Vier Quadratmeter zwischen Flur und Küche
Die Weddinger Mietshäuser entstanden zwischen 1870 und 1914 als geschlossener Blockrand mit Seitenflügel und Quergebäude, und geplant wurden sie ohne Bad. Was heute Badezimmer heißt, war meist Speisekammer oder ein abgeteilter Streifen neben der Küche, eingebaut in den sechziger und siebziger Jahren, als die Toilette von der halben Treppe in die Wohnung wanderte.
Daraus ergeben sich die Maße, die im Sprengelkiez, rund um den Sparrplatz und im Brüsseler Kiez immer wieder auftauchen: 1,50 mal 2,30 Meter oder 1,60 mal 2,10, also 3,5 bis 4 Quadratmeter, ohne Fenster, dafür 2,70 bis 3,10 Meter bis zur Decke. Die Tür ist schmal, oft 60 bis 70 Zentimeter licht, und sie schlägt nach innen auf.
Zentimeter, die auf keiner Rechnung stehen
Bevor es um Fliesen geht, wird zusammengesucht, wo der Raum geblieben ist. Die alte Vorwand vor dem Strang ist häufig 20 bis 25 Zentimeter tief, ein heutiges Spülkastenelement baut mit 10 bis 12. Ein Wand-WC in der kurzen Ausführung lädt 49 Zentimeter aus statt 54 bis 56. Ein Waschtisch mit 35 bis 40 Zentimetern Tiefe gibt gegenüber dem alten Halbsäulenbecken noch einmal eine Handbreit zurück. Und wird die Tür nach außen gehängt oder gegen eine Schiebetür getauscht, fällt die Sperrfläche mitten im Raum weg.
Vier kleine Posten, die zusammen darüber entscheiden, ob am Ende eine Duschnische dasteht oder eine begehbare Fläche.
Der Ablauf entscheidet, nicht der Wunsch
Zwei Maße werden ständig verwechselt. Die Einbauhöhe ist allein der Ablaufkörper. Die Aufbauhöhe zählt den ganzen Weg von der Rohdecke bis zur Oberkante der fertigen Fliese. In diesen Einbaubädern liegt über der Holzbalkendecke ein dünner Estrich, und übrig bleiben oft nur 70 bis 110 Millimeter.
Damit scheidet der Standard-Punktablauf meist aus, der 120 bis 150 Millimeter Aufbauhöhe bei 90 bis 110 Millimetern Einbauhöhe verlangt. Der flache Punktablauf mit 65 bis 90 Millimetern Einbauhöhe und 95 bis 120 Millimetern Aufbauhöhe geht manchmal auf. Verlässlich ist hier der Wandablauf: rund 70 Millimeter baut er in der Vorwand, 70 bis 100 Millimeter Aufbauhöhe braucht er im Boden. Bleibt auch das zu viel, kommt eine aufgesetzte extraflache Duschfläche auf den bestehenden Boden, ohne jeden Bodenaufbau und mit 25 bis 35 Millimetern Einstieg. In einer bewohnten Wohnung ist das oft der Weg, der zwei Arbeitstage spart und die Decke unberührt lässt.
Das Gefälle liegt bei zwei Prozent. Über 120 Zentimeter Tiefe zum Wandablauf sind das gut zwei Zentimeter Höhenunterschied, genug, dass nichts stehen bleibt, und zu wenig, um es beim Stehen zu merken. Varianten und Maße im Einzelnen unter bodengleiche Dusche.
Luft, wo kein Fenster ist
Der Ventilator ist der einfache Teil. Entscheidend ist, dass Luft nachkommt, sonst fördert das Gerät einen Bruchteil seiner Nennleistung gegen einen geschlossenen Raum. Zehn Millimeter unter dem Türblatt oder ein Gitter mit rund 150 Quadratzentimetern freiem Querschnitt genügen dafür.
Wohin die Leitung geht, hängt an der Lage im Grundriss. Sitzt das Bad an der Hofwand, ist der Weg kurz. Sitzt es im Kern der Wohnung, führt er über Flur oder Küche. Ein stillgelegter Schornsteinzug ist dabei kein Lüftungsschacht, und ob er einer werden darf, entscheidet der Bezirksschornsteinfeger. Was eine Anlage leisten muss, steht unter Bad lüften.
Wenn jemand in der Wohnung wohnt
Im Wedding saniert häufig der Eigentümer, während der Mieter bleibt. Das verschiebt die Reihenfolge der Planung nach vorn: erst Ankündigung und Termin, dann Bemusterung. Umlagefähig sind jährlich acht Prozent der Modernisierungskosten abzüglich des Instandhaltungsanteils, wobei die Erhöhung in sechs Jahren drei Euro je Quadratmeter Wohnfläche nicht übersteigen darf und zwei Euro, wenn die Miete darunter unter sieben Euro liegt. Für Maßnahmen bis 10.000 Euro je Wohnung erlaubt § 559c BGB, statt einer Einzelaufstellung pauschal 30 Prozent abzuziehen; wer diesen Weg wählt, ist fünf Jahre daran gebunden.
Damit das trägt, weisen wir Modernisierung und Instandsetzung in der Rechnung getrennt aus, ebenso den Lohnanteil nach § 35a EStG für die selbstgenutzte Wohnung.
Was ein Bad dieser Größe kostet
11.000 bis 17.000 Euro ist der Rahmen für 3,5 bis 4 Quadratmeter mit erneuerter Technik. Teurer macht es hier vor allem die Treppe: Ein solches Bad ergibt ein bis zwei Tonnen Abbruch, und der geht in Eimern und Bigbags aus dem vierten Obergeschoss nach unten, weil in diesen Häusern kein Aufzug steht. Die Halteverbotszone für den Container beantragen wir zwei Wochen vorher, Gebühr und Antrag stehen im Angebot.
Günstiger wird es, wenn der Strang bleibt, wo er ist, und WC und Waschtisch an ihren Abzweigen hängen bleiben. Woraus sich die Summe zusammensetzt, lesen Sie unter Badsanierung Kosten.
So fängt es an
Hinter dieser Seite steht die Wolfermann GmbH, ein Sanitär-Meisterbetrieb mit über 40 Jahren Erfahrung. Gearbeitet wird im ganzen Wedding, vom Sprengelkiez über den Leopoldplatz bis zum Afrikanischen Viertel und zu den Siedlungen am Schillerpark, ebenso in Mitte, Moabit und Gesundbrunnen.
Sagen Sie am Telefon unter 030 4173 3464 zwei Dinge: wie groß das Bad ist und ob jemand darin wohnt. Daraus ergibt sich, ob Wandablauf oder aufgesetzte Duschfläche in Frage kommt und wie der Zeitplan aussehen muss. Den Aufmaßtermin legen wir im selben Gespräch fest, vor Ort oder per Videocall.
Zum Weiterlesen: Bad im Altbau, Dusche statt Wanne, Ablauf einer Badsanierung und barrierefreies Bad.