Die Maße, die es tatsächlich gibt
Duschwannen werden in einem Raster gebaut, und das macht die Auswahl einfacher, als sie zunächst wirkt. Quadratisch sind 80 x 80, 90 x 90, 100 x 100 und 120 x 120 Zentimeter üblich, rechteckig 100 x 80, 120 x 80, 120 x 90, 140 x 90 und 160 x 90. Längen bis 180 Zentimeter gibt es für den Streifen, auf dem vorher die Badewanne lag.
Ein Punkt wird dabei oft übersehen: Das Nennmaß ist das Außenmaß. Bei einer Wanne mit umlaufendem Rand stehen Sie innen auf 5 bis 10 Zentimetern weniger, aus 80 x 80 werden also rund 72 x 72. Bei einer bodengleichen Fläche, die bündig in den Belag läuft, ist das Nennmaß gleich der Standfläche, und genau deshalb wirkt dieselbe Zahl dort großzügiger.
| Maß | Standfläche | Wofür |
|---|---|---|
| 80 x 80 cm | 0,64 m² | untere Grenze, enges Bad |
| 90 x 90 cm | 0,81 m² | der häufigste Fall |
| 100 x 80 cm | 0,80 m² | Nische, wo die Breite fehlt |
| 120 x 90 cm | 1,08 m² | bequem, Platz für die Kopfbrause |
| 120 x 120 cm | 1,44 m² | Duschsitz, zu zweit, barrierefrei |
| 170 x 80 cm | 1,36 m² | auf dem Platz der alten Wanne |
Viertelkreise mit 80 x 80 oder 90 x 90 Zentimetern sparen in der Ecke Weg, kosten je nach Radius aber rund ein Zehntel der Standfläche, und die gebogene Scheibe ist im Alltag schwerer sauber zu halten als eine gerade. Wir bauen sie deshalb selten.
Ab wann es bequem wird
Die Schulterbreite eines Erwachsenen liegt bei 45 bis 50 Zentimetern. Beim Einseifen und beim Haarewaschen gehen die Ellenbogen nach außen, und dafür braucht es etwa 70 Zentimeter. Zum Bücken, um die heruntergefallene Seife aufzuheben, sind rund 80 Zentimeter nötig.
Daraus ergibt sich eine einfache Reihenfolge. 80 x 80 Zentimeter funktionieren, aber man merkt jede Bewegung. Ab 90 x 90 hört das auf. Bei 100 x 80 gewinnen Sie genau die Richtung, in die man sich dreht. Und 120 x 90 ist das Maß, ab dem eine große Kopfbrause Sinn ergibt, weil der Strahl vollständig in der Fläche bleibt.
Vor dem Einstieg sollten 55 bis 60 Zentimeter frei bleiben, besser 90 Zentimeter Breite. Diese Fläche darf sich mit der vor dem Waschtisch überschneiden, was auf kleinem Grundriss vieles rettet, siehe kleines Bad.
Nische, Ecke oder Walk-in
Die Nische liegt zwischen zwei Wänden, eine Seite ist offen. Sie ist die dichteste und die günstigste Lösung, weil nur ein Element gebraucht wird: eine Drehtür, eine Falttür oder eine Schiebetür. Eine Drehtür schlägt nach außen auf und braucht davor freie Fläche, eine Falttür kommt mit etwa der Hälfte aus.
Die Ecke hat zwei offene Seiten und bekommt zwei Elemente. Beim Eckeinstieg mit zwei Schiebeteilen bleibt jeweils rund die Hälfte der Seite offen, aus 90 Zentimetern werden also etwa 45. Das ist knapp. Angenehmer ist eine feste Scheibe an der langen Seite und eine Pendeltür an der kurzen.
Walk-in heißt: eine feste Scheibe, keine Tür, keine Dichtlippe, nichts, was verkanten kann. Dafür braucht die Duschfläche Länge, in der Praxis ab etwa 120 Zentimetern. Die Scheibe ist 90 bis 120 Zentimeter breit, dahinter bleiben 40 bis 50 Zentimeter als Puffer offen; ab 100 Zentimetern Breite gehört zu 8 Millimetern Glas eine Stabilisierungsstange. Die Brause zeigt nach hinten, nie in Richtung der offenen Seite.
Für ein Bad, das später mit Rollator oder Duschsitz funktionieren soll, gilt nach DIN 18040-2 eine stufenlose Fläche von 120 x 120 Zentimetern, in rollstuhlgerechten Wohnungen 150 x 150; Übergänge dürfen dort, wo sie sich nicht vermeiden lassen, höchstens 2 Zentimeter hoch sein. Alles Weitere dazu steht unter barrierefreies Bad.
Was im schmalen Altbaubad übrig bleibt
Vier bis fünf Quadratmeter, die Wanne quer an der Schmalseite, das WC daneben: So sieht ein großer Teil der Berliner Bäder aus. In der Ecke sind dort 90 x 90 Zentimeter das Maß, mit dem wir am häufigsten arbeiten. Es lässt vor dem Einstieg 55 bis 60 Zentimeter frei und nimmt dem Raum nicht die Mitte.
Stand vorher eine Wanne von 170 x 75 Zentimetern, liegt die Sache anders. Auf ihrer Fläche passt eine Dusche von 120 x 80 oder 120 x 90, und die restlichen 50 Zentimeter werden Waschtisch, Hochschrank oder schlicht Weg. Wer die ganze Länge als Duschfläche ausbaut, gewinnt eine großzügige Dusche und verliert den Stauraum; das ist eine Entscheidung und kein Rechenfehler. Die Abwägung im Einzelnen steht unter Dusche statt Wanne.
Die Grenze zieht am Ende aber selten die Fläche, sondern die Höhe unter dem Boden. Ob die Dusche bündig in den Belag läuft oder als flache Wanne darauf steht, entscheidet die Aufbauhöhe von der Rohdecke bis zur Oberkante der Fliese: 120 bis 150 Millimeter für einen Punktablauf, 70 bis 100 für einen Wandablauf. Über einer Holzbalkendecke mit Schüttung ist davon manchmal wenig vorhanden. Welches System dann noch geht und was passiert, wenn gar nichts mehr passt, steht vollständig unter bodengleiche Dusche; was im Altbau sonst unter dem Boden wartet, unter Badsanierung im Altbau.
Material, Ablauf und Preis
Stahl-Email ist der robusteste Werkstoff, kalt unter den Füßen und günstig; eine Antidröhnbeschichtung nimmt das Trommeln beim Duschen. Mineralwerkstoff fühlt sich wärmer an und lässt sich auf Maß schneiden. Acryl ist der billigste Weg, verlangt aber ein vollflächiges Mörtelbett, sonst federt der Boden. Wird gefliest, gehört in den Duschbereich eine matte Oberfläche der Bewertungsgruppe B nach DIN 51097; welches Format sich sonst bewährt, steht unter Badfliesen.
| Position | Spanne |
|---|---|
| Wanne Stahl-Email 90 x 90 cm | 150 bis 400 Euro |
| bodengleiches Element mit Ablauf | 400 bis 900 Euro |
| Nischentür aus Glas | 300 bis 800 Euro |
| feste Walk-in-Scheibe, 8 mm | 400 bis 1.200 Euro |
Das ist reines Material. Der Tausch von Wanne gegen bodengleiche Dusche liegt einschließlich Abdichtung, Fliesen und Glas bei 4.500 bis 9.000 Euro und dauert drei bis fünf Arbeitstage; die vollständigen Preisspannen einer Badsanierung stehen an eigener Stelle.
Wo die Fläche nachträglich nicht mehr wächst
Duschmaße werden häufig am Prospekt entschieden und erst danach an der Wand geprüft. Das geht so lange gut, bis die bestellte Wanne da ist und die Badtür dagegen schlägt. Die Reihenfolge ist umgekehrt: Zuerst steht die Fläche fest, die der Grundriss hergibt, danach kommt das Glas, das ohnehin auf Maß gefertigt wird.
Die zweite Zahl, die dabei untergeht, ist der Einstieg. 90 Zentimeter Nische klingen großzügig, aber Profil und Scharnier ziehen davon rund 30 ab, und übrig bleiben 55 bis 60 Zentimeter lichte Breite. Fragen Sie im Angebot deshalb nach dem lichten Maß und nicht nach dem Rohmaß der Nische, sonst vergleichen Sie zwei verschiedene Dinge.
Und wenn es am Ende um zehn Zentimeter geht, die entweder die Dusche oder der Waschtisch bekommt: In der Dusche stehen Sie jeden Morgen mehrere Minuten, am Waschtisch Sekunden, und ein zehn Zentimeter flacheres Becken fällt beim Waschen kaum auf. Die zehn Zentimeter sind in der Dusche besser angelegt.
Beim Aufmaß messen wir Ihre Ecke nach
Die Wolfermann GmbH ist ein Meisterbetrieb für Badbau mit über 40 Jahren Erfahrung und arbeitet in ganz Berlin und im südwestlichen Umland. Wanne, Ablauf, Abdichtung, Fliesen und Glas kommen dabei aus einer Hand und stehen in einem Festpreis, was bei einer Dusche den praktischen Vorteil hat, dass das Glas erst nach dem Fliesen aufgemessen wird und deshalb auch bei einer schiefen Altbauwand passt.
Beim Aufmaß nehmen wir die Ecke auf, prüfen die verfügbare Höhe im Boden und sagen Ihnen, welche Duschfläche möglich ist und welcher Einstieg dazu passt. Für das erste Gespräch genügt oft ein Videocall mit dem Maßband an der Wand, ein Termin vor Ort ist aber jederzeit möglich, und beides ist kostenlos. Wie so eine Baustelle abläuft, steht unter Badsanierung Ablauf.