Gebaut wurde der Ortsteil in zwei Schüben: erst die Siedlungs- und Reihenhäuser der Zwischenkriegszeit, dann die Zeilenbauten der fünfziger Jahre zwischen Alt-Mariendorf, dem Westphalweg und der Trabrennbahn. Beide Bestände stehen heute mit ihrem ersten oder zweiten Bad da, und viele Eigentümer sind nie ausgezogen.
Ein Teil dieser Zeilen steht unter Denkmalschutz. Die Denkmaldatenbank Berlin führt die Siedlung Mariendorf-Ost als Gesamtanlage, errichtet 1955 bis 1957 nach dem Entwurf von Wils Ebert für die GEHAG. Der Eintrag nennt Adressen an der Rixdorfer Straße, der Bosporusstraße, der Britzer Straße, am Dardanellenweg, am Imbrosweg und in der Skutaristraße. Wer dort wohnt, braucht für eine Veränderung des Erscheinungsbildes nach § 11 DSchG Bln vorab die Genehmigung der Unteren Denkmalschutzbehörde. Im Bad trifft das ein neues Abluftgitter in der Fassade und ein anderes Badfenster.
Der Anlass für einen Umbau ist deshalb selten die Fliese, sondern der Wannenrand: Irgendwann wird aus dem Hineinsteigen ein Manöver, das man sich morgens vornimmt. Alles Weitere hier dreht sich um diese Kante — und darum, wie sie verschwindet, ohne dass der Raum nach Station aussieht.


