Zwei Bestände, eine Frage
Treptow reicht von den Gründerzeithäusern an der Spree bis zu den Wohnquartieren in Adlershof und Johannisthal. Zwischen beiden liegen fünf Jahrzehnte, und die Bäder darin haben fast nichts gemeinsam — außer dem Satz, der im ersten Gespräch als Erstes fällt: eine Dusche ohne Kante.
Die Antwort darauf fällt je nach Adresse gegensätzlich aus. Im Karl-Kunger-Kiez hängt sie an der Deckenkonstruktion. Am Groß-Berliner Damm hängt sie an einer einzigen Frage: Wo genau liegen die Heizrohre?
Was im Neubaubad unter der Fliese steckt
In Adlershof und Johannisthal ist der beheizte Estrich der Normalfall, und sein Aufbau ist von unten nach oben fast immer derselbe: Stahlbetondecke, ringsum ein Randdämmstreifen, darauf 30 bis 50 Millimeter Dämmung, darauf eine Systemplatte mit dem Heizrohr in 14 mal 2 oder 16 mal 2 Millimetern, darüber Zementestrich mit mindestens 45 Millimetern Überdeckung über der Rohroberkante, zuletzt Fliese und Kleber mit 12 bis 18 Millimetern.
Von der Rohdecke bis zur Oberkante der fertigen Fliese — das ist die Aufbauhöhe — kommen so 110 bis 140 Millimeter zusammen. Ein Standard-Punktablauf verlangt 120 bis 150 Millimeter Aufbauhöhe; sein Ablaufkörper allein misst 90 bis 110 Millimeter Einbauhöhe. Auf dem Papier geht das knapp auf.
Die Höhe ist hier trotzdem nicht das Problem. Das Problem ist, was in dieser Höhe liegt.
Warum dort nicht einfach gesägt wird
Ein Bad wird auf 24 Grad ausgelegt, ein Wohnzimmer auf 20. Deshalb liegen die Rohre im Bad enger, meist mit 10 Zentimetern Verlegeabstand statt 15 bis 20. Eine Fläche von der Größe eines Ablauftopfes, in der garantiert kein Rohr verläuft, gibt es in einem solchen Raum praktisch nicht.
Dazu kommt die Bauart des Kreises. Ein Heizkreis läuft als durchgehende Schleife vom Verteiler bis zurück zum Verteiler; ein Schnitt trifft deshalb nicht ein Stück Rohr, sondern nimmt den ganzen Kreis aus dem Betrieb. Und der Estrich im Bad ist eine einzige Fläche, begrenzt von der Randfuge. Ein drei Meter langer Streifen Zementestrich wächst beim Aufheizen um gut einen halben Millimeter — eine geflickte Stelle mitten darin ist genau die Stelle, an der er später reißt.
Erst die Rohre finden, dann planen
Zwei Wege führen zur Rohrlage. Der bequeme ist der Verlegeplan aus den Bauunterlagen, der bei Häusern ab den neunziger Jahren oft bei der Hausverwaltung liegt. Der verlässliche ist die Wärmebildkamera: Heizkreis dreißig bis sechzig Minuten auffahren, Bild machen, Verlauf auf zwei bis drei Zentimeter genau auf den alten Fliesen anzeichnen. Das passiert beim Aufmaß, nicht am Abbruchtag.
Drei Wege, die danach bleiben
Aufgesetzte extraflache Duschfläche. Kein Bodenaufbau, 25 bis 35 Millimeter Einstieg, die Ablaufleitung waagerecht über dem Estrich in die Vorwand. Der Heizestrich wird nicht angerührt, der Heizkreis bleibt vollständig, es entsteht keine Trocknungszeit. Der Preis sind die 25 bis 35 Millimeter und ein Duschboden, der sich etwas kühler anfühlt als der übrige Raum.
Wandablauf mit angehobenem Boden. Der Ablaufkörper belegt rund 70 Millimeter in der Vorwand und braucht 70 bis 100 Millimeter Aufbauhöhe. Das Gefälle entsteht in einer Gefälleplatte über dem alten Estrich, der übrige Boden wird auf dieselbe Höhe gebracht. Schwellenlos bleibt der Raum damit, er verliert aber zwei bis drei Zentimeter lichte Höhe. Die Grenze setzt die Tür: Ein Türblatt lässt sich kürzen, eine Zarge nur mit Aufwand.
Flacher Punktablauf im Randstreifen. 65 bis 90 Millimeter Einbauhöhe, 95 bis 120 Millimeter Aufbauhöhe. Das geht nur, wenn das Wärmebild an der gewünschten Stelle eine rohrfreie Zone zeigt, meist entlang der Wand. Das ist der seltenste der drei Fälle, und ob er bei Ihnen eintritt, sagen wir vor dem Angebot statt danach.
Wenn der Estrich doch komplett herausmuss
Soll der Grundriss sich bewegen oder der Ablauf mitten im Raum sitzen, kommt der Estrich im ganzen Bad bis auf die Rohdecke heraus, und der Heizkreis mit ihm. Danach gilt die Rechnung der Norm: 21 Tage Trocknung, dann drei Tage Funktionsheizen bei 25 Grad, dann mindestens vier weitere bei voller Auslegungstemperatur, erst danach Restfeuchtemessung und Fliese. Vier bis sechs Wochen, in denen auf der Baustelle nichts geschieht.
Vor dem Einbringen steht die Druckprobe, und das Rohr bleibt unter Druck, solange der Estrich fließt — eine Verletzung zeigt sich dann sofort statt drei Jahre später. Ob der Verteiler noch einen freien Abgang für den neuen Kreis hat, klären wir vorher. Und weil der Trittschallschutz nach dem Umbau nicht schlechter sein darf als davor, geht vorher eine kurze Abstimmung an die Hausverwaltung.
Vorlauf 40 Grad: die Wärme danach
Eine Fußbodenheizung arbeitet mit 35 bis 40 Grad Vorlauf. Ein Handtuchheizkörper am selben Kreis liefert dabei ein Fünftel bis ein Viertel dessen, was sein Datenblatt bei 75 Grad ausweist. Wer mehr will, nimmt ein für niedrige Temperaturen ausgelegtes Modell oder einen elektrischen Heizstab für Frühjahr und Herbst, mit eigenem abgesichertem Stromkreis.
Auf der Spreeseite gilt anderes
In Alt-Treptow, im Plänterwald und in Baumschulenweg steht der andere Bestand. Dort wurde das Bad nachträglich in die Wohnung gesetzt, häufig erst in den siebziger oder achtziger Jahren und meist in eine Kammer neben der Küche. Heizestrich gibt es nicht, dafür eine Balkenlage, Heizkörper an der Wand und eine Aufbauhöhe, die im selben Raum schwankt. Zum warmen Boden führt hier die elektrische Heizmatte im Fliesenkleber: 3 bis 4 Millimeter dick, 100 bis 160 Watt je Quadratmeter, eigener Stromkreis mit Fehlerstromschutz.
Wo Ihr Geld hingeht
Die Berliner Spanne ist bekannt, 15.000 bis 25.000 Euro für ein gewöhnliches Wohnungsbad. In Treptow entscheidet der Boden, wo Sie darin landen: Bleibt der Heizestrich liegen, sparen Sie den größten Einzelposten und vier Wochen Zeit. Muss er neu, sind es 3.000 bis 6.000 Euro mehr. Woraus sich die Summe zusammensetzt, steht unter Badsanierung Kosten, der Weg dorthin im Ablauf einer Badsanierung.
Hinter den Bädern steht ein Meisterbetrieb mit über 40 Jahren Erfahrung, die Wolfermann GmbH. Gearbeitet wird in ganz Treptow, von Alt-Treptow und Plänterwald über Baumschulenweg und Niederschöneweide bis Johannisthal, Adlershof, Bohnsdorf, Altglienicke und Grünau, dazu in Köpenick, Neukölln, Kreuzberg, Friedrichshain, Mitte und Schöneberg sowie in Kleinmachnow, Stahnsdorf und Teltow.
Der nächste Schritt
Sagen Sie unter 030 4173 3464 in einem Satz, ob Ihr Bad in einem Altbau an der Spree oder in einer Wohnung mit Fußbodenheizung liegt. Damit steht schon fest, was wir zum Aufmaß mitbringen: im zweiten Fall die Wärmebildkamera, damit die Rohrlage vor dem Angebot auf dem Boden angezeichnet ist und nicht erst beim Abbruch zur Überraschung wird.
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