Hinter den Wänden liegen Leitungen aus Blei, verzinktem Stahl und Kupfer, nacheinander eingebaut. Über den Wohngeschossen begrenzen Holzbalkendecken Aufbauhöhe und Gewicht, über dem Keller liegt eine Kappendecke aus Ziegeln.
Wasser mit langen Wegen
Grunewald ist ab 1889 als Villenkolonie an den kleinen Seen westlich des
Kurfürstendamms entstanden. Die Häuser dieser ersten Jahrzehnte haben massive
Außenwände von vierzig Zentimetern und mehr, und sie haben Installationen, die
niemand aus einem Guss geplant hat. Warmwasser, Zentralheizung und das zweite Bad
kamen erst nach und nach dazu. Entsprechend läuft das Wasser heute in Etappen
durch das Haus, mit einem Stück Blei aus der Vorkriegszeit, einem Stück
verzinktem Stahl aus den Fünfzigern und einem Stück Kupfer aus der letzten
Modernisierung.
Zwei Punkte fallen deshalb hier häufiger an als anderswo. Der erste ist die Länge
der Wege: Wenn zwischen dem Warmwasserbereiter im Keller und dem Waschtisch im
zweiten Obergeschoss zwanzig Meter Leitung liegen, laufen morgens mehrere Liter
kalt weg, bevor es warm wird. Eine Zirkulationsleitung löst das, und sie lässt
sich am günstigsten mitverlegen, solange die Wand ohnehin offen ist. Der zweite
Punkt ist der Druck im obersten Geschoss, denn alte, innen verengte
Stahlleitungen liefern oben weniger, als eine Regendusche braucht. Beides
erkennen wir beim ersten Termin, und beides steht anschließend in der
Kalkulation, damit Sie später keine Überraschung erleben.
Holzbalkendecke und Aufbauhöhe
Über den Wohngeschossen liegen in diesen Häusern fast immer Holzbalkendecken mit
einer Schüttung dazwischen, über dem Keller oft eine Kappendecke aus Ziegeln. Für
Ihr Bad heißt das zweierlei. Die Aufbauhöhe ist begrenzt, weil zwischen Rohdecke
und fertigem Boden nur wenige Zentimeter liegen, und das Gewicht ist begrenzt,
weil ein schwerer Zementestrich auf einer alten Holzbalkendecke nichts zu suchen
hat. Beides lässt sich gut lösen, mit flachen Abläufen, einem Trockenestrich und
einer Dusche mit Wandablauf statt einem Gefälle in vier Richtungen. Gerechnet
werden muss es nur, bevor die Fliesen bestellt sind.
Wenn Sie sich eine freistehende Wanne wünschen, sagen Sie uns das bitte früh. Sie
steht selten an der Stelle der alten, sie braucht eine Zuleitung im Boden, und
sie bringt gefüllt mehrere hundert Kilogramm auf einen Punkt. Im Villenbestand
ist das meistens machbar, geklärt gehört es aber, bevor Sie Fliesen und Armaturen
aussuchen.
Lüftung, wenn das Fenster nicht reicht
Ein Bad mit Fenster ist in Grunewald der Normalfall, im Winter reicht das Fenster
allein aber selten aus. Nach dem Duschen bleibt die Feuchtigkeit im Raum stehen,
und ein kurz gekipptes Fenster bringt sie morgens nicht heraus. In den Bädern der
Nachkriegshäuser fehlt das Fenster ganz, dort läuft die Abluft über einen Schacht.
Wir setzen einen Lüfter mit Feuchtesensor und Nachlauf, damit er ohne Ihr Zutun
so lange läuft, bis die Luft trocken ist, sorgen für Nachströmung unter der Tür
und führen die Abluft dorthin, wo sie hingehört. Was daran technisch hängt, steht
ausführlich unter Lüftung im Bad.