Kladow ist mit Einfamilienhäusern bebaut, viele davon aus den sechziger und siebziger Jahren, zwischen Havelufer, Ritterfelddamm und Groß Glienicker See. Die Grundstücke sind großzügig, und die Bäder im Obergeschoss sind es auch: neun bis zwölf Quadratmeter, in manchen Häusern mehr.
Nicht jede Adresse gehört in diese Bauzeit, und an einer Handvoll davon ändert sich der Ablauf. Am Pottensteiner, am Röttenbacher und am Schauensteiner Weg steht die Wohnsiedlung Kladow-Hottengrund von 1936 nach einem Entwurf von Hans Scharoun; die Denkmalliste Berlin führt sie als Gesamtanlage. Eine Gesamtanlage ist ein Denkmalbereich und damit den Baudenkmalen gleichgestellt. Das Landesdenkmalamt hat im Rundschreiben vom 17. November 2016 klargestellt, dass der Genehmigungsvorbehalt dort nicht an der sichtbaren Gebäudehülle endet. Er kann auch das Innere erfassen, soweit sich das aus den Bedeutungskategorien für die Gesamtanlage ableiten lässt. Für ein Bad an einer dieser Adressen fragen wir das deshalb vor der Bestellung ab. Bei allen übrigen Kladower Häusern stellt sich die Frage nicht.
Trotzdem fehlt in diesen Bädern Platz, und der Grund steht in der Aufteilung. Geplant wurde damals um die Wanne herum: 170 mal 75 Zentimeter unter dem Fenster, der Heizkörper darunter, das WC an der Stirnseite, ein Waschtisch von 60 Zentimetern neben der Tür. Die Dusche kam später dazu, als Fertigkabine von 80 mal 80 in der letzten freien Ecke, die Zuleitung dorthin oft aufputz. Zwischen den Objekten liegen zwei bis drei Quadratmeter, über die nur gelaufen wird.



