Vier Maße entscheiden am WC
Das WC ist das Objekt, an dem sich im Bad am häufigsten verrechnet wird. Es sieht schmal aus, belegt aber mit Vorwand und Ausladung leicht drei Viertel eines Meters, und es braucht davor dieselbe freie Fläche wie ein Waschtisch. Vier Maße gehören deshalb in jede Planung: die Sitzhöhe, die Ausladung, der seitliche Abstand und die Bewegungsfläche davor.
Die gute Nachricht: Bei einem wandhängenden Becken legen Sie drei davon selbst fest. Die Höhe wird am Vorwandelement eingestellt, bevor gefliest wird, und ändern lässt sie sich später nur mit geöffneter Wand.
Sitzhöhe: 40 bis 48 Zentimeter
| Bauart | Oberkante Keramik | Wofür |
|---|---|---|
| bodenstehend | 40 bis 43 cm | fest, durch die Keramik vorgegeben |
| wandhängend, Standard | 41 bis 43 cm | die übliche Montagehöhe |
| Komforthöhe | 45 bis 48 cm | große Menschen, steife Knie, nach einer Hüftoperation |
| barrierefrei nach DIN 18040-2 | 46 bis 48 cm einschließlich Sitz | Umsetzen aus dem Rollstuhl |
Die Sitzbrille legt ein bis zwei Zentimeter auf die Keramik. Wer also 45 Zentimeter sitzen möchte, setzt das Becken auf 43 bis 44. Höher ist nicht automatisch besser: Sobald die Füße nicht mehr flach auf dem Boden stehen, wird die Sitzhaltung ungünstig. Für Erwachsene bis etwa 1,80 Meter sind 43 bis 45 Zentimeter Sitzhöhe der vernünftige Wert, darüber 45 bis 48.
Wenn im Haushalt jemand deutlich größer oder älter ist als die übrigen, lohnt die Entscheidung für die höhere Variante. Fünf Zentimeter mehr kosten beim Setzen des Elements nichts und ersparen später eine Sitzerhöhung, die auf jeder Keramik unangenehm wackelt.
Ausladung, Breite und Abstände
Die Ausladung ist die Tiefe der Keramik ab der fertigen Wand. Kurze Becken beginnen bei 49 Zentimetern, Standardmodelle liegen bei 54 bis 56, barrierefrei sind es nach DIN 18040-2 70 Zentimeter Abstand von der Rückwand bis zur Vorderkante. Breit ist ein WC meist 35 bis 38 Zentimeter.
- Seitlich zur Wand: mindestens 20 Zentimeter ab Keramikkante, angenehm 25 bis 30. Von der Mitte gerechnet sind das bei 36 Zentimetern Beckenbreite 38 bis 48 Zentimeter.
- Zum nächsten Objekt, also Waschtisch, Bidet oder Wannenrand: ebenfalls 20 Zentimeter, besser 25.
- Davor frei: 60 Zentimeter Tiefe und möglichst 90 Zentimeter Breite; eng, aber machbar sind 55 mal 75. Diese Fläche darf sich mit der vor dem Waschtisch überlappen, wie unter Mindestmaße im Bad im Einzelnen steht.
- Papierhalter: 20 bis 30 Zentimeter vor der Beckenvorderkante, auf 70 bis 75 Zentimetern Höhe, damit Sie ihn im Sitzen ohne Drehung erreichen.
Wandhängend oder bodenstehend
| wandhängend | bodenstehend | |
|---|---|---|
| Sitzhöhe | frei wählbar, 40 bis 48 cm | fest, 40 bis 43 cm |
| Tiefe ab Rohwand | Vorwand 12 bis 20 cm plus 49 bis 56 cm | 62 bis 70 cm |
| Boden darunter | frei, in einem Zug zu wischen | Fuß mit Silikonfuge |
| Technik | im Element, Revisionsöffnung nötig | Spülkasten sichtbar oder in der Wand |
| Belastbarkeit | Element auf 400 kg geprüft | trägt der Boden |
| Aufwand | Vorwand und Fliesenarbeit | Keramik tauschen genügt oft |
Der häufigste Irrtum betrifft den Platz. Ein wandhängendes WC spart in der Tiefe wenig: 15 Zentimeter Vorwand und 49 Zentimeter Ausladung ergeben 64 Zentimeter, ein Stand-WC mit Spülkasten liegt bei 62 bis 70. Der Gewinn liegt im Boden darunter, und der ist größer, als er klingt, weil ein Raum so groß wirkt, wie sein Boden aussieht.
Zum Schallschutz gehört ein Dämmset zwischen Keramik und Vorwand. In Mehrfamilienhäusern begrenzt die DIN 4109 den Installationsschallpegel in fremden Aufenthaltsräumen auf 30 Dezibel, und ein starr an die Wand geschraubtes Becken überträgt jedes Geräusch in die Nachbarwohnung. In der Eigentumswohnung ist das mehr als eine Höflichkeit, siehe Bad in der Eigentumswohnung.
Was die Vorwand kostet und was sie bringt
Ein Standardelement baut 15 bis 20 Zentimeter auf, von der Rohwand bis zur fertigen Fliese. Flache Spülkästen ab 8 bis 10 Zentimetern Bautiefe kommen auf gut 12 Zentimeter. Über zwei Meter Wandlänge sind die acht Zentimeter Unterschied rund ein Sechstel Quadratmeter, und zwar dort, wo Sie stehen.
Dafür bekommen Sie etwas zurück. Eine halbhohe Vorwand von 100 bis 115 Zentimetern gibt eine Ablage von 15 bis 20 Zentimetern Tiefe über die ganze Länge, in einer raumhohen Vorwand verschwinden auch die Leitungen zu Waschtisch und Dusche. Die Betätigungsplatte sitzt je nach Element auf 100 bis 110 Zentimetern, gut erreichbar, ohne sich zu bücken.
Zwei Punkte gehören von Anfang an in den Plan. Die Revisionsöffnung zum Spülkasten ist Pflicht und lässt sich nur dann unauffällig setzen, wenn sie vorher eingezeichnet ist; sonst wird bei der ersten Reparatur eine Fliese geöffnet. Und der Abwasseranschluss liegt beim wandhängenden WC etwa 20 bis 25 Zentimeter über dem fertigen Boden, beim bodenstehenden Becken mit waagerechtem Abgang bei rund 18. Soll das WC an eine andere Wand, braucht die Leitung ein bis zwei Zentimeter Gefälle je Meter, und genau daran scheitert es im Altbau mit Holzbalkendecke am häufigsten.
Spülkasten, Spülmenge und Sitz
Moderne Spülkästen arbeiten mit 6 Litern Voll- und 3 Litern Teilspülung. Ältere Kästen im Bestand liegen bei 9 Litern und mehr; allein deshalb rechnet sich der Tausch bei einem Zwei-Personen-Haushalt über die Jahre. Spülrandlose Becken lassen sich leichter reinigen, weil kein Rand die Sicht verdeckt, verlangen aber eine saubere Einstellung der Spülmenge.
Beim Sitz lohnen zwei Kleinigkeiten: eine Absenkautomatik und eine Schnellbefestigung, mit der sich der Sitz zum Putzen abnehmen lässt. Beides kostet wenig und wird täglich bemerkt.
Das Dusch-WC braucht Strom und Wasser
Ein Dusch-WC benötigt einen Kaltwasseranschluss hinter der Keramik und eine Steckdose mit 230 Volt. Beides gehört in die Vorwand, bevor gefliest wird. Alle Steckdosen im Bad laufen nach DIN VDE 0100-701 über einen Fehlerstromschutzschalter mit 30 Milliampere.
Wenn das Gerät erst in einigen Jahren kommen soll, legen wir die Anschlüsse trotzdem: Solange die Wand offen ist, kostet das wenige hundert Euro, nachträglich eine geöffnete Vorwand samt neuen Fliesen. Dasselbe gilt für eine Verstärkung in der Wand neben dem WC, an der später ein Stützklappgriff hält. Die DIN 18040-2 verlangt dort Griffe, die 28 Zentimeter über der Sitzhöhe liegen, 15 Zentimeter über die Vorderkante hinausragen und am vorderen Ende mit 100 Kilogramm belastbar sind. In Putz und Dübel hält das nicht, in einer Traverse schon.
Was ein neues WC kostet
| Was gemacht wird | Bauzeit | Preisspanne mit Montage |
|---|---|---|
| Keramik und Sitz am vorhandenen Element tauschen | 2 bis 4 Stunden | 250 bis 600 Euro |
| Wandhängendes WC mit neuem Vorwandelement, Fliesen an der Vorwand | 1 bis 2 Arbeitstage | 1.200 bis 2.500 Euro |
| Stand-WC gegen wandhängendes WC, Vorwand neu | 2 bis 3 Arbeitstage | 1.500 bis 3.000 Euro |
| Dusch-WC einbauen, Strom und Wasser vorhanden | 1 Arbeitstag | ab 2.000 Euro je nach Gerät |
| WC an eine andere Wand versetzen | 2 bis 4 Arbeitstage | ab 1.500 Euro zusätzlich |
Alle Beträge sind Bruttopreise einschließlich Montage. Den Lohnanteil weisen wir auf der Rechnung getrennt aus; nach Paragraf 35a EStG lassen sich davon 20 Prozent von der Einkommensteuer abziehen, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Vorausgesetzt wird eine Überweisung, bar bezahlte Rechnungen erkennt das Finanzamt nicht an. Wie sich dieser Posten in eine ganze Sanierung einfügt, zeigt der Kostenrahmen einer Badsanierung.
Was am WC täglich auffällt, wenn es einmal falsch sitzt
Die häufigste Ursache für ein WC, das nicht passt, ist kein Rechenfehler, sondern eine Gewohnheit: Das Element wird gesetzt, wie das alte Becken hing. Dabei ist die Höhe genau in diesem Moment frei wählbar und kostet in keiner Variante mehr. Drei bis fünf Zentimeter mehr hätten in vielen Haushalten den Unterschied gemacht, wenn jemand vorher danach gefragt hätte.
Ähnlich geht es mit dem seitlichen Abstand. Unter 20 Zentimetern von Keramikkante zu Waschtischkante stößt der Ellenbogen an, und zwischen die beiden Objekte kommt kein Wischtuch mehr; auf dem Plan sieht dieselbe Stelle noch großzügig aus. Und wer die Standardvorwand nimmt, wo eine flache genügt hätte, verschenkt acht Zentimeter über die ganze Wandlänge, was in einem Bad von vier Quadratmetern jeden Tag zu spüren ist.
Eine Sache lässt sich dagegen nur vor dem Fliesen retten: die Revisionsöffnung zum Spülkasten. Steht sie im Plan, sitzt sie unauffällig in einer Fuge. Fehlt sie, wird bei der ersten Reparatur eine Fliese herausgeschnitten, und danach sieht man die Stelle immer.
Beim Aufmaß legen wir die Höhe mit Ihnen fest
Die Wolfermann GmbH ist ein Meisterbetrieb für Badbau mit über 40 Jahren Erfahrung und gehört zur WRS Gruppe. Der Betrieb sitzt in Kleinmachnow und arbeitet im Berliner Bestand, vom Altbau mit Gussleitungen bis zur Zeile aus den Siebzigern. Weil Trockenbau, Installation und Fliesenarbeit bei uns zusammenlaufen, wird die Sitzhöhe einmal festgelegt und gilt dann für alle drei Gewerke.
Beim Aufmaß messen wir die Wand, prüfen die Lage des Abwasserstrangs und legen die Sitzhöhe mit Ihnen fest, bevor das Element gesetzt wird. Das geht vor Ort oder per Videocall und kostet nichts. Wenn ohnehin mehr ansteht als das WC, lesen Sie vorher Badumbau; die übrigen Maße des Raums stehen unter Mindestmaße im Bad.