Die Aufbauhöhe entscheidet, nicht die Fläche
Bei einer bodengleichen Dusche wird zuerst über die Größe gesprochen, dabei fällt die Entscheidung eine Ebene tiefer. Unter der fertigen Fliese müssen Ablauf, Gefälle, Abdichtung und Estrich übereinander Platz finden, und was dort nicht hineingeht, lässt sich durch keine Planung ausgleichen.
Zwei Begriffe werden dabei regelmäßig verwechselt, und daraus entsteht der meiste Ärger. Die Einbauhöhe ist der Ablaufkörper allein, so wie er im Katalog steht, ohne Gefälle, Abdichtung, Estrich und Fliese. Die Aufbauhöhe ist der Abstand von der Rohdecke bis zur Oberkante der fertigen Fliese, also alles zusammen. Über die Machbarkeit entscheidet die Aufbauhöhe, und sie ist zugleich die einzige Zahl, die Sie selbst nachmessen können. Jede Angabe auf dieser Seite sagt deshalb dazu, welche von beiden gemeint ist.
Im Berliner Altbau liegen zwischen Rohdecke und fertiger Fliese häufig 12 bis 16 Zentimeter, in Bauten der Fünfziger- bis Siebzigerjahre oft nur 8 bis 10. Ein erster Anhaltspunkt ist die Türschwelle zum Flur, sicher ist die Zahl aber erst, wenn der alte Belag herunter ist.
Was die einzelnen Ablaufsysteme brauchen
In der linken Zahlenspalte steht der Ablaufkörper für sich, in der rechten der ganze Aufbau von der Rohdecke bis zur Oberkante der Fliese. Verglichen wird mit dem, was Ihr Boden hergibt, immer die rechte.
| Ablaufsystem | Einbauhöhe des Ablaufkörpers | Aufbauhöhe Rohdecke bis Fliese | Wofür |
|---|---|---|---|
| Punktablauf, Standard, waagerechter Abgang DN 50 | 90 bis 110 mm | 120 bis 150 mm | der Normalfall bei Sanierungen |
| Flacher oder extraflacher Punktablauf | 65 bis 90 mm | 95 bis 120 mm | Altbau mit knapper Höhe |
| Duschrinne im Boden, Standard | 90 bis 120 mm | 120 bis 150 mm | große Fliesenformate |
| Flache Duschrinne | 65 bis 90 mm | 95 bis 120 mm | Rinne, wo die Höhe fehlt |
| Wandablauf oder Wandablaufrinne | rund 70 mm, sitzt in der Vorwand | 70 bis 100 mm | wenn es unten eng wird |
| Extraflache Duschfläche, aufgesetzt | entfällt | kein Bodenaufbau, 25 bis 35 mm Einstieg | wenn gar nichts mehr geht |
Ein Punktablauf mit senkrechtem Abgang, der nach unten in die Decke geht, kommt in der Sanierung praktisch nicht vor. Er setzt voraus, dass unter dem Bad Platz für das Rohr ist und die Decke geöffnet werden darf, und das ist eine Frage für den Tragwerksplaner.
Eine Zahl fehlt in jedem Prospekt, und sie kippt die Planung am häufigsten: die Strecke bis zum Fallrohr. Das Abwasserrohr fällt mit 1 bis 2 Zentimetern je Meter. Liegt der Anschluss drei Meter entfernt, fehlen am Ablauf bis zu 6 Zentimeter Höhe, die der Boden zusätzlich hergeben muss. Deshalb landet die Dusche in der Sanierung meistens dort, wo vorher die Wanne stand.
Das Gefälle: 1,5 bis 2 Prozent
Die Fläche muss zum Ablauf hin fallen, und zwar mit 1,5 bis 2 Prozent, also 1,5 bis 2 Zentimetern je Meter. Darunter bleiben Pfützen stehen. Deutlich darüber merken Sie die Neigung unter den Füßen, ein Duschhocker steht nicht mehr sicher, und das Wasser schießt über die Kante hinaus.
Praktisch heißt das: Bei einer Fläche von 100 mal 100 Zentimetern mit mittigem Punktablauf beträgt der Weg vom Rand zum Ablauf 50 Zentimeter, das Gefälle also rund 1 Zentimeter. Bei einer 120 Zentimeter tiefen Fläche mit Rinne an der Wand werden daraus 1,8 bis 2,4 Zentimeter über die ganze Tiefe. Diese Zentimeter stecken in der Aufbauhöhe aus der Tabelle; fehlen sie, steht die Duschfläche am Rand höher als der übrige Boden, und die Schwelle, die Sie vermeiden wollten, ist wieder da.
Die Glasabtrennung steht am besten neben der Gefällekante und nicht auf ihr, sonst steht die Scheibe schief in der Flucht.
Wie groß die Fläche wird
Die Größe der Duschfläche ist die zweite Entscheidung und die leichtere, weil sie sich am Grundriss ablesen lässt und nicht am Boden. 80 mal 80 Zentimeter sind die Untergrenze, ab 90 mal 90 wird es alltagstauglich, und 120 mal 120 ist nach DIN 18040-2 die stufenlose Bewegungsfläche. In der Nische einer alten 170er Wanne entstehen meist 160 mal 75 oder, mit einem Stück Vorwand, 120 mal 90 Zentimeter.
Welches Maß zu Ihrem Grundriss passt, wie breit der Einstieg dann noch ausfällt und welche Kabine darauf steht, ist vollständig unter Duschtasse Maße beschrieben. Was daneben an Bewegungsfläche frei bleiben muss, steht unter kleines Bad und barrierefreies Bad.
Was der Ablauf schlucken muss
Eine normale Handbrause gibt 8 bis 12 Liter je Minute ab, eine große Kopfbrause 15 bis 25. Ein Bodenablauf in DN 50 muss nach DIN EN 1253 mindestens 0,8 Liter je Sekunde abführen, gemessen bei 20 Millimetern Stauhöhe; übliche Bauformen liegen bei 0,8 bis 0,9 Liter je Sekunde, also 48 bis 54 Liter je Minute. Das reicht, solange nicht beide Brausen gleichzeitig laufen.
Der Geruchsverschluss braucht üblicherweise 50 Millimeter Sperrwasser. Flachere Bauformen gibt es, sie setzen aber regelmäßige Nutzung voraus, weil das Wasser sonst verdunstet und der Geruch aus dem Rohr in den Raum steigt. Und das Haarsieb muss sich ohne Werkzeug herausnehmen lassen, sonst wird es nicht gereinigt.
Bodengleich im Altbau
Über einer Betondecke ist die Sache meist einfach: Entweder die Aufbauhöhe reicht, oder sie reicht nicht. In die Decke hinein gearbeitet wird nur, wenn Statik und Bewehrung das hergeben, und das ist eine Frage für den Tragwerksplaner, nicht für die Baustelle.
Über einer Holzbalkendecke liegt der Fall anders, und in Berliner Altbauten ist das der Regelfall. Ein schwimmender Zementestrich scheidet meist aus, und zwar nicht wegen der Höhe allein: Nach DIN 18560-2 braucht er rund 45 Millimeter über der Dämmung und wiegt damit etwa 90 Kilogramm je Quadratmeter, Fliesen und Kleber kommen mit gut 25 hinzu. Diese Last liegt dauerhaft auf der Decke. Sie zählt zur ständigen Last und kommt zu allem hinzu, was die Decke ohnehin trägt; mit der Nutzlast, die für Menschen und Einrichtung reserviert ist, lässt sie sich nicht verrechnen. Ob eine alte Balkenlage diese Zusatzlast aufnimmt, entscheidet der Statiker und niemand sonst.
Wir bauen dort trocken auf: ein Duschelement aus Hartschaum, Trockenestrichplatten daneben, ein Wandablauf und ein Abwasserrohr zwischen den Balken. Durch einen Balken geht es nicht, angeschnitten wird er nur mit Freigabe eines Statikers. Weil eine Holzbalkendecke arbeitet, gehören eine steife Fläche und eine Entkopplung unter die Fliesen, sonst reißen die Fugen. Mehr dazu unter Bad im Altbau.
Die Abdichtung darunter
Ohne Verbundabdichtung nach DIN 18534 ist eine bodengleiche Dusche keine, sondern ein Schaden mit Verzögerung. Abgedichtet werden die Bodenfläche, die Wandanschlüsse bis mindestens 20 Zentimeter über die höchste Entnahmestelle sowie jede Ecke, Kehle und Rohrdurchführung mit Dichtband und Manschette. Der Nachweis gehört in Ihre Unterlagen, siehe Gewährleistung.
Was sich später nicht mehr korrigieren lässt
Drei Dinge fallen auf dieser Baustelle endgültig, und alle drei liegen unter der Fliese.
Das erste ist die Reihenfolge. Wer die Duschfläche zeichnet, bevor die Aufbauhöhe feststeht, plant an einer Unbekannten entlang; erst kommt die Zahl aus dem Boden, dann die Skizze. Das zweite ist das Gefälle: Bei 3 Prozent steht ein Hocker schief, und das Wasser läuft über die Kante in den Raum, statt in den Ablauf zu fließen. Nachträglich ändern lässt sich daran nichts, ohne den Estrich wieder aufzunehmen.
Das dritte betrifft die Glaswand. Steht sie auf der Gefällekante, ist sie nicht im Lot, und unten bleibt eine Fuge, die nie ganz dicht wirkt, egal wie sauber sie verfugt wird. Die Scheibe gehört deshalb neben die Kante, und das muss beim Aufmaß feststehen, weil Glas auf Maß gefertigt wird.
Wir messen die Höhe bei Ihnen nach
Die Wolfermann GmbH ist ein Meisterbetrieb für Badbau mit über 40 Jahren Erfahrung und arbeitet im gesamten Berliner Stadtgebiet und im südwestlichen Umland. Abbruch, Installation, Abdichtung und Fliesenarbeit liegen bei uns in einer Hand, und das zählt bei einer bodengleichen Dusche mehr als anderswo: Die Abdichtung ist genau die Stelle, an der getrennt beauftragte Gewerke sich im Schadensfall gegenseitig die Verantwortung zuschieben.
Beim Aufmaß messen wir über Türschwelle und Anschlusshöhen zurück, wo es geht auch am geöffneten Belag, und die Entfernung zum Fallrohr messen wir mit. Danach steht fest, welches Ablaufsystem in Ihr Bad geht und ob es ganz bodengleich wird oder mit einer aufgesetzten extraflachen Duschfläche. Für diese Auskunft berechnen wir nichts, und eine Verpflichtung entsteht daraus auch nicht; das Anfrageformular auf dieser Seite genügt. Wie der Tausch von der Wanne zur Dusche abläuft, lesen Sie unter Dusche statt Wanne.