Die Maße, die fast jedes Bad abdecken
Badewannen werden in festen Rastern gebaut, weil sie in Nischen passen müssen. Fünf Längen decken fast alle Bäder ab.
| Wanne | Wasser bis zum Überlauf | Wofür |
|---|---|---|
| 140 × 70 cm | 90 bis 120 l | Raumsparwanne, meist mit Sitzstufe |
| 150 × 70 cm | 110 bis 140 l | kleines Bad, kurze Nische |
| 160 × 70 cm | 130 bis 160 l | Standard in vielen Altbauten |
| 170 × 75 cm | 150 bis 190 l | das häufigste Maß überhaupt |
| 180 × 80 cm | 190 bis 230 l | Komfortmaß, ab etwa 8 m² Bad |
Der Wannenkörper ist 40 bis 45 Zentimeter hoch, das Wasser steht bis zum Überlauf 30 bis 35 Zentimeter tief. Gebadet wird in einer 170er meist mit 100 bis 140 Litern, weil der Körper den Rest verdrängt.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Außenmaß, Innenmaß und Liegelänge. Am oberen Rand gemessen ist eine Wanne innen nur 5 bis 10 Zentimeter kürzer als außen, denn es fehlen lediglich die beiden Randstärken. Der flache Boden darunter ist aber noch einmal deutlich kürzer, weil die Wanne an Kopf- und Fußende schräg anläuft: Bei einer 170er bleiben davon etwa 145 bis 155 Zentimeter, also 15 bis 25 Zentimeter weniger als das Außenmaß. Deshalb sitzt jemand mit 1,85 Metern in einer 170er mit angewinkelten Knien; wer ausgestreckt liegen möchte, braucht 180 bis 190 Zentimeter Außenmaß.
Die Nische bestimmt die Wanne
Gemessen wird nicht die Wanne, sondern die Öffnung, in die sie hineingeht. Die Nische sollte rund einen Zentimeter länger sein als das Außenmaß, damit sich die Wanne ausrichten lässt. Der Spalt wird nicht mit Silikon gefüllt, sondern mit einem Dichtband unter der Fliese abgedichtet; das Silikon obenauf ist nur die Wartungsfuge.
Eine schiefe Wand fällt hier sofort auf. Im Altbau laufen Nischen häufig 1 bis 3 Zentimeter auseinander, und eine Wanne, die vorn passt, klemmt hinten. Deshalb wird an drei Stellen gemessen: oben, in Wannenhöhe und am Boden.
Die Randhöhe: das Maß, das über zwanzig Jahre entscheidet
Üblich sind 56 bis 60 Zentimeter Oberkante über dem fertigen Boden. Unter dem Wannenboden brauchen Ab- und Überlauf Platz, weshalb sich eine normale Wanne selten tiefer als 52 Zentimeter setzen lässt.
Über einen Rand von 60 Zentimetern steigt man mit siebzig anders als mit vierzig. Wenn Sie ohnehin gerade bauen, planen Sie deshalb drei Dinge mit: eine Randhöhe von 52 bis 55 Zentimetern, einen Haltegriff, der in der Wand verschraubt ist und nicht am Wannenrand klebt, und eine rutschhemmende Oberfläche. Das kostet auf der Baustelle wenig und lässt sich später nicht nachholen. Was sonst zu einem barrierefreien Bad gehört, steht an eigener Stelle.
Was vor der Wanne frei bleiben muss
An der Längsseite gehören 90 Zentimeter Breite und 55 Zentimeter Tiefe dazu, eng, aber machbar sind 70 mal 50. Gemessen wird ab der Außenkante der Schürze. Die Fläche darf sich mit der vor Waschtisch und WC überlappen.
Drei Dinge werden regelmäßig vergessen: der Schwenkbereich der Badtür, ein Heizkörper, der 10 bis 15 Zentimeter in den Raum ragt, und die Stelle, an der Sie nass aus der Wanne steigen. Ein Handtuchhalter zwei Schritte entfernt ärgert mehr als zehn Zentimeter weniger Wannenlänge.
Eckwanne, Raumsparwanne, Duschbadewanne
Die Eckwanne gilt als Lösung für kleine Bäder und ist das Gegenteil davon. Ein symmetrisches Modell von 140 mal 140 Zentimetern belegt rund 2 Quadratmeter, eine Rechteckwanne von 170 mal 75 nur etwa 1,3. Dazu der Wasserbedarf von 250 bis 350 Litern: Für 300 Liter mit 40 Grad brauchen Sie rund 180 Liter aus einem Speicher mit 60 Grad.
Die Raumsparwanne mit 120 bis 140 Zentimetern hat eine Sitzstufe an einem Ende: Man sitzt aufrecht im warmen Wasser, liegen kann man nicht. Unter 4 Quadratmetern Bad ist sie oft die einzige Wanne, die geht.
Die Duschbadewanne ist an einem Ende von 75 auf 85 bis 90 Zentimeter verbreitert und dort bodenflach. Mit einer Glasklappe wird daraus eine brauchbare Dusche. Steht nur eine Nische zur Verfügung und ist beides gefordert, ist das die sauberste Lösung; die Abwägung steht unter Badewanne oder Dusche.
Die freistehende Wanne braucht rundherum Luft: mindestens 20 Zentimeter zur Wand und 60 auf der Einstiegsseite. Unter 10 Quadratmetern Bad wird das selten schön.
Wanne raus, Dusche rein: die ehrliche Rechnung
Eine 170 mal 75 belegt rund 1,3 Quadratmeter, eine bodengleiche Dusche von 90 mal 90 nur 0,81, also gut zwei Drittel davon. Auf dem Papier gewinnen Sie knapp einen halben Quadratmeter, und meist wird die Dusche ohnehin größer gebaut, weil die Nische da ist.
Der Gewinn liegt woanders: Der Rand fällt weg, der Boden läuft durch, und die Fläche vor der Wanne wird nutzbar statt Abstand. In der alten Nische entsteht meist eine Duschfläche von 160 mal 75 oder, mit einem Stück Vorwand, 120 mal 90 Zentimetern. Welche Aufbauhöhe das verlangt, steht unter bodengleiche Dusche, der Ablauf des Umbaus unter Dusche statt Wanne.
Gewicht, Decke und Revisionsöffnung
Eine Acrylwanne von 170 mal 75 wiegt leer 15 bis 25 Kilogramm, eine Stahl-Email-Wanne 25 bis 40, eine gusseiserne 80 bis 130. Interessant ist die Summe im Betrieb: 170 Liter Wasser plus eine Person ergeben 280 bis 380 Kilogramm auf 1,3 Quadratmetern. Eine gefüllte Wanne zählt zur Nutzlast, und Wohnungsdecken sind nach der Norm auf 1,5 Kilonewton je Quadratmeter ausgelegt, also rund 150 Kilogramm. Bei einer Holzbalkendecke, einer großen Wanne oder einem gusseisernen Modell gehört deshalb ein Blick des Statikers dazu, siehe Bad im Altbau.
Ab- und Überlauf müssen zugänglich bleiben, über eine Revisionsklappe von etwa 30 mal 30 Zentimetern oder eine abnehmbare Schürze; wird das vergessen, öffnet der nächste Handwerker die Fliesen. Und die Wanne darf den Estrich nicht berühren: Sie steht auf einem Wannenträger und wird am Rand entkoppelt, sonst wandert jedes Einlaufgeräusch durch das Haus. Die Grenzwerte dafür stehen in der DIN 4109.
Vier Fehler, die beim Aufmaß auffallen
Die Wanne nach dem Prospekt gewählt und die Nische nicht gemessen. Drei Zentimeter schiefe Wand kippen jede Bestellung.
Den Rand auf 60 Zentimeter gesetzt, weil es immer so war. Fünf Zentimeter tiefer kosten während der Baustelle fast nichts.
Die Eckwanne im kleinen Bad. Sie frisst Fläche und Warmwasser gleichzeitig.
Keine Revisionsöffnung geplant. Sie lässt sich unauffällig setzen, aber nur vorher.
Beim Aufmaß nehmen wir die Nische auf
Die Wolfermann GmbH ist ein Meisterbetrieb für Badbau mit über 40 Jahren Erfahrung und arbeitet im gesamten Berliner Stadtgebiet und im südwestlichen Umland. Eine Wanne ist dabei selten eine Einzelposition: Meist hängen Fliesen, Vorwand und Anschlüsse mit daran, und weil diese Arbeiten bei uns nicht getrennt vergeben werden, steht am Ende ein Preis und nicht eine Reihe von Nachträgen.
Beim Aufmaß messen wir die Nische an drei Stellen, prüfen die Anschlusshöhen und rechnen die Randhöhe nach. Danach wissen Sie, welche Wanne hineingeht, was davor frei bleibt und was der Umbau zum Festpreis kostet. Das Aufmaß kostet nichts und verpflichtet Sie zu nichts; schreiben Sie uns über das Anfrageformular auf dieser Seite. In welchem Rahmen sich das Ganze bewegt, lesen Sie unter was eine Badsanierung kostet.