Warum eine Lampe für ein Bad nicht reicht
In den meisten Berliner Bädern hängt genau eine Leuchte, mittig an der Decke, geschaltet von einem Schalter neben der Tür. Sie kann nur hell oder aus. Morgens ist sie zu schwach für den Blick in den Spiegel, abends zu grell für eine Wanne voll warmem Wasser, und wer davortritt, steht im eigenen Schatten.
Ein Lichtkonzept verteilt diese Arbeit auf vier Ebenen, von denen jede eine eigene Aufgabe hat und sich einzeln schalten lässt. Gemessen an einer ganzen Badsanierung ist das ein kleiner Posten, und er entscheidet mit darüber, ob Ihr Bad ein reiner Funktionsraum bleibt oder abends zum Wohlfühlbad wird.
Auf dieser Seite geht es um die Planung: welche Ebenen ein Bad braucht, wie sie zusammenwirken und was sich getrennt schalten lässt. Welche Leuchte technisch wohin gehört, wie viel Lumen sie abgeben soll und welche Schutzart dort gilt, steht unter Badbeleuchtung.
Ebene 1: das Grundlicht
Es macht den Raum hell, ungefähr 200 Lux. Für ein Bad von sechs bis acht Quadratmetern sind das 1.500 bis 2.000 Lumen. Verteilen Sie diese Menge auf vier bis sechs Lichtpunkte oder auf eine flächige Deckenleuchte statt auf eine einzelne Birne in der Mitte, sonst entsteht der Schatten vor dem Waschtisch von Neuem. Warmweiß mit 2.700 Kelvin ist hier die ruhige Wahl.
Ebene 2: das Spiegellicht
Am Spiegel kommt es auf Genauigkeit an, denn hier beurteilen Sie Farben. Zwei Leuchten links und rechts vom Spiegel, Mitte auf 160 bis 170 Zentimeter über dem fertigen Boden, Abstand zueinander 60 bis 90 Zentimeter, je 400 bis 700 Lumen hinter mattem Glas. Im Gesicht kommen so etwa 500 Lux an. Worauf es dabei im Einzelnen ankommt, lesen Sie ausführlich unter Licht im Bad.
Ebene 3: das Akzentlicht
Mit dieser Ebene bekommt das Bad seine ruhige Stimmung. Eine Nische in der Vorwand misst üblicherweise 30 mal 60 Zentimeter und ist bei einer 12,5 Zentimeter starken Vorwand rund 10 Zentimeter tief. Ein LED-Band mit 24 Volt sitzt hinter der vorderen Kante in einem Aluprofil mit Blende, im Duschbereich mit Schutzart IP65. Dieselbe Linie funktioniert hinter der Spiegelkante, in einer Regalnische oder als schmaler Streifen unter der Wannenschürze.
Abends genügt diese Ebene für sich allein. Das warme Licht liegt dann als Streifen auf den Fliesen und spiegelt sich im Wasser, und der Raum wirkt dadurch deutlich ruhiger. Wenn Sie sich ein Erlebnisbad wünschen, erreichen Sie das eher über diese Lichtlinie als über eine besondere Armatur.
Ein Hinweis, der Ihnen später Ärger erspart: Licht, das flach an einer Wand entlangstreicht, betont jede Unebenheit und jede Fuge. Auf einer glatten Oberfläche wirkt es ruhig, auf einer welligen Fliesenwand macht es die Wellen erst richtig sichtbar. Wo eine solche Lichtlinie geplant ist, lohnt sich der Blick auf fugenlose Bäder oder zumindest auf einen sehr sorgfältig verlegten Fliesenspiegel.
Ebene 4: das Orientierungslicht
Ein schmales Band unter dem Waschtischunterschrank oder in der Sockelkante, 20 bis 40 Lumen, 10 bis 30 Zentimeter über dem Boden, sehr warm mit 2.200 bis 2.700 Kelvin. Ein Bewegungsmelder schaltet es nachts für ein bis drei Minuten ein. Das genügt, um den Weg zu sehen, ohne richtig wach zu werden, und es ist zugleich einer der Punkte, die ein barrierefreies Bad im Alltag sicherer machen.
Passt das in Ihr Bad?
Drei Dinge entscheiden darüber, und alle drei lassen sich in zehn Minuten klären.
Was liegt an Leitungen? Im Bestand führt meist eine einzige Leitung zur Deckendose und manchmal eine zweite über den Spiegel. Getrennt schaltbare Ebenen brauchen mehr Adern. Entweder legen wir je Ebene eine eigene Leitung, oder es kommt eine fünfadrige Zuleitung mit einem kleinen Schaltaktor in die Verteilung. Der zweite Weg ist im Altbau häufig der schnellere, weil weniger Wand geöffnet werden muss.
Was gibt die Decke her? Einbauleuchten brauchen 6 bis 9 Zentimeter Einbautiefe. In der Betondecke eines Plattenbaus ist die nicht vorhanden, dort hilft nur eine abgehängte Ebene, und die kostet 8 bis 12 Zentimeter Raumhöhe. Gründerzeitbäder mit 3 Metern Höhe verkraften das mühelos, ein Bad mit 2,50 Meter Decke dagegen selten. Wie sich das mit dem übrigen Grundriss verträgt, gehört in die Planung, siehe Bad planen.
Wem gehört die Wand? In der Eigentumswohnung sind Steigleitungen und Schächte Gemeinschaftseigentum, die Elektrik innerhalb der Wohnung dagegen nicht. Ein zusätzlicher Stromkreis endet trotzdem im gemeinschaftlichen Zählerschrank, und dafür gelten eigene Spielregeln. Was in der WEG geklärt sein will, steht unter Bad in der Eigentumswohnung.
Was das ungefähr kostet
| Was gemacht wird | Aufwand | Was das meist kostet |
|---|---|---|
| Zweite Lichtebene am vorhandenen Anschluss | 2 bis 3 Stunden | 150 bis 350 Euro Arbeit |
| Vier bis sechs Einbauleuchten, Decke vorhanden | 1 Arbeitstag | 500 bis 900 Euro |
| Abgehängte Decke mit Spots, 6 bis 8 Quadratmeter | 2 bis 3 Arbeitstage | 1.200 bis 2.400 Euro |
| LED-Band in einer Nische, Netzteil erreichbar | 3 bis 5 Stunden | 200 bis 450 Euro |
| Orientierungslicht mit Bewegungsmelder | 2 bis 4 Stunden | 150 bis 400 Euro |
| Leerrohre für später, im Zuge des Rohbaus | halber Arbeitstag | 15 bis 30 Euro je Meter |
| Vier Ebenen komplett, während einer Sanierung | 2 bis 4 Arbeitstage | 2.000 bis 4.500 Euro |
Das sind Erfahrungswerte aus dem Berliner Bestand und keine Angebote. Die Leuchten und Bänder kommen dazu und haben die größere Spanne, eine solide Spiegelleuchte beginnt bei rund 80 Euro. Wie sich diese Beträge in eine ganze Badsanierung einordnen, zeigt Badsanierung Kosten. Ihren Festpreis bekommen Sie nach dem Aufmaß, und der Lohnanteil wird darin getrennt ausgewiesen.
Wie der Einbau abläuft
Die Elektrik liegt früh, meist am zweiten bis fünften Arbeitstag, nach dem Abbruch und vor der Abdichtung. In dieser Woche fallen alle Lichtentscheidungen: Wo hängt der Spiegel, wie breit ist er, wo sitzt die Nische, wie viele Kreise sollen es werden. Sobald die Dosen sitzen und gefliest wird, steht jede Position fest. Wenn Sie den Ablauf im Ganzen sehen möchten, finden Sie ihn beim Badumbau.
Der Rest folgt der üblichen Reihenfolge: Rohinstallation, Abdichtung, Fliesen, Endmontage. Bevor die Arbeiten beginnen, suchen Sie aus unserem breiten Portfolio Ihre Fliesen und Armaturen heraus, damit Farben und Oberflächen zum geplanten Licht passen. Leuchten und Blenden kommen erst am Ende, wenn kein Staub mehr fliegt.
Leerrohre: die günstigste Vorsorge im Rohbau
Ein Leerrohr M20 oder M25 kostet im Rohbau fast nichts und entscheidet darüber, ob in fünf Jahren eine zusätzliche Leuchte möglich ist, ohne die Wand zu öffnen. Damit es funktioniert, braucht es gerade Züge mit höchstens zwei Bögen, an beiden Enden eine Dose und einen Zugdraht, der drin bleibt. Sinnvolle Ziele sind die Nische, die Deckenmitte, beide Spiegelseiten und die Sockelkante. Wenn ohnehin gezogen wird, nehmen Sie das Rohr für zwei Deckenlautsprecher gleich mit: Es liegt auf derselben Strecke, kostet ein paar Euro mehr und ist der einzige Weg, Musik im Bad später ohne Fliesenbruch nachzurüsten.
Ohne Leerrohr bedeutet jede spätere Leitung einen Schlitz in einer gefliesten Wand. Den Schlitz selbst bekommen wir wieder zu, schwieriger ist die Fliese darüber: Dieselbe Serie gibt es nach Jahren nur selten, und ein Farbunterschied von einem Ton fällt im Streiflicht sofort auf.
Wo die Norm die Planung begrenzt
Wasser und Strom teilen sich einen Raum, deshalb gilt DIN VDE 0100-701. Für die Planung heißt das vor allem zweierlei: Schalter und Steckdosen haben über Wanne und Dusche nichts zu suchen, und die Akzentleuchte in der Duschnische braucht Schutzart IP65. Welche Schutzart in welchem Bereich gilt und warum in älteren Wohnungen zusätzlich der Fehlerstromschutzschalter fällig wird, steht unter Badbeleuchtung.
Szenen: was zusammen geschaltet wird
Vier Ebenen heißen nicht vier Schalter. Für den Alltag genügen zwei, wenn man sie klug belegt: Grundlicht und Spiegellicht auf dem einen, Akzent- und Orientierungslicht auf dem anderen, wobei das Orientierungslicht ohnehin am besten über einen Bewegungsmelder läuft. Feste Szenen, morgens alle Ebenen und abends nur Nische und Sockel, brauchen dagegen einen Aktor in der Verteilung und mindestens einen Taster mehr; die Adern dafür legen wir heute mit, auch wenn die Steuerung erst in einigen Jahren kommt. Welche Lichtfarbe in welche Ebene gehört und warum gedimmte LED flackern, erklärt der Ratgeber Badbeleuchtung.
Wann die einfachere Lösung die bessere ist
Zwei Ebenen decken den Alltag zu neunzig Prozent ab: ein gutes Grundlicht und ein ordentliches Spiegellicht, auf zwei Schaltern. Wenn Sie das Bad in absehbarer Zeit vermieten oder die Wohnung verkaufen möchten, wenn es ein Gäste-WC von zwei Quadratmetern ist oder wenn ohnehin nur die Objekte getauscht werden, bringt alles Weitere wenig Gegenwert. Auch dann lohnt sich das Leerrohr, weil es Ihnen die Tür für später offen hält.
Die Nachteile, die dazugehören
Mehr Technik bedeutet auch mehr, was einmal ausfallen kann. Netzteile halten je nach Qualität fünf bis zehn Jahre. Blenden und Profile setzen Kalk an und wollen abgewischt werden. Eine abgehängte Decke nimmt Raumhöhe und macht spätere Reparaturen an Leitungen umständlicher. Und vier Schalter nebeneinander sind für Gäste schwer zu deuten, wenn niemand dazuschreibt, was wozu gehört. Zwei gut gemachte Ebenen sind deshalb meist die bessere Wahl als vier halb durchdachte.
Sprechen Sie uns beim Aufmaß darauf an
Die Wolfermann GmbH ist ein Meisterbetrieb mit über 40 Jahren Erfahrung mit Sitz in Kleinmachnow. Elektriker, Installateur und Fliesenleger sind unsere eigenen Leute, deshalb planen wir das Licht zusammen mit der Rohinstallation und nicht hinterher. Wir arbeiten in ganz Berlin und im südwestlichen Umland.
Beim Aufmaß sehen wir uns an, was Ihre Anschlüsse hergeben, wie hoch die Decke ist und wo eine Nische Platz hätte. Danach bekommen Sie einen Festpreis. Das Aufmaß geht vor Ort oder per Videocall, und fürs Licht ist der Videocall meist der schnellere Weg: Sie halten das Handy einmal an die Spiegelwand, öffnen den Spiegelschrank und zeigen den Verteiler, dann wissen wir genug. Das Aufmaß kostet Sie nichts und verpflichtet Sie zu nichts. Der Lohnanteil wird auf der Rechnung getrennt ausgewiesen, damit Sie ihn nach § 35a EStG geltend machen können.
Am schnellsten geht es telefonisch unter 030 220 569 70, montags bis freitags von 7 bis 16:30 Uhr. Wenn Sie uns sagen, wie groß Ihr Bad ist und ob eine Sanierung ansteht oder nur das Licht, finden wir gleich einen Termin. Falls Ihnen ein Anruf gerade nicht passt, schreiben Sie uns gern über das Anfrageformular auf dieser Seite.
