Dreißig Jahre nach der ersten Sanierung
Weißensee wurde in den neunziger Jahren im Schnelldurchlauf modernisiert. Das Fördergebietsgesetz begünstigte Modernisierungen in den neuen Ländern bis Ende 1998, und entsprechend dicht standen die Gerüste: im Komponistenviertel, rund um den Antonplatz, an der Berliner Allee und in den Seitenstraßen zur Langhansstraße. Viele Gründerzeitwohnungen bekamen damals zum ersten Mal ein eigenes Bad. Es entstand in der früheren Kammer oder in einem abgeteilten Stück Flur. Typisch dafür sind vier bis sechs Quadratmeter, eine Duschtasse mit Kunststoffkabine, ein Fliesenspiegel bis 1,50 Meter über dem Boden und eine Bordüre auf halber Höhe.
Diese Bäder sind nicht kaputt. Sie sind durch. Und sie stellen eine andere Aufgabe als ein Raum, der nie angefasst wurde: Es wird nicht erstmals gebaut, sondern ein bekannter Aufbau zurückgebaut.
