Zweite Frage: Was lässt der Grundriss zu?
Jetzt wird gemessen: Länge, Breite, Deckenhöhe, Fensterposition, die Seite, zu der die
Tür aufschlägt, und der Standort des WCs. Ein Blatt kariertes Papier genügt dafür, ein
Kästchen entspricht zehn Zentimetern.
Ein Bad wirkt nicht durch seine Fläche großzügig, sondern durch die freien Flächen
zwischen den Objekten. Die folgenden Maße haben sich dabei in der Praxis bewährt:
| Stelle im Bad |
Maß, mit dem es funktioniert |
| Frei vor dem Waschtisch |
90 x 90 cm im Alltag, 120 x 120 cm barrierefrei |
| WC, Mitte bis Seitenwand |
mindestens 20 cm, angenehm ab 30 cm |
| Frei vor dem WC |
60 cm Tiefe |
| Dusche, Innenmaß |
90 x 90 cm reicht, 100 x 120 cm ist der Unterschied |
| Waschtisch, Oberkante |
85 bis 90 cm statt der alten 80 cm |
| Tür, lichte Breite |
80 cm, mit Rollstuhl 90 cm |
Die 120 Zentimeter Bewegungsfläche und die 90 Zentimeter Türbreite stehen in der
DIN 18040-2; wer den Raum später mit einem Rollstuhl nutzt, braucht dort 150 mal 150
Zentimeter frei. In der eigenen Wohnung ist die Norm keine Pflicht, sie ist aber ein
guter Maßstab, an dem Sie sich orientieren können. Wie weit sich diese Maße auf vier
Quadratmetern unterschreiten lassen, lesen Sie unter kleines Bad,
welche Breite und Höhe am Becken funktionieren, unter Waschtisch.
Drei Punkte entscheiden im Berliner Bestand häufiger über den Preis als jeder
Katalogwunsch. Der erste ist die Aufbauhöhe im Boden, also der Abstand von der
Rohdecke bis zur Oberkante der fertigen Fliese. Davon hängt der Ablauf ab: Ein
Punktablauf in der Duschmitte braucht 12 bis 15 Zentimeter, eine flache Linienrinne an
der Wand 9,5 bis 12 und ein Wandablauf 7 bis 10. Der Weg zum Abwasserstrang kostet
zusätzlich Gefälle. Über einer
Holzbalkendecke im Altbau ist das oft die entscheidende Frage, mehr dazu unter
Bad im Altbau. Der
zweite Punkt ist die Lage des Abwasserstrangs, weil das WC nur mit ausreichend Gefälle
wandern kann. Und der dritte ist die Tür: Ein Blatt, das nach innen aufgeht, blockiert
fast einen Quadratmeter, den Sie mit einer nach außen öffnenden Tür oder einer
Schiebetür zurückgewinnen.
Zum Schluss dieses Kapitels noch eine einfache Rechnung. Eine Wanne belegt in einem
kleinen Bad rund 1,3 Quadratmeter. Wenn sie nur zweimal im Jahr genutzt wird, ist dieser
Platz an anderer Stelle besser aufgehoben, etwa für eine bodengleiche Dusche und eine
Ablage, auf der wirklich etwas Platz hat. Wer beide Möglichkeiten in Ruhe abwägen
möchte, findet die Argumente unter
Badewanne oder Dusche.