Drei Ausgangslagen prägen die Tempelhofer Bäder, und sie hängen alle am Baualter des
Hauses.
Die erste ist das Reihenhaus aus den zwanziger Jahren. Oben über der Treppe liegt das
Bad mit viereinhalb Quadratmetern, die Wanne steht unter dem Fenster zum Garten, das WC
daneben an der Installationswand und der Waschtisch gegenüber. Unten unter der Treppe
steckt ein Gäste-WC, in dem die Tür beinahe das Becken berührt. Beide Räume hängen am
selben Strang, und wenn wir sie gemeinsam umbauen, ist das günstiger als zwei Baustellen
nacheinander.
Die zweite ist die Wohnung in einer Backsteinanlage der dreißiger Jahre. Fünf
Quadratmeter, Fenster zum Hof, die Wanne an der Schachtwand, gefliest bis auf
Brüstungshöhe und darüber Farbe in einem Ton, den es so nicht mehr gibt. Die Anlage ist
gepflegt und die Fenster sind neu, nur das Bad ist über die Jahre stehen geblieben. Hier
reicht häufig eine Badrenovierung mit neuen Fliesen, Armaturen und Objekten, weil die
Leitungen im Schacht bleiben können.
Die dritte ist das Einfamilienhaus der sechziger Jahre am Rand des Bezirks. Sieben
Quadratmeter, eine Eckwanne mit breitem Rand, ein Bidet, das nie in Gebrauch war, und
alles in einem warmen Beige. Hier geht es selten um Technik und fast immer um die Frage,
ob die Wanne bleiben soll, wenn die Kinder längst ausgezogen sind.
Unabhängig von diesen drei Fällen entscheidet manchmal die Denkmalliste mit. Die Siedlung
Attilahöhe steht dort als Gesamtanlage, gebaut von 1928 bis 1936 und nach dem Krieg von
1952 bis 1954 ergänzt, mit Adressen in der Attilastraße, der Tankredstraße und der
Paul-Schmidt-Straße. Bei einem eingetragenen Denkmal ist nach § 11 Abs. 1 des Berliner
Denkmalschutzgesetzes neben der Änderung des Erscheinungsbildes auch die Instandsetzung
genehmigungspflichtig. Wir sehen deshalb vor dem Angebot nach, wie Ihr Haus dort geführt
ist.