Stand dieser Seite: August 2026. Alle Beträge sind Bruttopreise einschließlich der gesetzlichen Umsatzsteuer. Förderhöchstbeträge, Zinssätze und Programmstände ändern sich; wo das erfahrungsgemäß passiert, steht es dabei.
Ohne Pflegegrad zahlt die Pflegekasse nicht
Das ist der Satz, den niemand gern liest, und er gehört trotzdem an den Anfang. Der Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen steht in § 40 Abs. 4 SGB XI, und dieser Paragraf setzt einen anerkannten Pflegegrad voraus. Ein ärztliches Attest ersetzt ihn nicht, ein hohes Alter auch nicht, und ein Rollator im Flur ebenso wenig.
In den Übersichten im Netz steht meist nur die Zahl: bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Woran sie hängt, steht seltener dabei. Wer ohne Bescheid zur Kasse geht, bekommt eine Absage, und die kommt oft erst, wenn die Fliesen schon ausgesucht sind.
Was ohne Pflegegrad bleibt, steht auf dieser Seite. Es ist weniger als mit Pflegegrad und deutlich mehr als nichts. Den Weg, den beim Aufmaß fast niemand kennt, beschreibt der vorletzte Abschnitt. Was mit einem anerkannten Pflegegrad möglich ist und in welcher Reihenfolge die Anträge dann laufen, steht im Überblick unter Förderung für den Badumbau.
Und die Krankenkasse? Hilfsmittel ja, Umbau nein
Krankenkasse und Pflegekasse werden im Gespräch ständig verwechselt, obwohl sie Unterschiedliches bezahlen. Die Krankenkasse übernimmt Hilfsmittel nach § 33 SGB V, also Gegenstände aus dem Hilfsmittelverzeichnis. Im Bad sind das der Badewannenlifter, der Duschstuhl, die Toilettensitzerhöhung und der Wannengriff, der auf den Rand geklemmt wird.
Sie brauchen dafür eine ärztliche Verordnung, die Kasse muss zustimmen, und es bleibt eine Zuzahlung von 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro je Hilfsmittel.
Als Faustregel hilft das Werkzeug: Was sich ohne Bohrmaschine wieder wegräumen lässt, ist meist ein Hilfsmittel und damit Sache der Krankenkasse. Was in die Wand geht, ist ein Umbau, und dafür zahlt sie nicht. Abdichtung, Estrich, Fliesen, Elektrik und eine bodengleiche Dusche fallen alle in die zweite Gruppe. Der fest verschraubte Haltegriff liegt genau auf der Grenze und wird in der Praxis als Umbau behandelt.
Was ohne Pflegegrad bleibt: vier Wege
| Weg | Was dabei herauskommt | Was Sie dafür brauchen |
|---|---|---|
| KfW-Kredit 159 | bis 50.000 Euro je Wohneinheit, zinsvergünstigt | Antrag über die Hausbank vor Baubeginn |
| KfW-Zuschuss 455-B | zuletzt 10 Prozent, höchstens 2.500 Euro | Antrag vor Baubeginn, und offene Haushaltsmittel |
| § 35a Abs. 3 EStG | 20 Prozent des Lohnanteils, höchstens 1.200 Euro im Jahr | Rechnung und unbare Zahlung |
| § 33 EStG | der Anteil oberhalb der zumutbaren Belastung | medizinische Notwendigkeit, ärztlicher Nachweis |
| Landesprogramme | wechselnd, meist für Vermieter | Auskunft bei IBB oder ILB |
Die KfW zählt als ein Weg, steht in der Tabelle aber mit ihren zwei Bausteinen. Die Zahlen sind der Stand von August 2026. Die beiden Paragrafen ändern sich nur über ein Gesetzgebungsverfahren, die KfW-Konditionen und die Landesprogramme dagegen von einem Quartal auf das andere. Beliebig kombinieren lassen sich die Wege nicht, und daran scheitert mancher Plan erst im Nachhinein.
Weg 1: KfW, Altersgerecht Umbauen
Die KfW fördert den Abbau von Barrieren im Bestand über zwei Bausteine mit demselben Namen. Der Kredit 159 läuft dauerhaft, geht über Ihre Hausbank und deckt bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit ab. Der Zuschuss 455-B wird direkt bei der KfW beantragt und lag zuletzt bei 10 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens 2.500 Euro. Für den Standard Altersgerechtes Haus, bei dem die ganze Wohnung barrierearm wird, waren es zuletzt 12,5 Prozent und höchstens 6.250 Euro.
Der Unterschied zwischen beiden ist nicht die Höhe, sondern die Verlässlichkeit. Auf den Kredit können Sie planen. Der Zuschuss wird nur ausgezahlt, solange der Haushalt Mittel dafür bereitstellt, und er war in den vergangenen Jahren mehrfach ausgesetzt. Sehen Sie deshalb auf kfw.de nach, wie die Lage am Tag Ihres Antrags aussieht. Das gilt auch für die hier genannten Sätze.
Der Zuschuss setzt eine Mindestinvestition voraus, zuletzt 2.000 Euro, und beide Bausteine verlangen den Antrag vor dem Beginn der Arbeiten. Dazu kommen technische Mindestanforderungen, an denen im Berliner Bestand die meisten Anträge hängen: eine Bewegungsfläche von 120 mal 120 Zentimetern vor den Sanitärobjekten, ein schwellenloser Duschplatz mit einer Kante von höchstens 2 Zentimetern und ein rutschhemmender Bodenbelag. In einem Altbaubad von dreieinhalb Quadratmetern bekommt man 120 mal 120 Zentimeter vor dem Waschtisch nicht immer unter.
Beim Aufmaß sagen wir Ihnen, ob Ihr Bad diese Maße hergibt. Wenn nicht, sagen wir das auch, statt Ihnen einen Antrag zu empfehlen, der später abgelehnt wird. Die genauen Anforderungen stehen im aktuellen Merkblatt der KfW.
Weg 2: 20 Prozent des Lohnanteils nach § 35a EStG
Dieser Weg steht Ihnen immer offen, ohne Antrag, ohne Frist und ohne Bescheid. Vom Lohnanteil einer Handwerkerrechnung im eigenen Haushalt gehen 20 Prozent direkt von der Einkommensteuer ab, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Der Höchstbetrag ist bei 6.000 Euro Lohnanteil erreicht.
Ein Beispiel: Bei einem Tausch von Wanne gegen Dusche für 7.500 Euro entfallen etwa 3.500 bis 4.000 Euro auf den Lohn, das ergibt 700 bis 800 Euro Ermäßigung. Bei einem Komplettbad für 20.000 Euro ist der Deckel längst erreicht, und Sie bekommen 1.200 Euro, nicht mehr. Material zählt nicht mit, weder Fliesen noch Armaturen.
Zwei Bedingungen entscheiden über den Abzug: eine Rechnung und eine Zahlung per Überweisung. Bargeld schließt die Ermäßigung aus, auch gegen Quittung. Wir weisen Lohn und Material getrennt aus, damit Sie den Beleg ohne Rückfragen einreichen können.
Weil der Höchstbetrag pro Kalenderjahr gilt und es auf den Tag der Zahlung ankommt, lässt er sich bei einer Baustelle über den Jahreswechsel unter Umständen zweimal ausschöpfen. Ob das in Ihrem Fall trägt, entscheidet Ihre Steuerberatung und nicht Ihr Sanitärbetrieb. Auch als Mieter können Sie § 35a nutzen, wenn Sie die Arbeiten selbst beauftragen und bezahlen; die Zustimmung des Eigentümers zum Umbau brauchen Sie trotzdem.
Weg 3: Außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG
Ist der Umbau medizinisch notwendig, führt der zweite Steuerweg oft weiter als der erste, denn er kennt keinen Höchstbetrag von 1.200 Euro. Nach § 33 EStG lassen sich die Kosten als außergewöhnliche Belastung ansetzen, wenn eine Krankheit oder Behinderung sie zwangsläufig macht.
Zwei Dinge sind dabei anders, als die meisten erwarten. Erstens braucht das Finanzamt einen Nachweis, in der Regel ein ärztliches Attest oder ein amtsärztliches Gutachten, und es sollte vor dem Umbau ausgestellt sein, nicht danach. Zweitens wird zuvor die zumutbare Belastung abgezogen. Sie liegt gestaffelt zwischen 1 und 7 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte, je nach Höhe, Veranlagung und Zahl der Kinder.
Für ein zusammen veranlagtes Paar ohne Kinder mit 40.000 Euro Einkünften sind das gestaffelt rund 1.850 Euro. Von 12.000 Euro Umbaukosten blieben also etwa 10.150 Euro übrig. Diese Summe mindert das zu versteuernde Einkommen, sie wird nicht von der Steuer abgezogen. Was am Ende ankommt, hängt damit an Ihrem Steuersatz, und genau hier liegt der Unterschied zu § 35a, wo 1.200 Euro auch 1.200 Euro sind.
Was wegen der zumutbaren Belastung bei § 33 unberücksichtigt bleibt, lässt sich für den Lohnanteil nach § 35a ansetzen. Dieselbe Position zweimal geltend zu machen, geht dagegen nicht. Legen Sie die Rechnung mit getrennt ausgewiesenem Lohnanteil Ihrer Steuerberatung vor.
Die Kumulierungsregel: KfW-Geld und § 35a schließen sich aus
Diesen Punkt übersehen fast alle Übersichten, und er kostet im Zweifel vierstellig. § 35a Abs. 3 EStG schließt Maßnahmen aus, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden. Der KfW-Kredit 159 ist ein solches Darlehen, der Zuschuss 455-B ein solcher Zuschuss.
Sie entscheiden sich also, statt beides einzusammeln. Rechnen Sie es einmal gegeneinander, bevor der Antrag herausgeht: Die Steuerermäßigung sind bis zu 1.200 Euro im Jahr der Zahlung, der Zinsvorteil des Kredits verteilt sich über die Laufzeit und hängt daran, wie Ihre Hausbank sonst finanzieren würde. Wer die Sanierung ohnehin aus Eigenmitteln zahlt, fährt mit dem Steuerweg meist einfacher.
Erhaltene Zuschüsse mindern außerdem die Kosten, die Sie nach § 33 ansetzen können.
Weg 4: Landesprogramme in Berlin und Brandenburg
Auch die Länder fördern, und hier wird es unübersichtlich. Für Berlin ist die Investitionsbank Berlin zuständig, für Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf die Investitionsbank des Landes Brandenburg, denn diese drei Orte liegen im Landkreis Potsdam-Mittelmark.
Programmnamen und Beträge nennen wir hier bewusst nicht. Diese Programme werden aufgelegt, ausgeschöpft und wieder geändert, und die meisten richten sich an Vermieter und Wohnungsunternehmen statt an Selbstnutzer. Eine Liste, die wir heute schreiben, wäre in einem Jahr falsch, und falsche Förderangaben sind ärgerlicher als gar keine.
Zwei Anlaufstellen kosten nichts und verkaufen nichts: die beiden Förderbanken am Telefon und die Pflegestützpunkte, die es in jedem Berliner Bezirk gibt. In Potsdam-Mittelmark übernimmt das der Pflegestützpunkt des Landkreises.
Der Umweg, der sich oft lohnt: Pflegegrad 1 reicht schon
Viele stellen keinen Antrag auf einen Pflegegrad, weil sie sich für nicht pflegebedürftig halten. Für die Förderung ist das meist ein Irrtum. Der Zuschuss nach § 40 Abs. 4 SGB XI hängt nicht an der Höhe des Pflegegrades. Pflegegrad 1 genügt, und Stand August 2026 sind das bis zu 4.180 Euro je Maßnahme und je anspruchsberechtigter Person im Haushalt.
Pflegegrad 1 beginnt im Begutachtungsverfahren bei 12,5 von 100 Punkten. Bewertet werden sechs Bereiche, darunter Mobilität, Selbstversorgung und der Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen. Wer sich beim Treppensteigen festhalten muss, beim Anziehen Hilfe braucht oder seine Medikamente nicht mehr allein sortiert, liegt näher an dieser Schwelle als gedacht.
Der Ablauf ist überschaubar. Der Antrag geht formlos an die Pflegekasse und lässt sich telefonisch stellen. Danach kommt der Medizinische Dienst zur Begutachtung nach Hause. Die Kasse muss innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, sonst schuldet sie 70 Euro für jede begonnene Woche Verzögerung. Wird der Antrag abgelehnt, haben Sie Zeit verloren und sonst nichts.
Wir sind kein Pflegedienst und beraten dazu nicht. Wir sagen beim Aufmaß nur, dass es diesen Weg gibt, weil er in unseren Terminen regelmäßig unbekannt ist. Beraten tun die Pflegestützpunkte, kostenlos. Was mit einem Pflegegrad möglich wird, steht unter Förderung.
Sieben Schritte, und einer davon zuerst
- Pflegegrad prüfen lassen, wenn er in Frage kommt, denn dieser Schritt dauert am längsten
- Kostenloses Aufmaß, vor Ort oder per Videocall
- Angebot mit Einzelpositionen, Lohn und Material getrennt ausgewiesen
- Entscheiden: KfW-Geld oder Steuerermäßigung, beides zusammen geht nicht
- Antrag stellen und die Bewilligung abwarten
- Erst jetzt den Auftrag unterschreiben
- Per Überweisung bezahlen, Rechnung und Kontoauszug für die Steuererklärung aufheben
Zwischen Schritt 5 und Schritt 6 vergehen bei der KfW und bei den Kassen einige Wochen. Wer nach einem Krankenhausaufenthalt kurzfristig ein schwellenloses Bad braucht, hat diese Zeit nicht. Rufen Sie dann zuerst bei Kasse oder Förderbank an, bevor irgendetwas unterschrieben wird.
Wofür wir nicht der richtige Ansprechpartner sind
Wir sind ein Sanitärbetrieb, keine Steuerberatung und keine Fördermittelberatung. Wir stellen keine Anträge in Ihrem Namen, füllen keine Formulare aus und sagen niemandem eine Bewilligung zu. Was wir liefern, ist ein Angebot in der Form, die Kassen, Banken und Finanzämter sehen wollen: Einzelpositionen statt Pauschale, Lohn und Material getrennt, und eine Beschreibung, aus der hervorgeht, welche Arbeit welche Barriere abbaut.
Halbfertige Baustellen anderer Betriebe übernehmen wir nicht, und Objekte, die Sie selbst im Internet gekauft haben, bauen wir nicht ein. Für beides können wir nicht geradestehen.
So kommen Sie weiter
Die Wolfermann GmbH ist ein Meisterbetrieb mit über 40 Jahren Erfahrung im Badbau und gehört zur WRS Gruppe. Der Betrieb sitzt in Kleinmachnow und ist montags bis freitags von 7 bis 16:30 Uhr erreichbar, telefonisch unter 030 220 569 70.
Sagen Sie uns beim ersten Anruf, dass eine Förderung im Spiel ist. Dann bekommen Sie das Angebot von vornherein in der passenden Form, und wir stimmen den Bautermin darauf ab. Das Aufmaß läuft je nach Vorhaben bei Ihnen im Bad oder per Videocall, kostet nichts und verpflichtet Sie zu nichts. Wenn Ihnen ein Anruf gerade nicht passt, schreiben Sie uns über das Formular auf dieser Seite.
Wie ein schwellenloses Bad aussieht, ohne nach Klinik zu wirken, zeigt barrierefreies Bad. Was der Umbau von der Wanne zur Dusche kostet und wie lange er dauert, steht unter Dusche statt Wanne und unter Badsanierung Kosten.
