Warum so viele Bäder hier aus einer einzigen Bauphase stammen
Der Bestand in Gesundbrunnen ist zweigeteilt. Entlang der Badstraße, im Soldiner Kiez und rund um den Humboldthain stehen Gründerzeithäuser mit Vorderhaus, Seitenflügel und Quergebäude. Dazwischen liegt, was nach den Kriegslücken entstand: Zeilenbauten der fünfziger Jahre an der Bernauer Straße und die größeren Blocks, die im Brunnenviertel in den sechziger und siebziger Jahren an die Stelle abgerissener Altbauten traten.
Beide Bestände verbindet eine Modernisierungswelle. In den Sechzigern bekamen sehr viele dieser Wohnungen ihr erstes eigenes Bad, im Altbau in die Kammer neben der Küche gesetzt, im Neubau von vornherein vorgesehen. Die Ausstattung war in beiden Fällen dieselbe: Stahlwanne von 160 oder 170 Zentimetern, darum eine gemauerte Schürze, Fliesen im Format 15 mal 15 bis auf 1,50 Meter und darüber Ölfarbe. Wo das noch so aussieht, ist das Bad sechzig Jahre alt.
Was hinter der gemauerten Wannenschürze liegt
Die Schürze besteht aus Ziegel von 11,5 Zentimetern oder aus Porenbeton von 7,5 bis 10 Zentimetern und steht auf der Rohdecke, nicht auf dem Estrich. Eine Revisionsöffnung hat sie fast nie. Ablauf und Überlauf der Wanne sind also seit dem Einbau nicht mehr zugänglich gewesen. Tropft dort eine Dichtung, zieht das Wasser über Jahre in den Boden, und bemerkt wird es zuerst am weichen Putz im Raum darunter.
Wichtiger als der Abbruch ist, was darunter zum Vorschein kommt. Der Estrich wurde damals bis an die Schürze gezogen und endete dort. Unter der Wanne liegt deshalb häufig nichts als die Rohdecke, im Gründerzeithaus die alte Dielung mit ihrer Sandschüttung. Es fehlen 40 bis 60 Millimeter, genau dort, wo später die Duschfläche sitzen soll. Wer das erst beim Abbruch merkt, hat einen Nachtrag. Wir messen es vorher.
Welcher Ablauf in diesen Boden passt
Zwei Maße werden oft verwechselt. Die Einbauhöhe ist der Ablaufkörper allein. Die Aufbauhöhe zählt von der Rohdecke bis zur Oberkante der fertigen Fliese, und nur sie entscheidet darüber, was geht.
- Punktablauf in Standardbauform: 90 bis 110 Millimeter Einbauhöhe, 120 bis 150 Millimeter Aufbauhöhe. In diesem Bestand selten vorhanden.
- Flacher Punktablauf: 65 bis 90 Millimeter Einbauhöhe, 95 bis 120 Millimeter Aufbauhöhe.
- Wandablauf: rund 70 Millimeter in der Vorwand, 70 bis 100 Millimeter Aufbauhöhe im Boden. Die Höhe wandert in die Vorwand statt in den Fußboden, und deshalb ist das hier der übliche Weg.
- Aufgesetzte extraflache Duschfläche: kein Bodenaufbau, 25 bis 35 Millimeter Einstieg. Für Wohnungen, in denen der Boden nicht geöffnet werden soll.
Die Flächenmaße dazu stehen unter bodengleiche Dusche und Duschtasse Maße.
Holzbalken oder Beton: zwei Rechnungen
Unter dem Bad im Gründerzeithaus liegt eine Holzbalkendecke. Die Balken liegen in Berliner Häusern dieser Zeit meist 80 bis 90 Zentimeter auseinander, und der Ablauf muss zwischen sie, nicht durch sie. Kommt die alte Schüttung heraus, gewinnen Sie genau die Höhe, die eine Dusche ohne Stufe braucht. Alles Weitere dazu steht unter Badsanierung im Altbau.
Im Zeilenbau und in den Blocks des Brunnenviertels finden wir eine Betondecke mit vier bis fünf Zentimetern Estrich, teils schwimmend auf einer Dämmschicht. Der Installationsschacht steht dort fest, das WC bleibt an seinem Anschluss, und die Kalkulation wird entsprechend verlässlich.
Auch die Raumhöhe fällt unterschiedlich aus: 3,00 bis 3,40 Meter im Vorderhaus, 2,60 bis 2,80 Meter im Seitenflügel, rund 2,50 Meter im Nachkriegsbau. Der alte Fliesenspiegel endet überall bei 1,50 Metern. Ziehen wir ihn im Vorderhaus auf 2,20 Meter hoch, kommen etwa sieben Quadratmeter Wandfläche dazu, bis unter die Decke noch einmal gut zehn. An dieser Entscheidung hängt ein vierstelliger Betrag, und getroffen wird sie bei der Bemusterung.
Warmwasser, Strom und Wärme aus derselben Zeit
Über der Wanne hängt in vielen dieser Bäder noch ein Gas-Durchlauferhitzer mit Abgasrohr in den Schornstein. Ein Gerät mit 21 Kilowatt liefert rund 12 Liter je Minute bei 38 Grad; für eine Regendusche mit zweitem Brausekopf wird das knapp. Ob der Zug weiter genutzt werden kann, entscheidet der Bezirksschornsteinfeger, und das wird vor der Bemusterung geklärt, nicht während der Bauzeit.
Die Elektrik stammt ebenfalls aus der Einbauzeit: ein Lichtauslass an der Decke, keine Steckdose, kein eigener Stromkreis. Dazu kommen ein Fehlerstromschutzschalter mit 30 Milliampere, Steckdosen seitlich neben dem Spiegel und Licht in zwei Ebenen, siehe Lichtkonzept fürs Bad.
Einen Heizkörper hat das Sechzigerjahre-Bad oft überhaupt nicht. Im unsanierten Altbau rechnen wir mit 120 bis 150 Watt je Quadratmeter, für fünf Quadratmeter also mit 600 bis 750 Watt; die Bauhöhen dazu stehen unter Badheizkörper. Liegt das Bad im Inneren der Wohnung, kommt eine Abluftanlage mit Nachlauf hinzu, siehe Bad lüften.
Kosten, Container und Treppenhaus
Die Berliner Spanne von 15.000 bis 25.000 Euro gilt für sechs bis acht Quadratmeter. Auf den vier bis fünf Quadratmetern, die hier üblich sind, liegen die meisten Angebote bei 12.000 bis 19.000 Euro. Der Wandablauf kostet kaum mehr als ein Punktablauf; Schürze und Bodenausgleich schlagen stärker zu Buche. Die einzelnen Posten stehen unter Badsanierung Kosten.
An Badstraße und Brunnenstraße ist der Straßenraum knapp. Die Halteverbotszone für den Container beantragen wir, die Gebühr steht im Angebot. Einen Aufzug gibt es in den Gründerzeithäusern meist nicht, sodass im vierten Obergeschoss Schutt und Material über die Treppe gehen. Das verlängert Abbruch und Anlieferung, nicht die Arbeit im Raum.
Erst messen, dann rechnen
Die Wolfermann GmbH ist ein Sanitär-Meisterbetrieb mit über 40 Jahren Erfahrung und fährt von Kleinmachnow aus in den Berliner Bestand, nach Gesundbrunnen ebenso wie nach Wedding, Mitte, Moabit, Tiergarten, Prenzlauer Berg und Pankow.
Beim Aufmaß wird nichts geöffnet. Wir messen Bodenaufbau, Türschwelle und die mögliche Vorwandtiefe, sehen uns Schürze, Fliesenspiegel und Abgasrohr an und sagen Ihnen, welcher Ablauf in Ihr Bad passt. Das geht vor Ort oder per Videocall. Für den Termin berechnen wir nichts, und Sie entscheiden danach ohne Bindung.
Sagen Sie am Telefon unter 030 4173 3464 kurz, ob Ihre Wohnung im Gründerzeithaus oder im Zeilenbau liegt und ob die Wanne eine gemauerte Schürze hat. Dann steht schon vor dem Termin fest, worüber zu sprechen ist. Was danach der Reihe nach passiert, lesen Sie unter Ablauf einer Badsanierung; die Leistungen im Einzelnen unter Badumbau, Badrenovierung und Dusche statt Wanne.