Warum im Bad andere Zahlen gelten
Ein Wohnzimmer wird auf 20 Grad ausgelegt, ein Bad auf 24. Diese vier Grad bedeuten je nach Gebäude 20 bis 30 Prozent mehr Wärme auf derselben Fläche. Dazu kommt, dass man im Bad nass steht und jeden Luftzug spürt und dass nach dem Duschen Feuchtigkeit aus dem Raum muss. Ein warmer Raum trocknet schneller ab, und das ist weniger eine Frage des Komforts als eine der Bausubstanz; wie die Lüftung dazugehört, steht unter Lüftung im Bad.
Als grobe Richtung für den Wärmebedarf im Bad haben sich diese Werte bewährt:
| Gebäude | Watt je m² | Bad 4 m² | Bad 5 m² | Bad 8 m² |
|---|---|---|---|---|
| Altbau, ungedämmt | 130 bis 150 | 520 bis 600 W | 650 bis 750 W | 1.040 bis 1.200 W |
| Fenster neu, teilgedämmt | 90 bis 110 | 360 bis 440 W | 450 bis 550 W | 720 bis 880 W |
| gut gedämmt, Neubau | 60 bis 75 | 240 bis 300 W | 300 bis 375 W | 480 bis 600 W |
Ein innen liegendes Bad ohne Außenwand liegt unter diesen Werten, weil es ringsum an beheizte Räume grenzt; ein Eckbad im obersten Geschoss liegt darüber. Die Faustzahl ersetzt keine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, sie zeigt aber in einer Minute, ob ein Heizkörper überhaupt in die richtige Größenordnung fällt.
Die Zahl auf dem Datenblatt ist nicht die Zahl in Ihrem Bad
Hier kippen die meisten Rechnungen. Die Norm-Wärmeleistung eines Heizkörpers wird nach DIN EN 442 bei 75 Grad Vorlauf, 65 Grad Rücklauf und 20 Grad Raumtemperatur gemessen. Diese Bedingungen erreicht heute kaum eine Anlage. Eine Wärmepumpe oder eine Brennwerttherme mit abgesenktem Vorlauf arbeitet mit 55 bis 60 Grad, und im Bad sollen es nicht 20, sondern 24 Grad werden.
| Vorlauf / Rücklauf / Raum | davon bleiben |
|---|---|
| 75 / 65 / 20 Grad | 100 Prozent |
| 70 / 55 / 24 Grad | rund 70 Prozent |
| 60 / 50 / 24 Grad | rund die Hälfte |
| 55 / 45 / 24 Grad | 40 bis 45 Prozent |
Aus 1.000 Watt auf dem Papier werden bei 55 Grad Vorlauf also gut 400. Fragen Sie beim Angebot deshalb nach der Leistung bei Ihrer Vorlauftemperatur, nicht nach der Katalogzahl.
Handtuchheizkörper oder Flachheizkörper
Der Leiterheizkörper, also der klassische Handtuchheizkörper mit waagerechten Sprossen, ist die schwächste Bauform je Quadratmeter Wandfläche. Dafür hängt das Handtuch dort, wo es hingehört, und er baut flach.
| Breite x Höhe | 75/65/20 Grad | bei 55 Grad Vorlauf |
|---|---|---|
| 50 x 80 cm | 300 bis 350 W | 130 bis 150 W |
| 50 x 120 cm | 450 bis 550 W | 190 bis 230 W |
| 60 x 120 cm | 550 bis 650 W | 230 bis 280 W |
| 60 x 150 cm | 700 bis 850 W | 300 bis 360 W |
| 60 x 180 cm | 850 bis 1.000 W | 360 bis 430 W |
| 75 x 180 cm | 1.000 bis 1.200 W | 430 bis 510 W |
Der Flachheizkörper leistet auf derselben Wandfläche das Zwei- bis Dreifache. Ein Typ 22 mit 60 x 100 Zentimetern bringt bei 75/65/20 rund 1.500 Watt, ein Typ 11 derselben Größe rund 800, ein Typ 33 rund 2.000. Er baut tiefer und sieht nüchterner aus, aber er wird warm. Es gibt ihn mit angesetztem Handtuchhalter, und das ist in einem kalten Altbaubad oft die ehrlichere Lösung als ein 180 Zentimeter hoher Leiterheizkörper, der die Zahl trotzdem nicht schafft.
Badheizkörper mit geschlossener Front liegen dazwischen: mehr Leistung als eine Leiter gleicher Größe, dafür weniger Sprossen zum Einhängen.
Bauhöhe, Breite und die Stelle an der Wand
Übliche Breiten sind 40, 50, 60 und 75 Zentimeter, übliche Bauhöhen 80, 120, 150 und 180 Zentimeter. Unten bleiben 12 bis 15 Zentimeter Abstand zum fertigen Boden, damit Luft nachströmt und der Wischer durchkommt. Zur Wand hin sind 3 bis 5 Zentimeter üblich.
Die Höhe hat eine praktische Grenze. Bei 180 Zentimetern Bauhöhe und 15 Zentimetern Bodenabstand liegt die oberste Sprosse auf 195 Zentimetern, und dort hängt niemand mehr ein Handtuch ein. Benutzt wird der Bereich zwischen 90 und 170 Zentimetern. Ein Modell von 60 x 150 Zentimetern ist deshalb im Alltag oft sinnvoller als eines von 50 x 180, obwohl beide ähnlich viel leisten.
Der alte Platz unter dem Fenster stammt aus einer Zeit ohne dichte Fenster. Heute ist die Wand neben dem Duschausgang meist die bessere, weil Sie das Handtuch im Nassen erreichen. Zwei Dinge gehören dazu: ein Thermostatkopf mit Fernfühler oder Ferneinsteller, weil ein Kopf an einem hohen Heizkörper in der aufsteigenden warmen Luft sitzt und viel zu früh abregelt, und der Blick auf die Elektrik, denn in den Schutzbereichen um Dusche und Wanne gilt die DIN VDE 0100-701. Wo am Ende welche Wand frei bleibt, entscheidet sich beim Grundriss, siehe Bad planen.
Beim Tausch zählt der Anschluss: Ein Mittelanschluss mit 50 Millimetern Nabenabstand lässt sich meist eins zu eins ersetzen, ein alter Seitenanschluss verlangt neue Anbindungen. Solange die Wand offen ist, ist das eine kleine Position; danach muss dafür eine fertige Wand wieder auf.
Der elektrische Zusatzbetrieb
Von Mai bis September steht die Heizung still, und genau dann bleibt das Handtuch klamm. Ein Heizstab mit 300 bis 600 Watt im unteren Anschluss löst das. Zwei Stunden täglich mit 600 Watt sind 1,2 Kilowattstunden, also rund 40 Cent am Tag.
Im Mischbetrieb bleibt der Heizkörper am Heizkreis und bekommt zusätzlich den Heizstab. Damit sich das erwärmte Wasser ausdehnen kann, muss der Rücklauf zur Anlage hin offen bleiben; dafür sitzt ein Duo-T-Stück im Anschluss. Rein elektrische Modelle kommen ab Werk mit Wärmeträgerflüssigkeit gefüllt und brauchen gar keine Heizungsleitung.
In beiden Fällen gehört der Anschluss auf einen eigenen Stromkreis mit einem Fehlerstromschutzschalter von 30 Milliampere, und Stecker oder Anschlussdose liegen außerhalb des Bereichs von 60 Zentimetern um die Dusche.
Zusammenspiel mit der Fußbodenheizung
Eine Fußbodenheizung im Bad ist angenehm und als alleinige Wärmequelle trotzdem selten ausreichend. Der Grund ist die belegbare Fläche: In einem Bad von fünf Quadratmetern bleiben nach Abzug von Dusche, WC und Möbel oft nur 2,5 bis 3 Quadratmeter, unter denen überhaupt Rohre liegen dürfen. Bei einer Oberflächentemperatur von etwa 33 Grad, die nach DIN EN 1264 im Bad zulässig ist, ergibt das rund 200 bis 300 Watt.
Die übliche Kombination sieht deshalb so aus: die Fußbodenheizung hält den Boden warm und deckt die Grundlast, ein Handtuchheizkörper von 50 x 120 oder 60 x 120 Zentimetern bringt die Spitze und trocknet die Handtücher. Beides läuft auf getrennten Kreisen, sodass der Handtuchheizkörper im Sommer über den Heizstab funktioniert.
Eine wassergeführte Fußbodenheizung braucht im Nassaufbau 5 bis 7 Zentimeter Höhe, im Trockensystem weniger. Reicht das nicht, bleibt die elektrische Heizmatte: 3 bis 5 Millimeter Aufbau im Fliesenkleber, 100 bis 150 Watt je Quadratmeter, nach 20 bis 30 Minuten spürbar. Sie ist eine Komfortheizung für den Boden und keine Raumheizung. Wo im Altbau die Höhe herkommt, steht unter Badsanierung im Altbau.
Drei Fehler, die im Februar auffallen
Nach Katalogleistung ausgewählt. 1.000 Watt auf dem Datenblatt sind bei 55 Grad Vorlauf gut 400. Diese Umrechnung fehlt in fast jeder Beratung.
Den Heizkörper zu spät bestellt. Steht erst nach dem Fliesen fest, dass er breiter werden muss, sitzen die Anbindungen an der falschen Stelle.
Die Voreinstellung am Ventil vergessen. Nach einem Tausch muss das Ventil neu eingestellt werden, sonst bekommt der neue Heizkörper zu wenig Wasser und die Nachbarräume zu viel.
Wir rechnen das beim Aufmaß nach
Die Wolfermann GmbH ist ein Meisterbetrieb für Badbau mit über 40 Jahren Erfahrung und arbeitet in ganz Berlin und im südwestlichen Umland. Heizung und Elektrik planen bei uns dieselben Leute, die später auch die Wand schließen, und beim Heizkörper zahlt sich das am unmittelbarsten aus: Anbindung, Steckdose für den Heizstab und Fliesenraster müssen an einer Stelle zusammenpassen, die nach dem Verputzen nicht mehr zugänglich ist.
Beim Aufmaß nehmen wir Fläche, Baujahr, Fensterzustand und Vorlauftemperatur auf und sagen Ihnen, welche Bauhöhe und Breite die gewünschte Leistung tatsächlich bringt, und zwar umgerechnet auf Ihre Anlage und nicht nach Katalog. Der Termin ist kostenlos, vor Ort ebenso wie im Videocall. Anschließend steht der Heizkörper mit Maß, Anschluss und Preis im Festangebot; einordnen lässt sich der Betrag über die Kosten einer ganzen Badsanierung.