfgenerator mit 4,5 bis 9 Kilowatt ebenso. Als Faustzahl gilt etwa 1 Kilowatt Ofenleistung je Kubikmeter Kabinenvolumen, wobei große Glasfronten und gemauerte Flächen den Bedarf erhöhen. Fehlt die Leitung vom Zählerschrank, sind dafür 800 bis 1.800 Euro einzuplanen.
Wie viel Platz die einzelnen Teile brauchen
| Bauteil | Maß | Anmerkung |
|---|---|---|
| Sauna für 2 Personen | 130 × 110 bis 150 × 150 cm | Sitzbänke, keine Liege |
| Sauna für 3 bis 4 Personen | 200 × 170 bis 200 × 200 cm | Liegebank braucht 200 cm Länge |
| Dampfbad, gemauert | ab 120 × 120 cm | Deckengefälle 2 bis 5 Prozent |
| Dampfdusche als Fertigkabine | 90 × 90 bis 120 × 90 cm | passt in ein vorhandenes Bad |
| Infrarotkabine | 100 × 100 bis 130 × 120 cm | 230 Volt, eigener Stromkreis |
| Ruheliege | 200 × 80 cm | plus 70 cm Bewegungsfläche |
| Dusche, WC, Waschtisch | rund 4 m² | Bewegungsflächen eingerechnet |
Vor jeder Kabinentür bleiben 60 Zentimeter frei, damit man beim Öffnen nicht im Weg steht. Der Ofen hält den vom Hersteller vorgegebenen Abstand zum Holz, üblich sind 5 bis 10 Zentimeter mit Schutzgitter. Die Zuluft kommt unten hinter dem Ofen herein, etwa 10 mal 30 Zentimeter groß, und die Abluft geht diagonal gegenüber unter der Bank wieder hinaus.
Was es ungefähr kostet
| Position | Spanne einschließlich Einbau |
|---|---|
| Kellerraum ertüchtigen: Abdichtung, Dämmung, Estrich, rund 12 m² | 8.000 bis 16.000 Euro |
| Fäkalienhebeanlage mit Druckleitung und Rückstauschleife | 2.500 bis 5.000 Euro |
| Drehstromzuleitung vom Zählerschrank in den Keller | 800 bis 1.800 Euro |
| Lüftungsgerät mit Feuchtesteuerung und Wärmerückgewinnung | 1.500 bis 3.500 Euro |
| Elementsauna für 2 Personen, Anschlüsse vorhanden | 4.500 bis 8.000 Euro |
| Maßsauna mit Glasfront für 3 bis 4 Personen | 9.000 bis 18.000 Euro |
| Dampfdusche als Fertigkabine | 3.500 bis 7.000 Euro |
| Gemauertes Dampfbad, gefliest, mit Generator | 9.000 bis 20.000 Euro |
| Ruhefläche mit Fußbodenheizung, Licht und Oberflächen | 4.000 bis 9.000 Euro |
| Bad im Keller: Dusche, WC, Waschtisch | 12.000 bis 22.000 Euro |
Ein kompletter Bereich aus Bad, Sauna und Ruhefläche auf 15 bis 20 Quadratmetern landet damit meist zwischen 35.000 und 70.000 Euro. Die Spanne ist groß, weil der Zustand des Rohbaus mehr entscheidet als die Ausstattung. Wie sich solche Zahlen im Einzelnen zusammensetzen, lesen Sie ausführlich unter Badsanierung Kosten. Nach dem Aufmaß bekommen Sie statt einer Spanne einen Festpreis, und den Lohnanteil weisen wir getrennt aus, damit Sie ihn nach § 35a EStG bei der Steuer ansetzen können.
Wie der Einbau abläuft
In der ersten Woche wird zurückgebaut und geprüft, was der Raum tatsächlich hergibt: Wir öffnen Wände, prüfen den Bodenaufbau, nehmen Kanal und Anschlusshöhen auf und setzen die Kernbohrungen für Abluft und Druckleitung. In den Wochen zwei und drei entstehen Innenabdichtung, Rohinstallation, Hebeanlage, Elektro und die Lüftungsleitungen, danach kommen Dämmung und Estrich.
Anschließend braucht der Bau vor allem Zeit. Zementestrich ist bei 5 Zentimetern erst nach rund vier Wochen belegreif, während Schnellestrich oder ein Trockenestrich das auf wenige Tage verkürzen. Mehr Leute auf der Baustelle helfen an dieser Stelle nicht weiter, wohl aber eine Planung, die diese Wartezeit von vornherein einrechnet.
Zum Schluss folgen Verbundabdichtung, Fliesen, Sanitärmontage, der Anschluss von Ofen oder Dampfgenerator und der Aufbau der Kabine, wofür ein bis zwei Tage reichen. Zusammen sind das 6 bis 10 Wochen. Steht dagegen bereits ein trockener Raum mit Strom und Lüftung bereit, ist die Sauna in 2 bis 4 Tagen einsatzbereit.
Worauf es im Detail ankommt
Abdichtung im Verbund. Unter den Fliesen liegt eine Abdichtung, die zur Belastung passt. Ein Dampfbad stellt dabei die höchsten Anforderungen im ganzen Haus, weil die Feuchte dort dauerhaft an Wand und Decke steht. Die Decke bekommt zusätzlich ein Gefälle von 2 bis 5 Prozent, damit das Kondensat zur Wand läuft und nicht auf den Nacken tropft.
Lüftung. Ein fensterloser Wellnessraum braucht eine mechanische Abluft, die nach Feuchte schaltet und einen Nachlauf hat. Für ein Bad mit WC sind 60 Kubikmeter je Stunde die Rechengröße, und beim Abkühlen nach dem Saunagang darf das Gerät kurzzeitig deutlich mehr ziehen. Ebenso wichtig ist die Nachströmung, denn ohne Spalt unter der Tür oder ein Lüftungsgitter kann auch ein gutes Gerät die Luft nicht bewegen. Die Zusammenhänge lesen Sie unter Bad ohne Fenster lüften.
Wärmeschutz an der richtigen Stelle. In vielen Häusern ist die Kellerdecke gedämmt. Wird der Raum darunter beheizt, sitzt diese Dämmung plötzlich an der falschen Stelle, weil sie den neuen Raum vom Haus trennt, statt ihn gegen Erdreich und Lichtschacht zu schützen. Zum Umbau gehören deshalb gedämmte erdberührte Wände, ein gedämmter Bodenaufbau, ein dichtes Kellerfenster und eine gedämmte Tür zum kalten Kellerflur.
Der Weg hinein. Saunateile kommen zerlegt, und die Pakete sind bis zu 210 Zentimeter lang. Wendeltreppen und enge Podeste entscheiden deshalb manchmal über die Kabinengröße. Messen Sie den Weg am besten, bevor Sie sich für eine Kabine entscheiden.
Die Grenzen
Nicht jeder Keller eignet sich für einen Wellnessbereich, und das früh zu wissen erspart Ihnen viel Geld.
- Drückendes Wasser. Steht das Grundwasser zeitweise an der Kellerwand, hilft keine Innenabdichtung. Dann steht zuerst die Abdichtung von außen an, und das ist ein eigenes Bauvorhaben.
- Zu wenig Höhe. Unter 220 Zentimetern Rohbauhöhe bleibt für Sauna und Bodenaufbau nichts übrig.
- Die Nutzung. Eine Sauna trägt sich vom Erlebnis her, wenn Sie sie mindestens einmal in der Woche nutzen. Wer nur alle sechs Wochen hineinschaut, zahlt Pflege, Strom und Lüftung für einen Raum, der die meiste Zeit ungenutzt bleibt.
- Der Aufwand. Ein Dampfbad will nach jeder Nutzung abgezogen und regelmäßig entkalkt werden, während eine Sauna mehr verzeiht, weil sie sich selbst trocknet.
- Das Eigentum. In einer Wohnanlage gehört der Keller meist der Gemeinschaft, auch wenn Sie ihn allein nutzen. Eingriffe in Wände, Stränge und Fassade brauchen einen Beschluss. Was das praktisch bedeutet, lesen Sie unter Bad in der Eigentumswohnung.
- Die Bauordnung. Ob Ihr Raum als Aufenthaltsraum gilt und welche Anforderungen daraus an Höhe, Fenster und zweiten Rettungsweg folgen, klärt im Zweifel das Bezirksamt. Diese Frage gehört an den Anfang der Planung.
Wann die einfachere Lösung die bessere ist
Nicht immer ist der große Wurf der richtige. Drei Wege kosten deutlich weniger und sind schneller fertig.
Die Kabine im vorhandenen Bad. Zwei Quadratmeter genügen für den Anfang, und der Keller bleibt unangetastet. Wie sich eine Sauna in ein bestehendes Badezimmer setzen lässt, lesen Sie unter Sauna im Bad. Noch kleiner geht es mit einer Infrarotkabine: 1,2 Quadratmeter, eine gewöhnliche Steckdose mit eigenem Stromkreis, nach zehn Minuten warm, 2.000 bis 4.500 Euro. Estrich, Kanalanschluss und Bauamt bleiben dabei außen vor.
Die Dampfdusche. Eine Fertigkabine ersetzt im vorhandenen Bad die alte Dusche und bringt Dampf, Licht und Sitzfläche gleich mit, für 3.500 bis 7.000 Euro und ein bis zwei Tage Montage. Wie sich Dampf, Regendusche, Sitzbank und Farblicht in einem gemauerten Duschbereich verbinden lassen, lesen Sie unter Erlebnisbad.
Das bessere Bad im Wohngeschoss. Eine breite Regenbrause, eine gemauerte Sitzbank im Material des Bodens, eine Fußbodenheizung unter den nackten Füßen, ein warmer Handtuchheizkörper und Licht, das sich abends dimmen lässt: Das ersetzt keine Sauna, steht Ihnen dafür aber jeden Tag zur Verfügung, und zwar für einen Bruchteil dessen, was der Keller kostet. Welche Bausteine dazugehören, was sie kosten und in welcher Reihenfolge sie gebaut werden, lesen Sie unter Wohlfühlbad.
Am Ende hilft eine einfache Überlegung weiter: Gibt es einen Abend in der Woche, den Sie dafür reservieren würden? Wenn Sie diesen Abend benennen können, lohnt sich der Wellnessbereich im Keller, und Sie werden ihn jahrelang nutzen. Wenn nicht, ist eine Badrenovierung im Wohngeschoss die bessere Investition.
So machen Sie den Termin
Seit über 40 Jahren arbeiten wir als Meisterbetrieb in Berliner Bädern. Die Wolfermann GmbH gehört zur WRS Gruppe und sitzt in Kleinmachnow, erreichbar montags bis freitags von 7 bis 16:30 Uhr. Installateur, Elektriker und Fliesenleger sind unsere eigenen Leute, und genau darauf kommt es bei einem Wellnessbereich an, weil Abdichtung, Hebeanlage, Drehstrom, Lüftung und Kabine ineinandergreifen und es dafür einen Ansprechpartner geben sollte und nicht fünf.
Beim Aufmaß sehen wir uns Höhe, Wandfeuchte, Anschlusshöhen und den Weg für die Kabinenteile an und sagen Ihnen, was in Ihrem Keller möglich ist und was es kostet. Das geht vor Ort oder per Videocall. Der Videocall führt hier oft am schnellsten zum Ziel: Sie gehen mit dem Handy einmal durch den Raum und halten es an die Kellerwand, an den Kanalanschluss und an den Zählerschrank, und wir wissen danach, ob der große Wurf trägt oder ob die kleinere Lösung die klügere ist. Das Aufmaß kostet Sie nichts und verpflichtet Sie zu nichts.
Sie erreichen uns unter 030 220 569 70, montags bis freitags von 7 bis 16:30 Uhr. Wenn Sie uns sagen, wie hoch Ihr Keller ist und was dort heute steht, vereinbaren wir gleich einen Termin für das Aufmaß. Falls Ihnen ein Anruf gerade nicht passt, schreiben Sie uns gern über das Anfrageformular auf dieser Seite, wir rufen Sie zurück.
