Worauf es beim Waschtisch ankommt
Der Waschtisch wird in einem Bad häufiger benutzt als jedes andere Ausstattungsstück, und trotzdem wird er bei einer Badsanierung oft nebenbei ausgesucht, während über der bodengleichen Dusche lange gebrütet wird. In vielen Berliner Bädern hängt noch ein Becken, das vor dreißig Jahren an die Wand geschraubt wurde, ohne dass jemand nach der Körpergröße der Bewohner gefragt hätte: zu niedrig, zu flach und ohne Ablage.
Vier Punkte machen den Unterschied, nämlich die Höhe, die Breite, die Bauart des Beckens und der Unterschrank darunter. Wenn diese vier stimmen, ist alles Weitere eine Frage des Geschmacks, und den bringen Sie mit, wenn Sie Fliesen und Armaturen aussuchen.
Die richtige Höhe für den Waschtisch
Die klassische Einbauhöhe von 85 Zentimetern stammt aus einer Zeit, in der die Menschen im Durchschnitt kleiner waren. Wer heute 1,85 Meter groß ist, beugt sich an einem so montierten Becken bei jedem Händewaschen nach vorn, und das macht sich über die Jahre im Rücken bemerkbar.
Die einfachste Regel kommt ohne Maßband aus: Stellen Sie sich gerade hin und winkeln Sie den Unterarm an. Die Oberkante des Beckens sollte etwa 10 bis 15 Zentimeter unter dem Ellenbogen liegen. Daraus ergeben sich diese Werte:
| Körpergröße | Oberkante Waschtisch |
|---|---|
| bis 1,65 m | 85 bis 87 cm |
| 1,65 bis 1,75 m | 88 bis 90 cm |
| 1,75 bis 1,85 m | 90 bis 93 cm |
| über 1,85 m | 93 bis 95 cm |
Gemeint ist immer die Oberkante des fertigen Beckenrands, nicht die Platte darunter. Bei einer Aufsatzschale liegt der Rand 10 bis 15 Zentimeter über der Platte, die Sie also entsprechend tiefer hängen müssen. Wird das übersehen, kommt man leicht auf 100 Zentimeter Gesamthöhe, und das ist für die meisten deutlich zu hoch.
Wenn Sie unterschiedlich groß sind, rechnen Sie beide Werte aus und nehmen Sie die Mitte, allerdings eher zur größeren Person hin. Wer zu hoch steht, streckt sich kurz; wer zu tief steht, hat nach dem Zähneputzen einen krummen Rücken. Bei einem Doppelwaschtisch lassen sich auch zwei Höhen bauen, das kostet nur ein wenig Planung.
Für Kinder sollten Sie den Waschtisch nicht niedriger setzen, denn Kinder wachsen und der Waschtisch bleibt, wo er ist. Ein stabiler Tritthocker löst die Sache für ein paar Jahre und lässt sich danach einfach wegräumen.
Anders liegt der Fall, wenn jemand im Sitzen waschen können muss: Dann geht die Oberkante auf höchstens 80 Zentimeter herunter, darunter braucht es freien Beinraum von rund 55 Zentimetern Tiefe und einen flachen Unterputzsiphon, damit die Knie nicht anstoßen. Die Maße dafür stehen in der DIN 18040-2, und wie so ein Bad im Alltag aussieht, lesen Sie unter barrierefreies Bad.
Breite und Tiefe des Waschtischs
| Waschtisch | Breite | Tiefe | Wofür |
|---|---|---|---|
| Handwaschbecken | 40 bis 50 cm | 25 bis 30 cm | Gäste-WC, Flurnische |
| Standard | 60 cm | 45 bis 50 cm | eine Person, kleines Bad |
| Komfort | 80 bis 100 cm | 48 bis 55 cm | Ablage links und rechts |
| Doppelwaschtisch | 140 bis 160 cm | 48 bis 55 cm | zwei Personen gleichzeitig |
Unter 40 Zentimetern Tiefe spritzt das Wasser leicht auf den Boden, weil der Strahl zu nah an der Vorderkante auftrifft. Für sehr enge Bäder gibt es schlanke Becken mit 35 Zentimetern Tiefe; sie bleiben ein Kompromiss, den man beim Aufwischen bemerkt. Wo sich dieser Kompromiss lohnt, steht unter kleines Bad.
Rundherum brauchen Sie Luft: mindestens 20 Zentimeter von der Beckenkante zur Seitenwand, damit der Ellenbogen nicht anschlägt, und ungefähr 90 Zentimeter freie Fläche davor. Die Badtür zählt hier mit. Wo ein Handwaschbecken genügt und wie klein das wirklich werden darf, steht unter Gäste-WC; alle Maße des Raums nebeneinander stehen unter Bad planen.
Ein Becken oder zwei
Nach einem Doppelwaschtisch werden wir beim Aufmaß häufig gefragt, und ebenso häufig entscheiden wir uns am Ende gemeinsam dagegen. Zwei Becken funktionieren, wenn die Mitten mindestens 90 Zentimeter auseinanderliegen. Darunter stehen zwei Erwachsene Schulter an Schulter und einer weicht aus.
Hinzu kommt, dass zwei Becken auch zwei Siphons, zwei Anschlüsse und zwei Ausschnitte im Unterschrank bedeuten, wodurch sich der Stauraum darunter fast halbiert. Gebraucht wird der zweite Platz außerdem meist nur in der halben Stunde zwischen Aufstehen und Haustür.
Die Alternative ist ein Becken von 100 Zentimetern, mittig gesetzt, mit durchgehender Ablagefläche und zwei Handtuchhaltern. Wenn Ihre Wand dagegen 140 Zentimeter hergibt und morgens beide zur selben Zeit aus dem Haus müssen, lohnt sich der Doppelwaschtisch. Sagen Sie uns beim Aufmaß Bescheid, dann nehmen wir die Wand gemeinsam mit Ihnen durch, vor Ort oder per Videocall.
Aufsatzbecken, Einbaubecken, Möbelwaschtisch
Die Aufsatzschale steht wie eine Schüssel auf der Platte. Sie sieht großzügig aus, kostet Höhe und hat rundherum eine Silikonfuge, die alle paar Jahre erneuert werden muss. Flache Schalen mit weniger als 12 Zentimetern Rand spritzen stärker als tiefe.
Das Einbaubecken sitzt in einem Ausschnitt der Platte, bündig oder von unten geklebt. Das ergibt ein ruhiges Bild und lässt sich gut putzen, setzt aber eine Platte voraus, die dafür gefertigt ist.
Der Möbelwaschtisch aus Mineralguss besteht aus Becken und Platte in einem Stück. Weil es keine Fuge und keinen abgesetzten Rand gibt, wischen Sie ihn in einem Zug sauber, und deshalb bauen wir ihn am häufigsten ein. Empfindlich ist er gegen Hitze und Haarfarbe; ein abgelegtes Glätteisen hinterlässt eine Spur.
Sanitärkeramik ist nach wie vor der robusteste und zugleich günstigste Werkstoff. Empfindlich ist sie nur gegen harte Schläge, etwa einen herunterfallenden Flakon.
Der Unterschrank: Stauraum richtig planen
Ohne Stauraum unter dem Waschtisch landet alles auf der Fensterbank oder der Waschmaschine. Diese Punkte haben sich bewährt:
- Auszüge statt Türen. In einen Auszug sehen Sie von oben hinein, in einen Schrank mit Tür greifen Sie blind nach hinten. Ein Innenauszug für Föhn und Kosmetik wird im Alltag besonders oft gebraucht.
- Der Siphonausschnitt sollte von vornherein geplant und nicht nachträglich gesägt werden. Ein Raumsparsiphon legt sich flach an die Wand und gibt eine ganze Schublade frei.
- Wandhängend statt auf Füßen. Darunter kommt der Wischer durch, der Boden wirkt größer, und im Sockel sammelt sich nichts. Die Last nimmt der Träger in der Vorwand auf, üblich sind 150 Kilogramm.
- Ein Hochschrank von 30 bis 40 Zentimetern neben dem Waschtisch bringt mehr Stauraum als 20 Zentimeter mehr Unterschrankbreite, weil er in die Höhe geht.
- Eine Griffleiste greift sich mit nassen Händen sicherer als eine Druckmechanik.
- Der Wäschekorb gehört nicht unter das Becken. Feuchte Wäsche fängt in einem geschlossenen Schrank nach drei Tagen an zu riechen.
Tiefen von 35 bis 46 Zentimetern sind üblich. Der Unterschrank darf ruhig flacher sein als die Platte, das lässt das Möbel leichter wirken, ohne dass Ihnen Stauraum fehlt.
Armatur, Spiegel und Steckdose
Ein Einhebelmischer in der passenden Höhe reicht für den Alltag aus. Zur Aufsatzschale gehört eine hohe Armatur mit 25 bis 30 Zentimetern Auslauf, sonst waschen Sie sich die Hände unter dem Beckenrand. Die Ausladung sollte den Strahl ungefähr über den Ablauf setzen, und 12 bis 17 Zentimeter treffen das bei den meisten Becken.
Zwei Kleinigkeiten senken die laufenden Kosten spürbar: Ein Durchflussbegrenzer bringt den Waschtisch von rund 12 auf 5 bis 6 Liter je Minute, ohne dass der Strahl dünn wirkt, und eine Armatur mit kalter Mittelstellung schaltet nicht bei jedem Händewaschen die Heizung ein.
Unterputzarmaturen sehen ruhig aus und kosten mehr, weil die Technik in der Wand sitzt; der Zugang dorthin muss erhalten bleiben. Beim Ablauf ist die alte Zugstange die haltbarere Lösung, denn eine Druckplatte verstopft schneller mit Haaren.
Der Spiegel gehört mit 15 bis 20 Zentimetern Abstand über den Beckenrand. Zwei Leuchten seitlich auf Gesichtshöhe, etwa 165 Zentimeter, geben ein Licht ohne Schatten unter den Augen, während eine Lampe von oben genau das Gegenteil bewirkt. Nehmen Sie 3.000 bis 4.000 Kelvin und eine gute Farbwiedergabe, sonst stimmt vor dem Rasieren oder Schminken die Farbe nicht. Die Steckdose sitzt am besten seitlich auf rund 110 Zentimetern; direkt über dem Becken stört sie. Welche Leuchten sich am Spiegel und im übrigen Bad bewähren, steht unter Licht im Bad.
Was das kostet und wie lange es dauert
| Was gemacht wird | Bauzeit | Preisspanne mit Montage |
|---|---|---|
| Becken und Armatur tauschen, Anschlüsse bleiben | halber bis 1 Arbeitstag | 350 bis 700 Euro |
| Möbelwaschtisch 80 bis 100 cm mit Unterschrank | 1 Arbeitstag | 800 bis 2.000 Euro |
| Doppelwaschtisch mit Unterschrank | 1 bis 2 Arbeitstage | 1.800 bis 4.000 Euro |
| Waschtisch versetzen, neue Leitungen und Vorwand | 2 bis 3 Arbeitstage | ab 1.500 Euro zusätzlich |
Das Material streut stark: Ein Keramikbecken von 60 Zentimetern beginnt bei rund 80 Euro, ein Mineralguss-Möbelwaschtisch mit Auszügen liegt schnell im vierstelligen Bereich. Armaturen beginnen bei etwa 80 Euro, bei Unterputzserien liegt die Spanne deutlich höher. Wie sich das in eine ganze Sanierung einfügt, steht unter Badsanierung Kosten.
Den Lohnanteil weisen wir auf der Rechnung getrennt aus. Davon lassen sich nach § 35a EStG 20 Prozent von der Einkommensteuer abziehen, auch bei einer kleinen Maßnahme wie dieser.
Vier Fehler, die sich leicht vermeiden lassen
Die Höhe aus dem alten Bad übernommen. Der neue Waschtisch wird dorthin gesetzt, wo die Anschlüsse schon sind. Fünf Zentimeter höher hätte kaum Mehraufwand bedeutet, wenn es vorher jemand angesprochen hätte.
Aufsatzschale auf einem normalhohen Unterschrank. Zusammen ergibt das 100 Zentimeter, und beim Händewaschen läuft das Wasser den Unterarm hinunter.
Doppelwaschtisch in einem zu schmalen Bad. Auf 120 Zentimetern Wand stehen zwei Becken so eng nebeneinander, dass nach kurzer Zeit wieder jeder nur eines benutzt.
Licht und Steckdose an der falschen Stelle. Die Elektrik wird beim Abbruch festgelegt und nicht bei der Möbelbestellung; danach liegen die Leitungen unter den Fliesen.
Beim Aufmaß stimmen wir die Maße mit Ihnen ab
Die Wolfermann GmbH ist ein Meisterbetrieb mit über 40 Jahren Erfahrung und gehört zur WRS Gruppe. Der Betrieb sitzt in Kleinmachnow und arbeitet seit Jahrzehnten im Berliner Bestand, vom Altbau mit Stahlleitungen bis zur Siebzigerjahre-Zeile. Installateur, Elektriker, Fliesenleger und Maler sind unsere eigenen Leute, Sie haben also einen Ansprechpartner und am Ende eine Rechnung.
Beim Aufmaß nehmen wir die Wand auf, rechnen die Höhe an Ihrer Körpergröße nach und sagen Ihnen, was in Ihr Bad passt. Das geht vor Ort oder per Videocall, ganz wie es Ihnen lieber ist. Für einen Waschtisch reicht der Videocall oft aus: Sie halten das Maßband einmal an die freie Wand und einmal an den alten Beckenrand, mehr braucht die erste Zahl nicht, und Sie haben dafür keinen Termin im Kalender stehen. Das Aufmaß kostet nichts und verpflichtet Sie zu nichts.
Sie erreichen uns unter 030 220 569 70, montags bis freitags von 7 bis 16:30 Uhr. Wenn Sie uns sagen, wo Sie wohnen und wie groß Ihr Bad ungefähr ist, vereinbaren wir gleich einen Termin und nennen Ihnen anschließend einen Festpreis. Falls Ihnen ein Anruf gerade nicht passt, schreiben Sie uns über das Anfrageformular auf dieser Seite, wir rufen zurück. Und wenn ohnehin mehr als der Waschtisch ansteht, lesen Sie vorher Badumbau.
