Drei Bestände in einer Stadt
Potsdam trägt drei Baualter nebeneinander. In der Innenstadt stehen barocke Bürgerhäuser aus rotem, unverputztem Ziegel, ab den 1730er Jahren gebaut, im Holländischen Viertel als geschlossenes Ensemble; in Babelsberg kommen die eingeschossigen Weberhäuser dazu. In der Nauener und der Berliner Vorstadt, am Griebnitzsee und in der Templiner Vorstadt liegen die Villen am Wasser, meist von 1870 bis 1930. Am Stadtrand stehen die Plattenbauten der siebziger und achtziger Jahre: Am Stern, Drewitz, Schlaatz, Waldstadt.
Das Missverständnis ist überall dasselbe, nur mit wechselndem Vorzeichen: Im Denkmal dürfe man am Bad nichts machen, in der Platte lasse sich nichts machen. Beides stimmt so nicht.
Was der Denkmalschutz an einem Bad wirklich berührt
Schutz bedeutet nicht überall dasselbe. Liegt Ihr Haus in einem Denkmalbereich, geht es um das äußere Erscheinungsbild der Straße: Fassade, Dachform, Fenster, Toreinfahrt. Was dahinter geschieht, ist nicht erfasst. Ist das Haus Einzeldenkmal, kann die geschützte Substanz bis ins Innere reichen, etwa Treppenhaus, Stuck, Türblätter samt Beschlägen oder ein Terrazzoboden.
Für ein Bad ist das meistens die Entwarnung, denn die wenigsten Potsdamer Bäder gehören zur Denkmalsubstanz. In den barocken Häusern wurde das Bad erst im 20. Jahrhundert in eine Kammer eingebaut, in den Villen ist es seither zwei- bis dreimal erneuert worden. Fliesen von 1985, eine Wanne von 1998 und eine Vorwand aus Gipskarton schützt niemand.
Verbindlich ist das nur aus einer Quelle: dem Eintrag in der Denkmalliste und der Auskunft der Unteren Denkmalschutzbehörde. Wo eine denkmalrechtliche Erlaubnis nötig ist, verlangt das Brandenburgische Denkmalschutzgesetz sie vor Beginn der Arbeiten. Holen Sie die Auskunft deshalb ein, bevor Sie Fliesen und Objekte aussuchen; eine Rechtsberatung ist sie von uns nicht.
Fenster und Abluft: die zwei Stellen, an denen ein Bad nach außen wirkt
Das Fenster zuerst. Ein historisches Kastenfenster im Bad lässt sich instand setzen, nachdichten und innen um eine zweite Ebene ergänzen, mit einem Beschlag, der eine Spaltlüftung hält. Erlaubnispflichtig wäre das Kunststofffenster an derselben Stelle.
Dann die Abluft, die einzige Leitung, die ein Bad zwangsläufig nach draußen führt. Eine Kernbohrung DN 100 bis DN 125 mit Außengitter ist in einer geschützten Fassade sichtbar, in unverputztem Ziegel besonders, weil sie das Steinbild zerschneidet. Drei Wege bleiben: ein vorhandener Lüftungsschacht, die Führung über das Dach oder eine Öffnung an der Hoffassade. Welcher davon geht, entscheidet sich beim Aufmaß, nicht bei der Auswahl des Ventilators (Bad lüften).
Der Ablauf richtet sich nach dem Türblatt
In einem Haus mit geschützter Ausstattung gilt eine Bedingung, die es sonst nicht gibt: Der fertige Fußboden darf nicht steigen, denn ein originales Türblatt mit altem Futter lässt sich nicht um zwei Zentimeter kürzen. Dazu kommt die Luft, die für die Abluftanlage nachströmen muss. Richtwert sind 120 bis 150 Quadratzentimeter freier Querschnitt, bei 80 Zentimetern Türbreite ein Spalt von anderthalb bis zwei Zentimetern unter dem Blatt. Steigt der Boden, ist er weg.
Damit steht die Bauart des Ablaufs fest, bevor über Fliesen gesprochen wird. Aufbauhöhe meint den Weg von der Rohdecke bis zur Oberkante der fertigen Fliese, Einbauhöhe nur den Ablaufkörper. Ein Standard-Punktablauf hat 90 bis 110 Millimeter Einbauhöhe und verlangt 120 bis 150 Millimeter Aufbauhöhe. Bleibt weniger, kommt der flache Punktablauf mit 65 bis 90 Millimetern Einbauhöhe und 95 bis 120 Millimetern Aufbauhöhe in Frage, danach der Wandablauf, der rund 70 Millimeter in der Vorwand belegt und mit 70 bis 100 Millimetern Aufbauhöhe auskommt. Soll der Boden gar nicht angetastet werden, bleibt die aufgesetzte extraflache Duschfläche: kein Bodenaufbau, 25 bis 35 Millimeter Einstieg. Alle Maße im Zusammenhang: bodengleiche Dusche.
Villa am Wasser: wohin der neue Strang läuft
In den Villen der Vorstädte geht es oft um ein zusätzliches Bad im Obergeschoss oder unter dem Dach. Die Frage ist dann, wo das neue Fallrohr nach unten kommt, ohne dass im Treppenhaus ein Kasten erscheint. Häufig löst das ein stillgelegter Schornsteinzug: 20 mal 20 Zentimeter nehmen ein Fallrohr DN 100 samt Dämmung auf, 13,5 mal 13,5 Zentimeter nur noch Zuleitungen. Stillgelegt haben muss ihn der Bezirksschornsteinfeger (Bad im Altbau).
Die Sanitärzelle am Stern, in Drewitz und am Schlaatz
In den Plattenbauwohnungen sitzt das Bad in einer vorgefertigten Betonzelle von innen etwa 1,30 mal 2,00 Metern. Wird sie herausgenommen und der Raum in Trockenbau neu aufgebaut, gewinnen Sie je Seite fünf bis zehn Zentimeter Grundfläche und rund 15 Zentimeter Höhe, weil die Zelle eine eigene Decke unter der Geschossdecke trägt. Der Steigstrang bleibt dabei in seiner Ecke.
Ein Punkt gehört vorab geklärt: In einem Teil der Serien enthalten die Zellenplatten Asbestzement. Vor dem Abbruch geht deshalb eine Probe ins Labor; fällt sie positiv aus, läuft der Ausbau nach TRGS 519 durch einen zugelassenen Fachbetrieb (Asbest im Bad).
Was ein Bad in Potsdam kostet
Die 15.000 bis 25.000 Euro für sechs bis acht Quadratmeter gelten auch hier, streuen in Potsdam aber weiter als dort, wo ein Baualter den Bestand bestimmt. Eine neu aufgebaute Sanitärzelle von rund drei Quadratmetern liegt bei 11.000 bis 16.000 Euro, ein Bad im Vorstadt-Altbau mit fünf bis sieben Quadratmetern bei 16.000 bis 26.000, ein Villenbad mit zehn bis vierzehn Quadratmetern bei 26.000 bis 40.000.
Der Denkmalschutz selbst steckt in keiner dieser Zahlen. Er kostet dort etwas, wo er die Bauart vorgibt: ein instand gesetztes Kastenfenster statt eines neuen, ein Lüftungsweg über das Dach statt der kurzen Bohrung nach vorn, ein Ablauf ohne Aufbauhöhe. Zusammen meist ein- bis zweitausend Euro. Den Rest erklärt Badsanierung Kosten.
Wo gebaut wird
Im Impressum dieser Seite steht die Wolfermann GmbH, ein Sanitär-Meisterbetrieb mit über 40 Jahren Erfahrung. Potsdam liegt im Einsatzgebiet, ebenso Kleinmachnow, Stahnsdorf und Teltow sowie die Berliner Bezirke von Zehlendorf bis Mitte.
Der nächste Schritt
Sagen Sie unter 030 4173 3464 in zwei Sätzen, um welches Haus es geht — Innenstadt, Villa in einer der Vorstädte oder Wohnung in der Platte — und ob ein Denkmaleintrag bekannt ist. Damit steht fest, worauf wir beim Aufmaß zuerst schauen: Fenster und Lüftungsweg im geschützten Haus, Aufbauhöhe und Türblatt im Altbau, Zelle und Steigstrang in der Platte. Der Termin ist kostenfrei, vor Ort oder per Videocall.
Zum Einlesen: Dusche statt Wanne und barrierefreies Bad. Der Lohnanteil steht auf der Rechnung getrennt, für § 35a EStG.