Wer in Mariendorf anruft, wohnt meist schon lange dort
Gebaut wurde der Ortsteil in zwei Schüben: erst die Siedlungs- und Reihenhäuser der Zwischenkriegszeit, dann die Zeilenbauten der fünfziger Jahre zwischen Alt-Mariendorf, dem Westphalweg und der Trabrennbahn. Beide Bestände stehen heute mit ihrem ersten oder zweiten Bad da, und viele Eigentümer sind nie ausgezogen.
Der Anlass für den Anruf ist deshalb selten die Fliese, sondern der Wannenrand: Irgendwann wird aus dem Hineinsteigen ein Manöver, das man sich morgens vornimmt. Alles Weitere hier dreht sich um diese Kante — und darum, wie sie verschwindet, ohne dass der Raum nach Station aussieht.
Dreieinhalb bis viereinhalb Quadratmeter, alles an einer Wand
Die Wohnungen im Zeilenbau haben 55 bis 70 Quadratmeter und liegen in drei bis vier Geschossen ohne Aufzug. Das Bad misst 3,5 bis 4,5 Quadratmeter: die Wanne mit 150 bis 160 Zentimetern quer an der Stirnwand, das WC daneben, weil dort der Strang hochläuft, der Waschtisch gegenüber. Das Kippfenster von etwa 40 mal 60 Zentimetern sitzt hoch über der Wanne, und sein Griff auf 1,90 Metern ist für viele Bewohner längst außer Reichweite. Eine Abluft mit Feuchtesensor und Nachlauf übernimmt dann, was das Fenster nicht mehr leistet (Bad lüften).
Im Siedlungs- oder Reihenhaus liegt das Bad im Obergeschoss und hat 5 bis 6 Quadratmeter. Dort kommt eine Frage dazu, die es in der Wohnung nicht gibt: Wer die Treppe nicht mehr sicher nimmt, braucht unten ein WC — und dessen Preis hängt vor allem an der Entfernung zum Abwasserstrang (Gäste-WC).
Der Einstieg: 25 bis 35 Millimeter statt 55 Zentimeter
Welcher Ablauf in Frage kommt, hängt an zwei Zahlen, die regelmäßig durcheinandergehen. Der Ablaufkörper für sich hat eine Einbauhöhe. Was von der Rohdecke bis zur Oberkante der fertigen Fliese gebraucht wird, heißt Aufbauhöhe.
Ein Standardablauf verlangt 120 bis 150 Millimeter Aufbauhöhe, davon 90 bis 110 für den Körper selbst — mehr, als ein Fünfzigerjahre-Boden hergibt. Der flache Punktablauf braucht 95 bis 120 Millimeter Aufbauhöhe bei 65 bis 90 Millimetern Einbauhöhe und geht über der Massivdecke im Zeilenbau meistens auf. Der Wandablauf belegt rund 70 Millimeter in der Vorwand und kommt mit 70 bis 100 Millimetern Aufbauhöhe aus.
Reicht auch das nicht, wird die extraflache Duschfläche einfach auf den vorhandenen Boden gesetzt. Der Bodenaufbau bleibt dabei unberührt, und der Einstieg misst 25 bis 35 Millimeter. Gegen einen Wannenrand von 55 Zentimetern ist das nichts. Und es geht schneller: drei bis vier Arbeitstage statt acht bis zehn, was in einer bewohnten Wohnung mit einem einzigen Bad zählt.
Die Tür, die nach innen aufgeht
In beiden Bauformen schlägt die Badtür nach innen auf. Das kostet knapp einen halben Quadratmeter Stellfläche und hat einen zweiten Nachteil: Wer im Bad stürzt und hinter der Tür zu liegen kommt, blockiert sie von innen. Den Anschlag zu drehen ist der billigste Eingriff mit der größten Wirkung, meist ein Tag Arbeit mit neuer Zarge.
Die zweite Zahl ist die lichte Breite: In diesen Bädern sind 59 bis 71 Zentimeter üblich, ein Rollator braucht 80. Verbreitern heißt in der Ziegelwand des Zeilenbaus: neuer Sturz, neue Laibung, ein bis zwei Arbeitstage.
Halt, der nicht nach Halt aussieht
Ein Stützklappgriff und ein Duschklappsitz müssen 100 Kilogramm tragen. Sie halten nicht in Fliese und Putz, sondern in einer Traverse im Ständerwerk der Vorwand, und die muss dort sitzen, bevor gefliest wird.
Sichtbar ist davon hinterher wenig. Griffe und Sitz gibt es in gebürstetem Edelstahl oder mattem Schwarz, also in der Oberfläche der Armatur. Der Sitz klappt an die Wand; seine Sitzhöhe von 45 bis 48 Zentimetern ist dieselbe, die eine gemauerte Bank hätte. Die beiden Klappgriffe am WC stehen 65 bis 70 Zentimeter auseinander.
Ein Punkt gehört in die Planung und nicht in die Montage: Wo ein Sitz hinkommt, gehört der Ablauf an die Wand, sonst liegt die stärkste Neigung genau dort, wo Sitz und Füße stehen. Die Maße dazu stehen unter barrierefreies Bad, der Umbau unter Dusche statt Wanne.
Boden, Licht und der Unterschied, den man sieht
Rutschhemmung wird im Bad barfuß bewertet und nicht in Schuhen: In der Duschfläche arbeiten wir mit der Bewertungsgruppe B, für den übrigen Boden genügt R10.
Dazu zwei Punkte ohne Technik. Ein Boden, der sich farblich klar von der Wand absetzt, zeigt auch bei nachlassender Sehkraft, wo der Raum aufhört; dasselbe gilt für WC und Griffe gegenüber der Fliese. Und ein Auge mit siebzig braucht ein Mehrfaches des Lichts, das mit dreißig gereicht hat — blendfrei von der Seite statt als Kugel an der Decke (Bad Beleuchtung).
Wohnen bleiben, während gebaut wird
Das Bad ist in diesen Wohnungen das einzige. Wir hängen das WC deshalb am Abbruchtag als Letztes ab und setzen das neue als Erstes; dazwischen liegen Stunden und nicht Tage. Vor die Badtür kommt eine Staubschutzwand, der Schutt geht mangels Aufzug in Bigbags über die Treppe, und der Container steht auf dem Parkstreifen der Siedlungsstraße statt am Mariendorfer Damm. Wie die Tage der Reihe nach aussehen, steht im Ablauf einer Badsanierung.
Was das kostet und was die Kasse angeht
Für 3,5 bis 4,5 Quadratmeter im Zeilenbau liegen die Angebote bei 12.000 bis 18.000 Euro, für 5 bis 6 Quadratmeter im Siedlungshaus bei 15.000 bis 21.000. Der Berliner Rahmen bis 25.000 Euro ist für sechs bis acht Quadratmeter gerechnet und greift hier deshalb selten oben.
Die altersgerechten Positionen sind dabei der kleinste Teil, solange die Wand ohnehin offen ist; woraus sich der Rest zusammensetzt, steht unter Badsanierung Kosten. Liegt ein Pflegegrad vor, beteiligt sich die Pflegekasse an einem solchen Umbau — entscheidend ist, dass der Antrag vor dem Auftrag gestellt wird. Beträge und Bedingungen stehen unter Förderung.
So fängt es an
Die Wolfermann GmbH ist ein Sanitär-Meisterbetrieb mit über 40 Jahren Erfahrung, und Mariendorf gehört zum Einsatzgebiet, ebenso Tempelhof, Lankwitz, Marienfelde, Steglitz und Schöneberg.
Sagen Sie am Telefon unter 030 4173 3464 zwei Dinge: das Baujahr des Hauses und ob im Haushalt ein Pflegegrad anerkannt ist. Dann steht schon vor dem Aufmaß fest, worüber zu reden ist und in welcher Reihenfolge.