Ein Bad in der Mitte der Wohnung
Friedenau entstand ab 1871 als Landhauskolonie und wurde bis 1914 in dichter Gründerzeit überbaut, am deutlichsten rund um den Friedrich-Wilhelm-Platz. Der Bestand ist besser durch den Krieg gekommen als der in den Nachbarbezirken, weshalb zwischen Handjerystraße, Stubenrauchstraße und Südwestkorso ganze Straßenzüge im Original stehen: Vorgärten, vier bis fünf Geschosse, Stuck bis in die Nebenräume.
Für das Bad hat das eine klare Folge. Diese Wohnungen wurden ohne Bad geplant. Eingebaut wurde es später, in eine Kammer oder in einen abgeteilten Streifen zwischen Flur und Küche. Ein Friedenauer Bad misst deshalb meist 4,5 bis 5,5 Quadratmeter und hat kein Fenster. Über ihm stehen trotzdem 3,00 bis 3,60 Meter lichte Höhe. Wenig Fläche, viel Luft darüber — dieses Verhältnis bestimmt hier alles Weitere.

