Was ein Bad zum Wohlfühlbad macht
Ein Wohlfühlbad hängt weniger an teuren Armaturen als daran, wie sich der Raum am frühen Morgen anfühlt. Wenn der Boden Wärme abgibt, das Licht von der Seite kommt und es leise bleibt, empfinden die meisten Menschen ein Bad als angenehm, und zwar ziemlich unabhängig davon, was die Ausstattung gekostet hat.
Deshalb empfehlen wir Ihnen, die Planung nicht mit dem Fliesenkatalog zu beginnen, sondern mit Ihrem Tagesablauf. Wenn Sie morgens um halb sieben ins Bad gehen, brauchen Sie Wärme und ein Licht, das nicht blendet. Wenn Sie abends zur Ruhe kommen möchten, hilft eine Lichtebene, die sich allein einschalten lässt, und eine Installation, die nicht rauscht. Beides zusammen lässt sich in derselben Badsanierung unterbringen, wenn es früh genug besprochen wird.
Sechs Punkte tragen den Unterschied: Licht, warme Oberflächen unter den Füßen, Wärme in der Luft, Ruhe, Ablage und Stauraum sowie Materialien, die sich gut anfühlen. Duft und Akustik kommen als letzte Schicht dazu.
Licht: drei Lagen statt einer Deckenlampe
Mit einer einzelnen Deckenleuchte wird ein Bad hell, aber selten angenehm. Angenehm wird es mit drei Lagen: einem Grundlicht mit etwa 200 Lux, einem Spiegellicht mit rund 500 Lux im Gesicht und einem Stimmungslicht, das abends allein genügt. Für den ruhigen Abend zählt vor allem die dritte Lage, also ein LED-Band hinter der Spiegelkante, in der Duschnische oder unter dem Waschtischunterschrank, mit 2700 Kelvin und gern dimmbar.
Rechnen Sie im Grundlicht mit 1.500 bis 2.000 Lumen für sechs bis acht Quadratmeter und mit 400 bis 700 Lumen je Spiegelleuchte. Am Spiegel sollte der Farbwiedergabewert bei Ra 90 oder höher liegen. Die Lichtfarben sollten dabei zusammenpassen, weil eine helle Fliese sonst fleckig wirkt. Welche Leuchte wo hängen darf und was sich ohne Fliesenbruch nachrüsten lässt, lesen Sie ausführlich unter Licht im Bad.
Warme Oberflächen unter den Füßen
Den warmen Boden merken Sie morgens als Erstes, und er gehört zu den günstigeren Bausteinen einer Badsanierung. Eine elektrische Dünnbettmatte liegt direkt unter den Fliesen, trägt nur 3 bis 5 Millimeter auf und erwärmt die Oberfläche in 20 bis 30 Minuten auf angenehme 25 bis 29 Grad. Zu rechnen ist mit 100 bis 150 Watt je Quadratmeter beheizter Fläche, also 600 bis 900 Watt für ein Bad mit sechs Quadratmetern, dazu einen eigenen Stromkreis mit Fehlerstromschutzschalter und einen Bodenfühler im Leerrohr.
Eine wasserführende Fußbodenheizung ist im Betrieb günstiger, braucht aber 5 bis 7 Zentimeter Aufbau und einen Anschluss an den Heizkreis. Weil im Berliner Altbau die Türhöhe oft knapp und der Estrich alt ist, empfehlen wir dort meist die elektrische Variante. Beide Systeme laufen am besten über eine Zeitschaltung, die eine halbe Stunde vor dem Wecker startet.
Die zweite warme Fläche ist die, auf der Sie stehen: ein Holzrost vor der bodengleichen Dusche, ein Läufer mit rutschhemmender Rückseite oder eine feinstrukturierte Fliese, die sich weniger kalt anfühlt als polierter Stein.
Wärme in der Luft und am Handtuch
Ein Bad wird dann schnell warm, wenn die Heizleistung genau in dem Moment bereitsteht, in dem jemand darin steht. Ein Handtuchheizkörper mit 500 bis 800 Watt an der Heizung deckt den Raum ab und trocknet zugleich die Handtücher. Weil viele Berliner Anlagen die Heizung im Sommer abstellen, lohnt sich die zusätzliche Heizpatrone mit 300 bis 600 Watt, die den Heizkörper unabhängig vom Kessel betreibt. Wenn Sie warme Handtücher mögen, hängen Sie sie über den Heizkörper und nicht daneben.
Zu einem warmen Bad gehört allerdings ein ordentlicher Luftwechsel, sonst steigt die Feuchte. Ein Bad mit sechs Quadratmetern und 2,50 Meter Höhe hat rund 15 Kubikmeter Rauminhalt und braucht beim Duschen etwa 60 bis 80 Kubikmeter Luftwechsel pro Stunde. Ein feuchtegesteuerter Lüfter mit Nachlauf erledigt das leiser und zuverlässiger als ein gekipptes Fenster und schützt dabei auch die Silikonfugen vor Schimmel. Welche Lösung in einem Bad ohne Fenster funktioniert, steht unter Bad lüften.
Ruhe: Schallschutz gehört in den Badumbau
Der Schallschutz wird bei der Planung leicht übersehen, obwohl er im Alltag viel ausmacht. Vier Stellen sind dabei entscheidend. Die Rohre gehören in Dämmschellen und nicht starr in die Wand. Die Vorwand wird mit Trennstreifen von Boden und Wand entkoppelt. Unter die Wanne kommt ein Hartschaumträger mit Randdämmstreifen, damit sie den Estrich nicht berührt. Und das wandhängende WC bekommt ein Schallschutzset zwischen Keramik und Gestell.
Rechtlich verlangt DIN 4109 gegenüber fremden Aufenthaltsräumen einen Grenzwert von 30 Dezibel für Geräusche aus der Wasserinstallation. Wenn Sie im eigenen Schlafzimmer nichts hören möchten, planen wir besser darunter. Während des Badumbaus kostet das wenig, meist ein paar hundert Euro Material und etwas Zeit. Nachträglich muss die Wand dafür noch einmal geöffnet werden, und dann werden auch die Fliesen erneuert.
Ablage, Stauraum und Material
Ob ein Bad aufgeräumt wirkt, entscheidet sich vor allem daran, ob jede Flasche einen festen Platz hat. Planen Sie eine Nische von 30 mal 60 Zentimetern in der Duschwand, die in einer 12,5 Zentimeter starken Vorwand rund 10 Zentimeter tief wird, und setzen Sie ihre Unterkante auf 100 bis 120 Zentimeter. Eine zweite, flachere Ablage an der Wanne nimmt Buch, Glas und Kerze auf, und am Waschtisch sollten neben dem Becken mindestens 20 Zentimeter frei bleiben.
Für den Vorrat, der sonst offen herumsteht, genügt ein Hochschrank mit 30 bis 40 Zentimetern Breite. Er braucht kaum Stellfläche und nimmt auf zwei Metern Höhe erstaunlich viel auf. Der Spiegelschrank fasst, was Sie täglich brauchen, und hinter einer Revisionsklappe im Vorwandschacht lässt sich unterbringen, was Sie nur selten hervorholen.
Bei den Oberflächen sprechen große Formate und wenige Fugen für sich, weil sie den Raum ruhig wirken lassen und das Putzen abkürzen. Wenn Sie es ganz ruhig mögen, arbeiten wir mit Spachtelmasse ohne Fugen, wie es unter fugenlosen Bädern beschrieben ist. Warme Töne, mattes Holz am Waschtisch und ein Naturstein an einer einzigen Wand wirken behaglicher als vier verschiedene Materialien nebeneinander. Bevor die Arbeiten beginnen, suchen Sie Ihre Fliesen und Armaturen in Ruhe aus unserem breiten Portfolio heraus.
Duft und Akustik
Wie gut ein Bad riecht, hängt vor allem an der Lüftung. Erst wenn die Luft trocken ist, kommt ein Diffusor oder eine Kerze überhaupt zur Geltung.
Die Akustik ist die schwierigere Aufgabe, weil Fliesen, Glas und Keramik den Schall zurückwerfen. Textilien helfen sofort, also ein dicker Vorhang am Fenster, ein Teppich oder Bademäntel an der Wand. Wenn Sie Musik hören möchten, planen wir zwei feuchtraumgeeignete Deckenlautsprecher außerhalb der Schutzbereiche ein und legen die Leerrohre in der Rohbauphase. Verstärker und Netzteil gehören trocken und erreichbar untergebracht, auf keinen Fall eingeputzt. Damit haben Sie zugleich die Vorstufe zu einem Erlebnisbad mit Ton, Farblicht und Regendusche.
Passt das in Ihr Bad?
Die Fläche ist dabei selten das Problem. Fußwärme, Lichtschichten, Nische und Handtuchwärme lassen sich in fast jedem Bad ab 5 Quadratmetern unterbringen. Genauer hinsehen sollten wir bei drei anderen Punkten: bei der Aufbauhöhe unter der Tür, bei den freien Plätzen im Sicherungskasten und beim Zustand der Leitungen. In Wohnungen aus den Sechzigern und Siebzigern fehlt häufig der Fehlerstromschutzschalter, und der ist dann der wichtigere Posten als jede Lichtstimmung.
In der Eigentumswohnung reicht Ihre Entscheidungsfreiheit bis an Steigstränge, Schächte und Fassade. Innerhalb der Wohnung sind Sie frei, alles Weitere gehört in die Eigentümerversammlung, was unter Bad in der Eigentumswohnung im Einzelnen steht. Bevor wir in einem Bad mit weniger als 4 Quadratmetern über Wellness sprechen, sortieren wir zuerst den Grundriss. Die Maße, die dabei helfen, stehen unter kleines Bad.
Was das in Berlin ungefähr kostet
| Baustein | Aufwand | Was das meist kostet |
|---|---|---|
| Elektrische Fußbodenheizung, 6 Quadratmeter, mit Regelung | 1 Arbeitstag | 900 bis 1.800 Euro |
| Handtuchheizkörper mit Heizpatrone, angeschlossen | halber Tag | 450 bis 1.100 Euro |
| Beleuchtete Nische 30 mal 60 Zentimeter, mit Netzteil | 3 bis 5 Stunden | 250 bis 600 Euro |
| Spiegelleuchten und dimmbares Stimmungslicht | 2 bis 4 Stunden | 200 bis 700 Euro |
| Schallentkopplung von Vorwand, Wanne und WC | 1 Arbeitstag | 300 bis 900 Euro |
| Feuchtegesteuerter Lüfter mit Nachlauf | halber bis 1 Tag | 400 bis 1.200 Euro |
| Deckenlautsprecher mit Leerrohr und Verstärkerplatz | 1 Arbeitstag | 600 bis 1.600 Euro |
Das sind Erfahrungswerte aus dem Berliner Bestand und keine Angebote. Sie gelten, wenn die Wand ohnehin offen ist. Wird ein Baustein einzeln nachgerüstet, steigt vor allem der Arbeitsanteil, weil jede Leitung neu gesucht werden muss. Wie sich diese Posten in eine ganze Badsanierung einfügen, steht unter Badsanierung Kosten. Ihren Festpreis bekommen Sie nach dem Aufmaß, und der Lohnanteil wird in der Rechnung getrennt ausgewiesen, damit Sie ihn nach § 35a EStG in der Steuererklärung ansetzen können.
Wie der Einbau abläuft
Auf der Baustelle ist die Reihenfolge immer dieselbe, und sie entscheidet darüber, was später noch möglich ist. Nach dem Abbruch kommen Sanitär und Elektrik an die Reihe, also Rohre, Leerrohre, Dosen, Lautsprecherleitung und Bodenfühler. Danach entstehen Vorwand und Nische, deren Position ab diesem Zeitpunkt feststeht. Es folgen Abdichtung, Estrich mit oder ohne Heizung, Fliesen, Möbel und Objekte, zuletzt Leuchten und Silikon.
Für ein komplettes Bad sind 3 bis 4 Wochen realistisch, wovon die Wohlfühlbausteine 2 bis 5 Arbeitstage ausmachen. Der wichtigste Termin liegt dabei weit vorn: Spätestens am Tag der Rohinstallation sollte feststehen, wo Spiegel, Nische, Lautsprecher und Heizfläche sitzen. Wer sich danach noch umentscheidet, muss die Fliesen ein zweites Mal öffnen lassen.
Fehler, die im Alltag auffallen
Ein paar Dinge begegnen uns in Berliner Bädern immer wieder. Eine Nische sitzt so hoch, dass das Duschgel über Augenhöhe steht. Ein LED-Netzteil wird hinter der Fliese eingeputzt und ist nicht mehr erreichbar, wenn es nach Jahren ausfällt. Ein Bewegungsmelder schaltet das Licht ab, während noch jemand in der Wanne liegt. In einem Raum treffen vier verschiedene Weißtöne aufeinander. Eine Fußbodenheizung läuft ohne Zeitschaltung und ist deshalb entweder ständig an oder kommt morgens zu spät. Und in manchem sehr schönen Bad fehlt am Ende die freie Fläche für Zahnbürste und Becher.
Die Nachteile, über die wir vorher sprechen
Ein Wohlfühlbad bringt auch Nachteile mit, und darüber sprechen wir lieber vorher als hinterher. Die Fußwärme kostet Strom: Eine Matte mit 750 Watt läuft morgens und abends je eine halbe Stunde mit voller Leistung und taktet danach nur noch nach. Über das Jahr sind das grob 300 bis 500 Kilowattstunden, je nach Tarif also etwa 100 bis 180 Euro. Fugenlose Oberflächen sind gegen punktuelle Beschädigungen empfindlicher als Fliesen. Technik altert außerdem schneller als Keramik, denn Netzteile, Steuerungen und Lautsprecher sind nach zehn bis fünfzehn Jahren Verschleißteile, während die Wanne noch lange hält. Und jede zusätzliche Steuerung kann irgendwann einmal ausfallen.
Wenn Ihr Bad im Grunde funktioniert und nur müde aussieht, bringt eine schlankere Maßnahme deshalb oft mehr pro Euro. Zwei Spiegelleuchten, ein warmer Handtuchhalter, ein ordentlicher Lüfter und neue Fugen verändern das tägliche Gefühl spürbar und kommen ohne Abbruch aus. Was sich in welchem Umfang lohnt, lesen Sie unter Bad modernisieren. Und wenn Sie ohnehin sanieren, nehmen Sie die Leerrohre gleich mit, auch wenn Lautsprecher und Farblicht erst in drei Jahren kommen sollen. Im offenen Rohbau kosten sie ein paar Euro Material und halten Ihnen die nächste Stufe offen.
Die nächsten Ausbaustufen
Alles Weitere baut auf genau dieser Grundlage auf. Wenn Sie die Wärme weiterdenken möchten, kommen Sie zur Sauna im eigenen Bad, die schon ab knapp zwei Quadratmetern Stellfläche funktioniert. Wer das Licht nicht nur weich, sondern in Szenen haben möchte, findet die Ebenen im Lichtkonzept. Für Musik, die im gefliesten Raum nicht scheppert, sondern trägt, gibt es das Soundkonzept fürs Bad. Und wenn Regendusche, Farblicht und Dampf zusammenspielen sollen, führt der Weg weiter zum Erlebnisbad. Reicht der Platz im Bad dafür nicht mehr aus, wandert die Ausbaustufe ein Stockwerk tiefer: Sauna, Dampfbad und eine Liege ergeben zusammen einen Wellnessbereich zu Hause, für den Sie allerdings Raumhöhe, eine Hebeanlage und eine eigene Drehstromzuleitung brauchen.
Sinnvoll ist dabei die Reihenfolge von unten nach oben. Eine Dampfdusche macht ein Bad mit kaltem Boden und grellem Licht nicht gemütlich. Ist der Raum dagegen warm und ruhig, trägt er jede weitere Ausbaustufe.
Sprechen Sie mit uns über Ihr Bad
Die Wolfermann GmbH ist ein Meisterbetrieb mit über 40 Jahren Erfahrung mit Sitz in Kleinmachnow. Installateur, Elektriker und Fliesenleger sind unsere eigenen Leute, deshalb landen Bodenheizung, Nische, Licht und Schallschutz nicht zwischen zwei Zuständigkeiten. Erreichbar sind wir montags bis freitags von 7 bis 16:30 Uhr.
Beim Aufmaß sehen wir uns an, was Ihr Grundriss hergibt, wie viel Aufbauhöhe unter der Tür bleibt und was der Sicherungskasten zulässt. Danach bekommen Sie einen Festpreis, in dem jeder Baustein einzeln ausgewiesen ist, sodass Sie in Ruhe entscheiden können, was mitkommt und was noch wartet. Das Aufmaß geht vor Ort oder per Videocall, und der Videocall ist meist der schnellere Weg: Sie halten das Handy einmal durch den Raum, öffnen die Tür zum Sicherungskasten, und wir haben, was wir brauchen. Das Aufmaß kostet Sie nichts und verpflichtet Sie zu nichts.
Am schnellsten geht es telefonisch unter 030 220 569 70, montags bis freitags von 7 bis 16:30 Uhr. Wenn Sie uns sagen, wo Sie wohnen und wie groß Ihr Bad ungefähr ist, finden wir gleich einen Termin für das Aufmaß. Falls Ihnen ein Anruf gerade nicht passt, schreiben Sie uns gern über das Anfrageformular auf dieser Seite, wir rufen zurück.
