Die Entscheidung fällt am Grundriss, nicht am Glas
Im Prospekt sehen alle drei Bauarten gleich gut aus. Im Bad entscheiden zwei Zahlen: die Länge der Duschfläche in der Richtung, in der das Wasser läuft, und die freie Fläche davor. Misst diese Länge 90 Zentimeter, brauchen Sie eine Tür. Ab 120 Zentimetern wird die offene Bauweise möglich. Und bleiben vor der Dusche weniger als 60 Zentimeter frei, fällt jede nach außen schwingende Tür aus, bevor über Glas überhaupt geredet wird.
Welches Maß Ihr Grundriss hergibt, steht unter Duschtasse Maße; hier geht es um das, was darauf steht.
Walk-in: eine Scheibe und ein Puffer
Eine Walk-in-Lösung kommt ohne Scharnier, Dichtlippe und Laufschiene aus: kein Bauteil, das verkanten oder mit den Jahren hart werden kann, und eine einzige Fläche zum Putzen. Sobald der Platz sie zulässt, bauen wir sie am häufigsten ein.
Unterschätzt wird dabei der Weg des Wassers. Über die offene Kante tritt selten der Strahl selbst aus, sondern das Wasser, das am Körper abläuft und von der Fliese zurückspritzt. Auf einer glatten Oberfläche kommt dieser Rückspritzer 40 bis 60 Zentimeter weit. Entscheidend ist deshalb nicht die Breite der Scheibe, sondern die Stelle, an der die Armatur sitzt. Sie gehört an die Wand hinter dem Glas, und der Rest der Fläche liegt als Puffer zwischen Ihrem Standplatz und der offenen Kante.
Wird das knapp, hilft ein bewegliches Element am Ende der festen Scheibe, 25 bis 40 Zentimeter breit, das sich zum Putzen nach innen klappen lässt. Es rettet Grundrisse, in denen sonst eine Tür nötig wäre.
Ein Argument dagegen bleibt: Der Dampf verteilt sich im ganzen Raum, und in einem Altbaubad von vier Quadratmetern hängen die Handtücher danach feucht an der Wand. Eine arbeitende Abluft gehört dort zur Entscheidung dazu, siehe Lüftung im Bad.
Drehtür, Pendeltür, Schiebetür
Die Drehtür in der Nische ist die dichteste und günstigste Lösung. Sie schlägt nach außen auf und braucht diesen Schwenkraum frei, was in einem schmalen Bad regelmäßig mit der Badtür oder dem Waschtischmöbel kollidiert. Die Pendeltür schwingt dagegen in beide Richtungen und hebt das Blatt über eine Hebe-Senk-Mechanik beim Öffnen um 3 bis 5 Millimeter an, damit die Dichtlippe nicht über den Boden schleift.
Die Schiebetür kommt ohne Schwenkraum aus, und bei ihr lohnen sich zwei Blicke. Der erste gilt der Laufschiene: Liegt sie unten auf der Duschfläche, steht dort eine Schwelle von 20 bis 30 Millimetern, und der bodengleiche Boden ist wieder eine Stufe. Oben laufende Ausführungen vermeiden das. Der zweite gilt den Rollen: Lassen sie sich aushängen, ist die Schiene in zwei Minuten sauber, sonst wird es eine Arbeit mit der Zahnbürste.
6, 8 oder 10 Millimeter
Gebaut wird aus Einscheibensicherheitsglas, das im Schadensfall in stumpfe Krümel zerfällt. Die Stärke bestimmt Steifigkeit und Gewicht, und Glas wiegt je Millimeter Stärke 2,5 Kilogramm pro Quadratmeter.
| Stärke | Gewicht | Wofür |
|---|---|---|
| 6 mm | 15 kg/m² | gerahmte Türen bis etwa 90 cm Breite |
| 8 mm | 20 kg/m² | der Normalfall: rahmenlose Türen, feste Scheiben bis 120 cm |
| 10 mm | 25 kg/m² | feste Scheiben über 120 cm, Elemente bis zur Decke, Sondermaße |
6 Millimeter sind kein schlechtes Glas, sondern ein schmales. In einer Tür von 110 Zentimetern federt die Scheibe beim Öffnen sichtbar nach, und genau das ist der Punkt, an dem nach ein paar Jahren getauscht werden soll.
Nach oben zieht das Gewicht: Eine feste Scheibe von 100 mal 200 Zentimetern wiegt in 8 Millimetern 40 Kilogramm, in 10 Millimetern 50, und diese Last hängt als Hebel am Wandanschluss. Ab etwa einem Meter freier Breite stützt bei 8 Millimetern eine Stabilisierungsstange ab; mit 10 Millimetern verschiebt sich die Grenze um rund 20 Zentimeter nach oben. In einer Gründerzeitwohnung mit 3,20 Meter Deckenhöhe führt diese Stange nicht nach oben, sondern zur nächsten Wand, sonst steht ein zwei Meter langes Rohr quer im Raum.
Profil oder profillos
Ein Wandprofil ist nicht nur Zierrat, es ist die Toleranz. Übliche Profile gleichen 10 bis 20 Millimeter aus, und diesen Spielraum braucht man im Berliner Altbau regelmäßig, weil eine verputzte Ziegelwand über zwei Meter Höhe selten im Lot steht.
Profillos wird das Glas mit einzelnen Beschlägen direkt an die Wand geschraubt. Das wirkt ruhiger, verlangt aber eine ebene, lotrechte Fläche mit wenigen Millimetern Spiel. Im Neubau und in der Platte ist das meistens gegeben, in der Nachkriegszeile mit gemauerten Zwischenwänden nur nach Messung.
Im Altbau führt trotzdem ein Weg dorthin: Wird das Bad ohnehin saniert, stellen wir die Vorwand lotrecht auf, und die Wand, an der die Scheibe sitzt, ist dann kein Bauteil von 1905 mehr. Dieselbe Vorwand entscheidet über den Halt, denn zwischen Metallständern und Bauplatte trägt kein Hohlraumdübel 40 Kilogramm am Hebel. Wo ein Träger liegen muss, klären wir deshalb schon beim Aufmaß und nicht erst, wenn die Bauplatte geschlossen ist. Wann das im Bauablauf an der Reihe ist, steht unter Ablauf einer Badsanierung.
Beschichtung gegen Kalk
Berliner Leitungswasser ist hart, je nach Wasserwerk liegen 14 bis 19 Grad deutscher Härte an. Auf Glas heißt das: sichtbare Ränder nach wenigen Tagen.
Eine werkseitig eingebrannte Veredelung macht die Oberfläche wasserabweisend, sodass die Tropfen zusammenlaufen und ablaufen, statt einzeln einzutrocknen. Sie kostet 60 bis 150 Euro je Element und hält bei normaler Pflege fünf bis zehn Jahre. Versiegelungen zum Selbstauftragen sind nach sechs bis zwölf Monaten wieder herunter.
Zwei Dinge gehören dazu. Die Beschichtung hält den Kalk nicht auf, sie nimmt ihm die Haftung; ein Abzieher an der Wand bleibt die wirksamere Maßnahme. Und sie verträgt weder Scheuermittel noch stark saure Entkalker, womit der Aufpreis nach einem Jahr aufgebraucht wäre.
Montage auf die Fliese, und was darunter liegt
Unter den Fliesen im Duschbereich liegt eine Verbundabdichtung nach DIN 18534, und jede Bohrung für ein Wandprofil geht durch diese Schicht. Das ist zulässig, es muss nur wieder dicht werden:
- Das Bohrloch wird vor dem Dübel mit dauerelastischem Dichtstoff ausgespritzt, sodass der Dübel in der Masse steckt.
- Gebohrt wird ohne Schlag, mit Fliesen- oder Diamantbohrer, bei Feinsteinzeug langsam und gekühlt.
- Nicht in die Fuge und mit rund fünf Zentimetern Abstand zur Fliesenkante, sonst reißt die Fliese vom Rand her oder der Dübel steht im Hohlraum des Klebebetts.
- Verfugt wird auf der Duschseite. Außen bleibt die Fuge offen, damit Feuchtigkeit, die einmal dahintergerät, wieder heraus kann statt eingeschlossen zu stehen.
Für leichte feste Teile gibt es Klebesysteme ohne jede Bohrung. Sie sind die richtige Wahl, wenn die Abdichtung geschlossen bleiben soll, und die falsche für Türen: Eine Tür arbeitet bei jedem Öffnen am Anschluss.
Was wir nicht tun: die Abtrennung in den Bodenaufbau einbinden. Das Glas steht auf der fertigen Fliese und lässt sich in fünfzehn Jahren austauschen, ohne dass jemand den Boden öffnet. Wie hoch dieser Aufbau wird, steht unter bodengleiche Dusche.
Preise und Lieferzeit
| Abtrennung | mit Montage |
|---|---|
| Nischentür, 8 mm, Standardmaß | 600 bis 1.400 Euro |
| Eckeinstieg aus zwei Elementen | 900 bis 2.000 Euro |
| feste Walk-in-Scheibe 100 bis 120 cm, 8 mm | 700 bis 1.800 Euro |
| Walk-in mit beweglichem Spritzschutz | 1.000 bis 2.200 Euro |
| Sondermaß, Dachschräge oder 10 mm bis zur Decke | ab 1.800 Euro |
| Beschichtung werkseitig, je Element | 60 bis 150 Euro |
Die Wartezeit steckt in der Fertigung: Maßanfertigungen brauchen sechs bis zehn Wochen, und weil gehärtetes Glas danach weder geschnitten noch gebohrt werden kann, nehmen wir jedes Maß an der fertigen Wand ab und nicht aus dem Plan. Wie das in die Termine passt, steht im Zeitplan, der Anteil am Gesamtpreis unter Badsanierung Kosten.
Wovon wir abraten
- Rahmenlos an eine unsanierte Altbauwand: Die Fuge läuft keilförmig zu, und das sieht man von der Badtür aus sofort.
- 6 Millimeter in einer Tür über einem Meter Breite.
- Eine unten laufende Schiebeschiene auf einer bodengleichen Fläche.
- Glas bis zur Decke in einem Bad ohne Abluft. Was nicht abtrocknet, wird zum Schimmelthema.
Beim Aufmaß entscheiden Sie mit
Die Wolfermann GmbH ist ein Sanitär-Meisterbetrieb mit über 40 Jahren Erfahrung, gearbeitet wird im gesamten Berliner Bestand: Gründerzeitwohnung, Nachkriegszeile, Platte, Neubau. Beim Aufmaß messen wir die Wand, prüfen Lot und Ebenheit und sagen Ihnen, welche Bauart in Ihrem Bad funktioniert und wo die Beschläge ankern müssen. Der Termin kostet nichts, vor Ort oder per Videocall.
Für ein erstes Gespräch genügen zwei Angaben: die Länge Ihrer Duschfläche in Laufrichtung des Wassers und die freie Fläche davor. Steht ohnehin mehr an, lesen Sie vorher Dusche statt Wanne und kleines Bad.
Ob bei Ihnen eine Walk-in-Scheibe genügt oder eine Tür nötig ist, hängt an Spritzweite und Grundriss. Das lässt sich unter 030 4173 3464 in fünf Minuten einschätzen.