Der Moabiter Bestand ist sehr ungleichmäßig saniert. In einem Haus liegen neue Steigleitungen, im nächsten steckt noch Stahlrohr aus der Vorkriegszeit in der Wand, und bei Häusern, die vor den siebziger Jahren zuletzt angefasst wurden, kann in der Zuleitung noch Blei stecken. Deshalb prüfen wir jedes Bad einzeln, statt vom Baujahr auf die Technik zu schließen. Wenn wir eine Bleileitung finden, kommt sie heraus, denn der Grenzwert im Trinkwasser lässt dabei keinen Spielraum.
Das Abwasser läuft in Moabit meist noch in gusseisernen Fallrohren. Die halten erstaunlich lange, sind aber laut, und an den Anschlussmuffen werden alte Rohre mit der Zeit undicht. Wenn die Wand für die Badsanierung ohnehin geöffnet ist, tauschen wir das Stück im Bad und dämmen den Strang, was Sie abends deutlich hören werden.
Unter dem Boden liegt fast immer eine Holzbalkendecke mit Schüttung, und das hat drei Folgen: Der Aufbau ist selten eben, er schwingt, und er verträgt keine punktuellen Lasten an beliebiger Stelle. Für eine bodengleiche Dusche bedeutet das, dass wir zwischen den Balken arbeiten und die Fläche kraftschlüssig aufbauen, statt sie einfach in den Estrich zu setzen. Wo die Höhe nicht reicht, verlegen wir eine extraflache Duschfläche mit waagerechtem Ablauf, die nur sechs bis sieben Zentimeter braucht.
Um die Luft müssen wir uns ebenfalls kümmern. Ein Bad ohne Fenster im Seitenflügel hat oft nur einen alten Schacht ohne Ventilator, und feuchte Luft, die nicht abgeführt wird, sammelt sich in Fugen und Silikon. Eine Abluftanlage mit Nachlauf und eine Nachströmöffnung unter der Tür gehören bei uns deshalb zur Planung und nicht zu den Sonderwünschen. Was dahintersteckt, lesen Sie unter Bad lüften.