Was ein Erlebnisbad im Alltag ausmacht
Die meisten Badezimmer sind rein auf Funktion geplant, auf Hineingehen, Saubermachen und Hinausgehen. Ein Erlebnisbad gibt Ihnen einen Grund, länger zu bleiben, und es braucht dafür weniger, als viele vermuten: breites, weiches Wasser über den Schultern, warmen Dampf, ein Licht, das nicht blendet, und eine Fläche zum Sitzen. Aus fünf Minuten Morgenpflicht werden auf diese Weise gut fünfzehn.
Entscheidend sind dabei vier sehr praktische Dinge: die Menge Wasser, die auf die Haut trifft, die Wärme der Luft, die Farbe des Lichts und die Frage, ob Sie sich hinsetzen können. Teure Oberflächen spielen dafür kaum eine Rolle. Alles vier lässt sich in einem normalen Berliner Bad umsetzen, solange die Entscheidung vor dem Fliesen fällt und der Badumbau von Anfang an darauf ausgelegt wird.
Die Bausteine und was jeder von ihnen kann
Die Regendusche ist das Herzstück. Eine Kopfbrause mit 25 Zentimetern Kantenlänge trifft die Schultern breit genug, ohne dass der Strahl an der Abtrennung vorbeigeht. Modelle mit mehreren Strahlarten schalten zwischen feinem Regen, einem weichen Vollstrahl und einem kräftigeren Massagestrahl um. Montiert wird sie auf 210 bis 220 Zentimetern, damit auch groß gewachsene Menschen aufrecht darunter stehen.
Die Schwallbrause lässt einen breiten Wasserfall in den Nacken laufen, mit 20 bis 30 Litern je Minute. Sie ist nicht für den Dauerbetrieb gedacht, sondern für ein bis zwei Minuten zwischendurch, und braucht genau deshalb eine eigene, großzügig dimensionierte Zuleitung.
Die Dampfdusche verwandelt die Kabine in ein kleines Dampfbad. Bei 45 Grad und gesättigter Luft ist sie sanfter als eine Sauna und deshalb auch an Abenden möglich, an denen 90 Grad zu viel wären. Der Generator braucht fünf bis zwölf Minuten, bis der erste Dampf kommt, eine Sitzung dauert 15 bis 20 Minuten. Worin sich Dampf und trockene Hitze unterscheiden, lesen Sie unter Sauna im Bad.
Das farbige Licht ist der günstigste Baustein und derjenige, den man abends am deutlichsten merkt. Üblich ist ein LED-Band in Schutzart IP65 hinter einer Blende oder in der Nische, mit Schutzkleinspannung von 12 oder 24 Volt, dazu ein warmes Weiß für den Alltag und ein Farbprogramm für den Abend. Wie das Licht im übrigen Bad dazu passt, lesen Sie unter Licht im Bad, und wie sich Grund-, Spiegel- und Akzentlicht auf getrennte Kreise legen lassen, damit der Abend mit einem einzigen Taster anfängt, steht im Lichtkonzept.
Die Sitzbank wird regelmäßig unterschätzt. Gemauert und gefliest, mit einer Sitzhöhe von 45 bis 50 Zentimetern, einer Tiefe von 35 bis 40 und einer Breite ab 40, angenehm ab 60 Zentimetern. Sie hilft beim Dampfbad, beim Rasieren der Beine und später beim Duschen im Sitzen, weshalb sie zugleich ein sinnvoller Baustein für ein barrierefreies Bad ist.
Der Handtuchwärmer rundet den Abend ab. Ein elektrischer Heizstab mit 300 bis 600 Watt in einem Badheizkörper hält das Handtuch warm, auch wenn im Sommer die Heizung aus ist.
Passt das in Ihr Bad? Vier Zahlen entscheiden
Der Platz. Für eine Regendusche allein genügen 90 mal 90 Zentimeter. Mit Sitzbank sind 120 mal 90 die untere Grenze, angenehm wird es ab 120 mal 120. Eine Dampfkabine braucht einen dichten Abschluss bis zur Decke, also eine feste Tür statt einer Pendeltür, und eine Höhe von 210 bis 220 Zentimetern. Höher gebaut wird es nicht besser, weil sich der Dampf dann oben sammelt statt auf Sitzhöhe.
Der Wasserdruck und der Querschnitt. Am Auslass sollten mindestens 1,5 bar anliegen, angenehm sind 2 bis 3. Eine übliche Stichleitung mit 16 mal 2 Millimetern liefert etwa 12 bis 14 Liter je Minute und damit nicht mehr. Für eine große Regenbrause mit Schwall führen wir 20 mal 2 oder 25 mal 2,5 Millimeter bis zum Thermostat, dann sind 24 bis 38 Liter je Minute möglich.
Die Warmwasserleistung. An dieser Stelle scheitern die meisten Wunschduschen, und zwar meist erst im Winter, wenn das Zulaufwasser kalt ist. Ein Durchlauferhitzer mit 21 Kilowatt schafft rund 10 Liter je Minute auf 38 Grad, einer mit 24 Kilowatt knapp 12. Ein Speicher mit 120 Litern bei 60 Grad gibt etwa 210 Liter Mischwasser her, das sind bei 18 Litern je Minute knapp zwölf Minuten. Eine Regenbrause mit 20 Litern je Minute verlangt rechnerisch rund 39 Kilowatt.
Der Ablauf. Ein Bodenablauf mit DN 50 schafft je nach Bauhöhe 24 bis 48 Liter je Minute, während Kopfbrause und Schwall gleichzeitig auf 45 Liter kommen können. Läuft weniger ab, als ankommt, steht das Wasser im Duschbereich. Armatur und Ablauf planen wir deshalb gemeinsam und nicht nacheinander.
Was ein Erlebnisbereich in Berlin ungefähr kostet
| Was gemacht wird | Aufwand | Was das meist kostet |
|---|---|---|
| Regendusche mit Unterputz-Thermostat, Kopf- und Handbrause | 1 Arbeitstag | 1.200 bis 3.000 Euro |
| Mehrere Strahlarten, Seitenbrausen, zweiter Thermostat | 1 bis 2 Arbeitstage | 900 bis 2.500 Euro |
| Schwallbrause mit eigener Zuleitung | 1 Arbeitstag | 700 bis 2.000 Euro |
| Dampfgenerator, Steuerung, dichte Kabine mit Glasabschluss | 2 bis 4 Arbeitstage | 4.500 bis 12.000 Euro |
| Farbiges Licht in IP65 mit Steuerung und erreichbarem Netzteil | 3 bis 6 Stunden | 400 bis 1.200 Euro |
| Gemauerte, geflieste Sitzbank in der Dusche | 1 bis 2 Arbeitstage | 500 bis 1.300 Euro |
| Elektrischer Handtuchwärmer mit fester Anschlussdose | 3 bis 5 Stunden | 350 bis 900 Euro |
| Größerer Leitungsquerschnitt vom Verteiler bis zur Dusche | 1 bis 2 Arbeitstage | 800 bis 2.500 Euro |
Zusammengenommen liegt ein gut ausgestatteter Erlebnisbereich meist 6.000 bis 20.000 Euro über dem, was das neue Bad ohnehin kostet. Das sind übliche Größenordnungen aus Berlin und keine Angebote. Wie sich diese Posten in eine ganze Badsanierung einfügen, lesen Sie unter Badsanierung Kosten. Ihre eigene Zahl ermitteln wir beim kostenlosen Aufmaß, vor Ort oder per Videocall, und danach steht der Festpreis.
Wie der Einbau abläuft
Die Reihenfolge ist immer dieselbe, unabhängig von der Größe des Vorhabens. Zuerst kommt der Abbruch, ein bis zwei Tage. Danach werden Wasser, Abwasser und Strom verlegt, zwei bis drei Tage, und in dieser Phase entscheidet sich der Querschnitt, hier sitzt der Unterputz-Thermostat, und hier gehen die Leerrohre für Dampf und Licht in die Wand. Anschließend folgen Vorwand, Sitzbank und das Gefälle zum Ablauf, ein bis zwei Tage.
Die Abdichtung braucht einen eigenen Tag und danach Ruhe zum Trocknen. Erst dann wird gefliest, drei bis vier Tage, gefolgt vom Verfugen und einer weiteren Trockenzeit. Zuletzt kommen Glas, Armaturen, Leuchten und der Dampfgenerator, ein bis zwei Tage. Wird nur der Duschbereich umgebaut, sind das sechs bis neun Arbeitstage, bei einem kompletten Bad zehn bis fünfzehn. Wie ein solcher Umbau insgesamt abläuft, lesen Sie unter Badumbau.
Worauf Sie achten sollten
Die Abdichtung entscheidet über alles andere. Maßgeblich ist die DIN 18534. Eine bodengleiche Dusche im Wohnbau liegt in der Klasse W2-I, eine Dampfdusche in W3-I. Die Wandabdichtung muss mindestens 20 Zentimeter über die höchste Entnahmestelle reichen, und wenn die Kopfbrause auf 220 Zentimetern hängt, bedeutet das: bis zur Decke. Wird hier gespart, zeigen sich Feuchteschäden erfahrungsgemäß nach ein bis zwei Jahren an der Wand des Nachbarraums.
Die Lüftung ist bei Dampf keine Nebensache. Ein normales Bad braucht rund 60 Kubikmeter Abluft je Stunde, mit Dampfdusche rechnen wir mit etwa 100 und zusätzlich mit einem Nachlauf von zwanzig bis dreißig Minuten. Ohne diesen Nachlauf bleibt die Feuchte im Raum. Was dabei technisch möglich ist, auch in einem Bad ohne Fenster, lesen Sie unter Bad ohne Fenster lüften.
Das Kabinendach bekommt ein Gefälle. Zwei bis drei Grad genügen, damit das Kondensat zur Wand läuft und nicht auf den Kopf tropft.
Die Sitzbank braucht einen Träger, wenn sie an der Vorwand hängt. In eine 12,5 Zentimeter starke Vorwand gehört dafür eine Traverse, weil die Befestigung sonst keine 150 Kilogramm trägt.
Das Netzteil des LED-Bands kommt hinter eine Revisionsklappe und nie unter Putz, denn es geht erfahrungsgemäß vor dem Leuchtband kaputt und muss deshalb erreichbar bleiben.
Wo die Grenzen liegen
Berliner Wasser ist hart. Der Dampfgenerator will je nach Bezirk alle sechs bis zwölf Monate entkalkt werden, sonst sinkt die Leistung und irgendwann bleibt der Dampf ganz aus. Rechnen Sie deshalb mit einem Wartungstermin im Jahr, ähnlich wie bei einer Therme.
Seitenbrausen sind der Posten, den viele Kunden nach einem Jahr nicht mehr benutzen. Sie treffen selten dort, wo man sie haben möchte, machen die ganze Kabine nass und verlangen von allen Bausteinen die größte Wassermenge. In einem Bad, dessen Warmwasser knapp ist, sind sie die erste Position, von der wir abraten.
In der Eigentumswohnung endet die Freiheit an der Steigleitung. Sie gehört zum Gemeinschaftseigentum, ein Eingriff braucht einen Beschluss, und auch der gemeinsame Lüftungsschacht ist keine private Angelegenheit. Was in Ihrem Haus möglich ist, lesen Sie unter Bad in der Eigentumswohnung.
Schließlich spielt die Decke eine Rolle. Eine Holzbalkendecke im Altbau trägt eine gemauerte Bank und einen tiefen Ablauf oft nur mit zusätzlichem Aufbau oder einem Podest. Und in einem Bad unter fünf Quadratmetern nimmt eine dichte Dampfkabine genau die Fläche ein, die sonst dem Waschtisch zur Verfügung steht.
Wann die einfachere Lösung die schönere ist
Das ist häufiger der Fall, als man annimmt. Wenn Ihr Warmwasser knapp ist, bringt eine 25 Zentimeter große Kopfbrause mit 12 Litern je Minute an einem guten Thermostat mehr Freude als eine sehr große Regenbrause, die nach sechs Minuten kalt wird. Und wenn das Bad klein ist, bringt eine gemauerte Bank mit warmem Licht und einem beheizten Handtuchhalter mehr als jedes Dampfgerät. Das ist dann kein Verzicht, sondern die Grundstufe: Ein Wohlfühlbad mit warmem Boden, weichem Licht und leiser Technik trägt jeden Morgen, während der Dampf auf den Freitagabend warten kann.
In den meisten Wohnungen hat sich diese Reihenfolge bewährt: zuerst der Platz zum Sitzen, dann das Licht, dann die Wärme fürs Handtuch, danach die große Brause und zuletzt der Dampf. Wer sich nur für einen Baustein entscheiden möchte, nimmt am besten die Bank. Und wer sich alles offenhalten will, lässt heute Leerrohre und einen größeren Querschnitt legen und entscheidet in fünf Jahren weiter. Das kostet jetzt wenig und hält jede spätere Entscheidung offen.
Aufmaß vor Ort oder per Videocall
Die Wolfermann GmbH ist ein Meisterbetrieb mit über 40 Jahren Erfahrung und sitzt in Kleinmachnow. Installateur, Elektriker, Fliesenleger und Maler sind unsere eigenen Leute, deshalb planen wir ein Erlebnisbad an einem Stück, ohne Gewerkegrenzen dazwischen. Sie haben einen Ansprechpartner und am Ende eine Rechnung, auf der der Lohnanteil für § 35a EStG getrennt ausgewiesen ist.
Beim Aufmaß geht es um drei Dinge: den Platz in der Dusche, die Warmwasserbereitung und den Weg für Strom und Abluft. Danach wissen Sie, welche Brause zu Ihrer Wohnung passt und welche nicht. Das geht vor Ort oder per Videocall, und der Videocall ist meistens der schnellere Weg: Sie halten das Handy einmal in die Dusche und einmal an Therme oder Speicher, wir lesen das Typenschild ab und rechnen die mögliche Wassermenge daraus, ohne dass Sie sich einen Vormittag freihalten müssen. Den Fließdruck prüfen wir vor dem ersten Arbeitstag am Wasserhahn, das dauert fünf Minuten. Das Aufmaß kostet nichts und verpflichtet Sie zu nichts, danach steht der Festpreis.
Sie erreichen uns unter 030 220 569 70, montags bis freitags von 7 bis 16:30 Uhr. Wenn Sie uns sagen, wie groß Ihr Bad ist und was Sie sich darin vorstellen, vereinbaren wir gleich einen Termin für das Aufmaß. Falls Ihnen ein Anruf gerade nicht passt, schreiben Sie uns gern über das Anfrageformular auf dieser Seite, wir rufen Sie zurück.
